Superfood oder Hype: Wie gesund ist Hafermilch wirklich?

photographed by Kate Anglestein.
Baristas benutzen sie in Kaffeegetränken. Umweltschützer sagen, dass sie nachhaltiger als Mandelmilch ist. Viele Menschen schwören, dass sie genauso gut schmeckt wie Kuhmilch.
So weit, so gut. Aber ist Hafermilch auch noch gut für die Gesundheit?
Da wir alle einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben, lässt sich die Frage nicht so einfach beantworten. Wir haben trotzdem mal nachgehakt und das sind die Antworten der beiden Ernährungsassistentinnen Melissa Bailey und Liz Smith.
Wie stellt man Hafermilch her?
Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Wenn du es zu Hause machen möchtest, kannst du zum Beispiel Haferflocken in Wasser einweichen, dann alles in den Mixer geben und anschließend durch einen Nussmilchbeutel oder sauberes Geschirrtuch filtern. Industriell hergestellte Hafermilch wird oft mit Vitaminen und Mineralien angereichert. Sie beinhaltet aber auch Stoffe, die sie haltbarer und süßer machen.
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Wie sieht es mit den Nährstoffen im Vergleich zu anderen Milchsorten aus?
In Hafermilch stecken eigentlich nicht viele Proteine oder Fette, aber ein bisschen mehr als bei Mandelmilch ist es schon. Eine Portion Oatly Hafermilch enthält beispielsweise 2g Eiweiß und 5g Fett, Mandelmilch dagegen nur 1g Eiweiß und 2,5g Fett (Fett in Nahrungsmitteln ist nichts Schlimmes, nur so nebenbei). Hafermilch hat mehr Zucker pro Portion als andere Milcharten – einfach, weil es aus Kohlenhydraten gemacht wird, die in Einfachzucker aufgeschlüsselt werden. Normalerweise kommt die Süße also einfach vom Hafer, aber schau besser noch mal auf die Verpackung, ob nicht doch noch zusätzlicher Zucker hinzugefügt wurde.
So ziemlich alle Milchalternativen beinhalten natürliche Vitamine und Mineralien wie Calcium, Vitamin B12, Phosphor und Vitamin D. Wenn du aber deine eigene Hafermilch machst, enthält dein Getränk leider keine dieser Vitamine. Das ist zwar nicht schlimm und sollte deine Gesundheit nicht beeinflussen, solange du dich ausgewogen ernährst, aber du solltest es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
Ein Glas Hafermilch oder eine Schüssel Haferbrei: Was ist besser?
Da Hafermilch gefiltert wird, gehen einige Ballaststoffe verloren, die im Vollkorngetreide noch enthalten sind. Der Ballaststoffgehalt ist ehrlich gesagt kaum der Rede wert – falls bei der Herstellung nicht noch Zusätze ergänzt werden. Demzufolge ist Hafermilch trinken nicht das Gleiche wie Hafer essen. Allerdings sollte man den Haferbrei nicht zu lange kochen, da durch übermäßige Wärmebehandlung auch ein Großteil der Nährstoffe flöten geht.
Für wen eignet sich Hafermilch am besten?
Hafermilch kannst du eigentlich immer dann verwenden, wenn du sonst zu anderer Milch gegriffen hättest: im Kaffee, in Smoothies, beim Backen. Leider ist sie ziemlich teuer.
Für Menschen, die allergisch auf Molkereiprodukte, Soja oder Nüsse reagieren oder sich vegan oder vegetarisch ernähren, eignet sich Hafermilch prinzipiell sehr gut. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie wiederum eher nicht. Aber Achtung: Bei der Produktion von Hafermilch kommen oft die gleichen Maschinen zum Einsatz, die Getreide verwerten. Es könnte also zur gegenseitigen Kontamination kommen. Wirf also besser einen Blick auf den Milchkarton, bevor du genüsslich los schlürfst. Aber abgesehen davon: Prost!
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