Keine Bikinis mehr bei Miss America: Gut gemeint & trotzdem nicht genug

Foto: gettyimages/ Donald Kravitz
Zum ersten Mal seit einer Dekade werden sich die Teilnehmerinnen der Miss-America-Wahl in diesem Jahr nicht in Bademode präsentieren. In Zeiten von Female Empowerment und Gleichberechtigung will der Schönheitswettbewerb seine Rolle neu definieren, verkündet Gretchen Carlson, Vorstandsvorsitzende der Wahlen, am Dienstag bei Good Morning America. Das Aussehen der Teilnehmerinnen soll keine Rolle mehr spielen. Stattdessen wird es interaktive Sessions geben, bei denen sie ihre Erfolge und Ziele vorstellen, und ankündigen, wie sie ihre Talente nutzen werden, um der Aufgabe von Miss America gerecht zu werden.
Klingt mehr als überfällig und gleichzeitig kaum vorstellbar. Immerhin gehören freizügige Auftritte seit der ersten Verleihung 1921 in Atlantic City dazu. Anfangs trugen die Frauen noch Badeanzüge, die selbst für Konservative durch gingen. Zuletzt zeigten sie sich in knappen Bikinis vor den Juror*innen und dem Fernsehpublikum. Carlson begründet die Entscheidung so: „Ich habe viele junge Menschen kennengelernt, die gern Teil des Programms wären, aber sich nicht in Bademode zeigen wollen. Das verstehe ich.”
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Statt in Abendmode werden sich die Teilnehmerinnen beim Wettbewerb im September außerdem in einem Look zeigen, in dem sie sich selbstbewusst fühlen. Sollte Bademode da nicht dazu gehören? Wie das Aussehen auf der Bühne komplett außen vor gelassen werden soll, erschließt sich mir nicht. Immerhin werden die Teilnehmerinnen bewertet. Ihr Äußeres wird dabei immer eine Rolle spielen.
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Das Ausschließen der Bademodenkategorie erscheint wie eine gut gemeinte Geste. Auch die Miss-America-Wahlen standen im Rahmen der #metoo-Debatte in der Kritik. Es waren E-Mails aufgetaucht, in denen das Gewicht und das Sexleben der Teilnehmerinnen thematisiert wurden. Heute sind sieben der neun Vorsitzenden des Gremiums Frauen. Carlson, zuvor Moderatorin bei Fox News, hat in der Vergangenheit Roger Ailes, CEO des Senders, angeklagt, der seine Rolle als Vorsitzender später verlassen musste.
Ab September soll sich die Verleihung auf nationaler und regionaler Ebene verändern. Frauen aller Figurformen und Größen sind nun willkommen. Was längst überfällig erscheint, erweitert das Schönheitsbild der Miss-America-Wahl. Da müsste es doch möglich sein, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Teilnehmerinnen in jedem Look wohlfühlen. Vielleicht packt eine Teilnehmerin 2018 ihren Bikini ja in der Runde aus, in der sie ihr Outfit selbst wählen kann. Für so viel Mut und Selbstbewusstsein gäbe es von uns 10 points.
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