Diese Berlinerin läuft den Marathon in Sierra Leone, um eine Schule zu bauen

Die 27-jährige Joyce Binneboese gehört fest zur Modeszene Berlins, man kennt sie als die eine Hälfte des Power-Duos der Boutique und des Labels Wald Berlin. Neben ihrer Leidenschaft für Fashion und Schmuck ist sie auch noch begeisterte Läuferin – und das setzt sie jetzt ein, um Kids in Afrika zu helfen. Wie das geht? Joyce wird den „Street Child Marathon“ in Sierra Leone laufen, um dort eine Schule aufbauen zu können. Was ihr die Spendenaktion und ihre Reise nach Afrika bedeutet, erzählt sie am besten selbst.
Refinery29: Du sagst, Laufen verbindet. Inwiefern passt ein Run zum Hilfsprojekt?
Joyce Binneboese: Ich denke, genau wie Musik, kann Sport Menschen zusammen bringen. Es geht darum, zwei Leidenschaften zu verbinden: Auf der einen Seite das Hilfsprojekt zu unterstützen und zur gleichen Zeit einem Hobby, einer Berufung nachzugehen.
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Die meisten kennen das Gefühl, helfen zu wollen, und wissen nicht, wie sie es angehen sollen. Wie kam das bei dir?
Foto: Joyce Binneboese.
Ich habe ein Faible dafür, mich von starken und mutigen Frauen inspirieren zu lassen. Meine Freundin Katharina Hoffmann hat mir von dem „Street Child Marathon“ erzählt. Zu Hause habe ich dann gegoogelt, mich angemeldet, Hotel und Flug bezahlt und direkt angefangen, meine Spendenseite aufzubauen. Ein verrücktes Ziel, das ich mir selbst gesetzt habe, ist: Solange ich noch dynamisch laufen kann, also so bis 95 – unterstütze ich jährlich ein Charity-Projekt. Die Power glaube ich zu haben und ich will mir die Zeit nehmen, anderen Menschen Gutes zu tun.
Im letzten Jahr wurdest du krank bevor du den Marathon laufen konntest, was bedeutet es dir, diesmal mitlaufen zu können?
Es war an emotionaler Marathon die Spendengelder zusammen zu bekommen. Mein Herz war und ist sehr dankbar, dass wir über 4.000 Pfund sammeln konnten. An dieser Stelle: DANKE an alle, die beigetragen haben! Die 42 Kilometer durch den Dschungel zu laufen war Nebensache. Trotzdem bin ich ein extremer Typ und möchte Sachen zu Ende bringen, wenn ich sie angefangen habe. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Zudem wollte ich nicht, dass das Projekt einen negativen Beigeschmack hinterlässt, nur weil mein Immunsystem etwas zickig war.
Was war deine schönste zwischenmenschliche Erfahrung in Sierra Leone? Wie fühlt es sich an, die Menschen kennenzulernen, für die du Spenden gesammelt hast?
Im letzten Jahr waren wir mit der Organisation auch in ländlichen Gebieten, dort hat uns eine ganze Schule mit ungefähr 200 Kindern singend empfangen, da ging mir das Herz auf. Als sich dann auch noch die Stammesfrauen mit einem Fest voller Gesang und Tanz bei uns bedankten, war da eine Energie, die ich so noch nie gespürt hatte!
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Mir fallen so viele wunderschöne Situationen ein: Zum Beispiel habe ich mit 80 Kindern Fussball gespielt. Alle lachten und hatten so viel Spaß, dass es völlig egal war, wo und womit wir spielen. Wenn ich in die Augen der Kinder geschaut habe, konnte ich ihre Hoffnungen und Träume sehen. Ich durfte nicht nur die Menschen, für die ich Geld gesammelt habe, kennenlernen, ich durfte auch ihre Herzen spüren. Das klingt alles etwas kitschig, aber dieses Gefühl ist so groß und schön, das hat mich auch ein Stück weit wieder zu mir selbst gebracht und mich an meine Hauptmotivation erinnert: Bescheidenheit und Demut.
Wer Joyce in ihrem Vorhaben, eine Schule in Sierra Leone zu bauen, unterstützen mag, kann dies über ihre Fundraising-Kampagne tun. Mehr Infos und Details zur Organisation findet ihr direkt bei Streetchild.
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