Ist Kokosöl jetzt gut oder schlecht für einen? Wir haben endlich die Antwort!

Illustration: Anna Sudit/ Foto: Kate Anglestein
Gutes Kokosöl oder schlechtes Kokosöl – das ist hier der Frage! Der eigentlich so beliebte Alleskönner unter den Superfoods steht derzeit nämlich gehörig in der Kritik. Auslöser ist eine Studie der American Heart Association, die jetzt davor warnt die Wirkung von Kokosöl zu verkennen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung steht dem Hype um das flüssige Weiß schon seit längerem kritisch gegenüber. Es gelte zwar allgemein als gesund, wissenschaftlich halten konnten sich diese Behauptungen aber nicht. Diese sagen dem aus Kokosnüssen gewonnenen, tropischen Öl gleich mehrere Wunder nach: Es helfe nicht nur beim Abnehmen, sondern mache auch Zähne weißer und pflege Haut und Haare. Promis wie Lykke Li oder Gwyneth Paltrow schwören schon lange darauf. Wem aber darf man denn jetzt glauben?
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In der Tat besteht Kokosöl zu über 90% aus gesättigten Fettsäuren und die sind laut wissenschaftlicher Erkenntnisse ungesund. Das ist natürlich nicht erst seit gestern bekannt – der Umstand, dass nicht alle gesättigten Fettsäuren zwangsläufig schlecht sind hingegen schon. Vielmehr werden diese derzeit nämlich sogar rehabilitiert. Umso verwunderlicher ist der mediale Aufschrei über die oben genannte Studie zu dem Thema – eigentlich sogar die Studie selbst.
In rauen Mengen in tierischen Fetten wie Butter oder Schweineschmalz, Palmöl – und eben Kokosfett – enthalten, empfehlen Experten auf Öle aus Mais, Raps, Erdnüssen, Sonnenblumen, Safran oder Walnüssen zu setzen, um gesättigte Fettsäuren zu meiden. Dieser Glaube wird nicht nur in den Medien, sondern auch von Ernährungsberatern und Ärzten noch immer mit voller Überzeugung verbreitet. Die Wahrheit ist jedoch: Längst nicht alle gesättigten Fettsäuren beeinflussen den Cholesterinspiegel überhaupt. Streng genommen sind es an der Zahl nur drei. Während Laurin- und Myristinsäure ihn sogar verbessern, indem sie nicht nur das LDL-Cholesterin (das sogenannte “böse" Cholesterin), sondern auch das gefäßschützende HDL-Cholesterin (das „gute" Cholesterin) erhöhen, beeinflusst ihn nur Palmitinsäure wirklich in negativem Sinne. Und diese macht wiederum nur etwa zu 6% bis 9% Prozent im Kokosöl aus. Als ungebundene Fettsäure ist sie dafür an anderer Stelle unerlässlich: sie ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Hautbarriere und unseres Säureschutzmantels und verantwortlich für die positiven Effekte bei der äußeren Anwendung von Kokosöl.
Gesättigte Fette scheinen also besser als ihr Ruf zu sein; zu einer ausgewogenen Ernährung gehören sie allemal dazu. Wichtig dabei: Besser zu nativen Ölen greifen! Die werden schonend gewonnen und weder desodoriert noch gehärtet oder raffiniert. Fazit: Wie so oft im Leben kommt es auf die richtige Balance an. In gesunden Maßen gibt es also auch weiterhin nichts gegen den Verzehr von Kokosöl einzuwenden. Und immerhin: für kosmetische Zwecke gilt die einschränkende Reglementierung von Kokosöl nicht.

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