Alles, was du schon immer über Hand Poked Tattoos wissen wolltest

Foto: Beth Sacca
Handgestoche Tattoos erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Diese uralte Tätowiermethode wird mit modernen Designs in die Gegenwart geholt und von immer mehr Tattoo-Artists angeboten. Hier verraten wir dir alles, was du über die handgestochenen Tattoos wissen musst.

Was sind Hand Poked Tattoos?

Bereits vor rund 7.000 Jahren benutzten die Menschen verschiedene Werkzeuge, um sich die Haut mit Farbe permanent zu verschönern. Meistens wurden dafür spitze Knochen oder Zähne verwendet. Die Werkzeuge wurden in Farbe getunkt und diese wurde dann mit der Hand unter die Haut gestochen. An dieser Methode hat sich eigentlich bis heute nichts geändert. Im Gegensatz zu anderen Tattoos werden Hand Poked Tattoos ohne Tätowiermaschine gestochen. Dazu wird eine einzige Nadel, die an einem Griff befestigt ist, verwendet, um das Motiv unter die Haut zu bringen. Das Motiv entsteht so wirklich Punkt für Punkt. In Tätowiermaschinen werden auch mal mehr Nadeln benutzt, weswegen die Linien dort oftmals dicker und kräftiger wirken. Handgestochene Tattoos wirken durch die Verwendung einer Nadel und die besondere Kontrolle, die man durch diese Methode hat, sehr filigran und zart. Sie sind oftmals auch nicht so dunkel wie klassische Tattoos und es lassen sich viel detailliertere Motive stechen.
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Wie schmerzhaft sind Hand Poked Tattoos und wie lange dauert es, sich eins stechen zu lassen?

So eine Tätowiermaschien hat natürlich den Vorteil, dass sie die Farbe sehr schnell unter die Haut bringen kann. Ein kleineres Motiv kann schon mal in 20 Minuten fertig sein, ein vergleichbares von Hand gestochenes Tattoo braucht dagegen mehrere Stunden. Gleichzeitig fällt aber auch der Krach weg, den viele Maschinen machen, die Sessions werden also in der Regel als ruhiger, angenehmer und entspannter wahrgenommen. Zwischen Tätowierer*in und Kund*in entsteht viel mehr Nähe, da der ganze Tätowiervorgang entschleunigt wird und viel ruhiger vonstatten geht. Viele empfinden Hand Poked Tattoos auch nicht so schmerzhaft wie andere Tattoos, aber Schmerzempfinden ist natürlich eine sehr subjektive Sache. Es ist aber so, dass bei handgestochenen Tattoos nur eine Nadel wesentlich langsamer in die Haut gestochen wird, was für viele Kund*innen als deutlich angenehmer empfunden wird.
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Worauf muss ich bei der Suche nach Tätowierer*innen achten?

Wie immer sollte das oberste Kriterium die Hygiene sein. Auch bei Hand Poked Tattoos muss der Arbeitsbereich vor der Session desinfiziert und mit Schutzfolien abgedeckt werden. Achte darauf, dass eine neue Nadel verwendet wird. Ein professionelles Studio ist immer die erste Wahl, da dort die Artists Zugang zu sterilen Materialien haben und du dir relativ sicher sein kannst, dass die Leute etwas von dem verstehen, was sie da tun. Wenn du ein neues Studio suchst, dann kann Instagram recht hilfreich bei der Suche sein. Über bestimmte Hashtags lassen sich so neue Künstler*innen finden, die den Style anbieten, der zu dir passt. Wenn du dich für ein Flash Motiv entscheidest, also ein fertig designtes Motiv, das viele Tätowierer*innen zum Festpreis anbieten, gibt es in der Regel nur eine kurze Vorbesprechung. Ansonsten kann es durchaus sein, dass du einen Termin zur Vorbesprechung bekommen wirst oder ihr vorher deine Wünsche via Mail besprecht. Einige Tätowierer*innen nehmen auch einen kleinen Vorschuss für die Erstellung des Motivs.
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Wie pflegt man ein Hand Poked Tattoo richtig?

Hand Poked Tattoos heilen etwas schneller als klassische Tattoos, trotzdem musst du natürlich ein paar Dinge beachten. Dein*e Tätowierer*in sollte dich nach der Session darüber aufklären, wie du dein Tattoo richtig pflegst. Eventuell bekommst du einen sogenannten Suprasorb-Verband verpasst, das ist eine transparente, sehr große Membran, die auf das frische Tattoo geklebt wird und dort drei bis fünf Tage bleibt. Der Verband ist unsichtbar und fördert die Heilung deines neuen Tattoos, da sich durch den Verband kein Schorf bilden kann. Nachdem du die Membran in der Dusche unter heißem Wasser entfernt hast, solltest du dein Tattoo mit warmem Wasser abspülen (aber nicht reiben!), sehr vorsichtig trocknen (rate, auch hier bitte nicht reiben) und es dann dünn mit Wund- und Heilsalbe eincremen. Creme dein neues Tattoo drei Mal am Tag ein, achte darauf, dass keine Gürtel, BHs oder Schuhe daran reiben und gehe mindestens vier Wochen nicht ins Solarium. Baden gehen – in der Badewanne oder im Schwimmbad – sind auch erst einmal tabu, bis dein Tattoo verheilt ist. Du solltest außerdem direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, da sonst die Farben verblassen können. Achte also auf ausreichenden Sonnenschutz. Klingt alles sehr viel, ist aber ganz easy, wenn man sich nicht unbedingt mitten im Hochsommer tätowieren lässt, was durch die ganze Hitze und den Schweiß eh keine gute Idee ist.
Foto via laramaju
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