Beyoncés Bauch gehört ihr & ich finde es respektlos, darüber zu urteilen

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Würde einer schwangeren Frau erst recht. Als ich die Babynews von Queen B hörte, dachte ich nur: Bitte nicht schon wieder diese fiesen Gerüchte. Bitte nicht wieder diese Spekulationen, wer das Baby austragen wird, wieviel so ein Baby fürs Stars kostet oder wer in Wirklichkeit der Vater ist. Beyoncé hat gestern die frohe Botschaft rausgehauen, dass sie Zwillinge erwartet – können wir das bitte einfach so stehen lassen?!

Ich verstehe ja, warum die Leute Gossip so lieben. Doch ich finde, dass es klare Grenzen gibt: zum Beispiel Babys. Als Beyoncé 2011 stolz verkündete, dass sie und Ehemann Jay-Z das erste Kind erwarten, wurde es wirklich eklig: Der Sängerin wurde unterstellt, dass sie eine Bauch-Attrappe tragen würde und alles ein riesen Fake sei. Eine Frau behauptete sogar, dass ihre Eizellen benutzt worden seien (Klage wurde abgelehnt). Selbst als die süße Blue Ivy Carter dann auf der Welt war, wurde noch behauptet, dass Jay-Z gar nicht der Vater der Kleinen wäre.

Wenn ich mir vorstelle, dass mein Bauch und meine Vorfreude aufs Baby immer größer wird und dann wittere ich diese widerwertigen Gespräche? Das würde mich fertig machen! Gefühlt ist ein Weltstar wie Beyoncé zwar weit weg, doch die Lästereien kommen trotzdem an. „Das Gerede ist grausam und unfair. Ich bin selbst Mutter und diese Gerüchte über meine Tochter waren völlig abwegig. Es gab Leute, die mich direkt darauf angesprochen haben. Das ist doch lächerlich", sagte Mama Tina einmal über die Situation. Und ich glaub ihr. Ich glaube, dass auch eine Beyoncé in ihrer Villa sitzt und heult, weil die Welt so schlecht über ihr Baby spricht.

Bäuche & Babys – wie weit darf man mit dem Gerede gehen?

Wer ein ganz lautes Lied darüber singen kann, ist Jennifer Aniston. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der nicht über eine mögliche Schwangerschaft getuschelt wurde? Ich nicht. Seit zwanzig Jahren wird sie als Gallionsfigur des Kinderwunsches dargestellt. Ihr Bauch wird ständig beäugt und wie Ware inspiziert: Ist sie schwanger oder hat sie nur zu viel gegessen? So etwas fragt man im „echten Leben" ja auch nicht!

„Früher habe ich mir eingeredet, dass Klatschmagazine wie Comic-Hefte sind. Dass man sie nicht ernst nehmen sollte. Dass sie wie eine Art Seifenoper sind, die man sich zwischendrin zum Zeitvertreib ansieht. Doch ich kann mir nicht mehr vormachen, dass dem wirklich so ist, weil ich am eigenen Leib erfahren musste, dass die Realität anders aussieht und dass wir Frauen gejagt und zu Objekten gemacht werden. Das geht nun schon seit Jahrzehnten so und es spiegelt die verzerrte Art wieder, auf die wir den Wert einer Frau bemessen", schrieb Aniston in einem Essay für Huffington Post. Ich bin da ganz bei ihr.

Wir sind weder Gynäkologen noch die beste Freundin mit den Insiderinformationen, deshalb wünsche ich mir kollektives Schweigen, was das Thema Schwangerschaften betrifft. Ich finde es unfair, Babybäuche zu Freiwild zu erklären. Oder mit den Worten unserer Omas: Wer nichts Gutes zu sagen hat, sollte lieber schweigen...

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