Von der Anwendung zur Wirkung: Alles, was du über Haarwasser wissen musst

Foto: Megan Madden
Haarwasser gehören in der Regel nicht zu den Produkten, die ganz oben auf der Einkaufsliste für unseren nächsten Drogeriebesuch stehen. Irgendwie hat das Pflegemittel einen eher altbackenen Ruf und zählt zu den Dingen, die man früher immer bei Oma und Opa ganz hinten im Badezimmerschrank entdeckt hat.
Dabei wird der altmodische Ruf dem Haarwasser ganz und gar nicht gerecht, denn richtig angewendet, wirkt es nicht nur erfrischend und reizlindernd, sondern kann auch für kräftigeres Haar sorgen. In diesem Artikel erfahrt ihr alles über seine Wirkung und Anwendung, welche Drogerieprodukte einen Blick wert sind und wie ihr Haarwasser ganz einfach selbst herstellen könnt.
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Die Wirkung von Haarwasser

Die Bezeichnung Haarwasser, auch genannt Hair Tonic, ist genau genommen gar nicht richtig. Die Anwendung wirkt sich nämlich weniger auf die Haare als auf die Kopfhaut aus und das Produkt wird eben auch nicht auf die Mähne, sondern direkt am Ansatz aufgetragen. Empfohlen wird das Mittel vor allem bei trockener und strapazierter Kopfhaut, die brennt, juckt oder schuppt und deshalb eine Extraportion Pflege verdient. Haarwasser hilft aber auch bei stark fettender Kopfhaut und bei übermäßigem Haarausfall. Generell unterstützt das Produkt die Kopfhaut bei der Regeneration.
Weil bei der Anwendung die Durchblutung der Kopfhaut angeregt wird, haben Haarwasser oft einen positiven Nebeneffekt auf die Haarstruktur. Durch die Stimulierung der Haarwurzel können die Haare kräftiger und stärker nachwachsen und wirken insgesamt gesünder. Vor allem bei dünnem und feinem Haar ist mehr Fülle und Sprungkraft das Ergebnis.
Unterschieden wird zwischen medizinischen und kosmetischen Produkten. Während erstere zum Beispiel bei starker Schuppenbildung oder übermäßig gereizter Kopfhaut vom Arzt verschrieben werden, gibt es die zweite Variante in jeder Apotheke oder Drogerie und kann ohne Bedenken regelmäßig angewendet werden. Typische Inhaltsstoffe sind alkoholische Lösungen auf der Basis von Ethanol oder 2-Propanol und natürliche Pflanzenextrakte wie ätherische Öle, Birkenrinde, Brennnessel oder Kamille.

So wird Haarwasser angewendet

Weil Haarwasser in erster Linie für die Kopfhaut bestimmt sind, ist die Anwendung etwas tricky. Erstens ist das Produkt sehr flüssig und muss deshalb gezielt aufgetragen werden, zweitens muss man sich für die Prozedur etwas mehr Zeit nehmen, als für die übliche Haarwäsche. Zumindest dann, wenn sie tatsächlich einen Effekt haben soll.
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Idealerweise wird das Produkt aufgetragen, wenn das Haar nass ist, weil es dann weniger von dem Mittel aufnimmt und mehr davon auf die Kopfhaut gelangt. Dann solltet ihr euer Haar scheiteln und diesen abschnittsweise immer wieder verschieben, um das Haarwasser überall zu verteilen. Am besten gelingt das mit einer Pipette oder einer kleinen Sprühflasche. Alle Stellen erreicht? Dann könnt ihr das Produkt mit den Fingern gleichmäßig in die Kopfhaut einmassieren - Achtung: Nicht ausspülen! Die Anwendung sollte alle paar Tage erfolgen.

Haarwasser einfach selbst herstellen

Je nachdem, welchen Zweck das Haarwasser bei euch erfüllen soll, könnt ihr euer eigenes Mittelchen ganz einfach mit wenigen Zutaten zu Hause herstellen und sichergehen, dass es perfekt zu eurer Mähne passt. Ihr möchtet einen wirksamen Helfer gegen Schuppen, trockene Kopfhaut oder für volleres Haar? Dann solltet ihr euch diese drei DIY-Rezepte genauer ansehen.
Birkenhaarwasser
Wirkt gegen Schuppen, erfrischt und regt das Haarwachstum an
- ca. 5 Gramm getrocknete Birkenblätter
- 1 Tasse Obstessig
Den Essig in einem Topf aufkochen und anschließend die Birkenblätter damit übergießen. Den Sud zehn Minuten ziehen lassen und danach die Blätter mit einem Sieb auffangen. Sobald die Mischung abgekühlt ist, in kleinen Mengen auf die Kopfhaut auftragen.
Brennesselhaarwasser
Wirkt gegen Haarausfall
- 250 Gramm Brennnesselwurzeln, klein gehackt, frisch oder getrocknet
- 1 Liter Wasser
- 1/2 Liter Weinessig
- Leere Flasche
Die gehackten Brennnesselwurzeln in einen Topf geben und mit Wasser und Weinessig übergießen. Die Mischung aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen und auffangen, anschließend in eine saubere Flasche füllen. Ihr könnt die Mischung etwa vier Wochen lang nutzen.
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Teebaumhaarwasser
Wirkt gegen gereizte Kopfhaut, hilft bei Jucken, Brennen oder übermäßiger Talgproduktion
- 5 Tropfen Teebaumöl
- 1/2 Liter Wasser
- 2 Esslöffel Apfelessig
- Leere Flasche
Alle Zutaten in die Flasche geben und gut schütteln. Die Mischung ist etwa acht Wochen lang haltbar.

Die besten Drogerieprodukte

Wirksames Haarwasser gibt es nicht nur in der Apotheke und ihr müsst auch nicht zwingend zu Hause den Kochlöffel schwingen, um ein passendes Mittel zu zaubern. In vielen Drogeriemärkten gibt es unterschiedliche Varianten zu günstigen Preisen. Hier findet ihr eine kleine Auswahl:
Balea, Haarwasser Birke für schuppiges und leicht fettendes Haar, ca. 1,75 €, erhältlich bei DM
Seborin, Hair Tonic für dünnes und lichtes Haar, ca. 2,99 €, erhältlich bei Rossmann
Plantur 21, Haarwasser Nutri-Coffein-Elixir Kopfhaut Tonikum bei magerem Haarwachstum, ca. 7,65 €, erhältlich bei DM
Isana, Haarwasser Birke für normales und schuppiges Haar, ca. 1,79 €, erhältlich bei Rossmann
Garnier, Birkin Haarwasser für trockenes Haar und empfindliche Kopfhaut, ca. 4,95 €, erhältlich bei DM
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