So sehen Frauen bei der Geburt aus — in zwei sehr verschiedenen Welten

Rund 800 Frauen sterben jeden Tag an Komplikationen in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt, schätzt die Weltgesundheitsorganisation.
Obwohl die gesamte Müttersterblichkeitsrate seit 1990 auf nahezu 50 % gesunken ist, ist das Wunder des Lebens in einigen Gegenden der Welt immer noch mit ernsthaften Risiken verbunden.
Tansania ist eines dieser Länder. Die ostafrikanische Nation berichtet erschreckend hohe Zahlen von Frauen, die während der Geburt sterben. Nahezu ein Fünftel aller Todesfälle von Frauen im Alter zwischen 15 und 49 steht in Verbindung mit Schwangerschaft und Wehen, schätzt die WHO. Die Müttersterblichkeit des Landes ist mit 578 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten mehr als doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt.
In Schweden, das Land was als eines mit den besten Gesundheitssystemen der Welt erachtet wird, erzählen die Statistiken und Erfahrungen eine weitaus optimistischere Geschichte. Die Müttersterblichkeitsrate ist hier eine der niedrigsten der Welt — lediglich vier Frauen pro 100.000 Geburten sterben laut der WHO.
Eine schnelle Analyse dieser Zahlen legt nahe, dass Frauen in Tansania mehr als 100 Mal so wahrscheinlich bei der Geburt sterben als in Schweden.
Moa Karlberg, eine Fotojournalistin aus Stockholm, sagte, dass sie diese zwei sehr verschiedenen Realitäten einer Erfahrung, die Frauen rund um den Globus teilen, festhalten wollte. Die daraus hervorgegangene Fotoserie mit dem Titel „Hundert Mal der Unterschied“ versucht, sowohl die Schönheit als auch den Schmerz der Wehen zu zeigen und die unterschiedlichen Umgebungen, in denen Frauen gebären.
„Während ihres Lebens gebärt die Mehrheit der Frauen auf der Welt mindestens ein Kind“, schrieb sie in der Einleitung zu ihrem Projekt. „Obwohl körperlich jede durch dieselben Phasen geht, sind die äußerlichen Bedingungen fundamental verschieden.“
Karlberg, die mehrere Jahre Frauen in den Wehen in ihrem Heimatland Schweden fotografiert hatte, reiste mit Hilfe eines Stipendiums der International Women's Media Foundation nach Tansania, um dort Frauen bei der Geburt aufzunehmen. Sie entschied sich, die Betreffenden nicht zu benennen oder Einzelheiten ihrer individuellen Geschichten zu beschreiben. Stattdessen konzentrierte sie sich auf ihr eigenes Schreiben und ihre übergreifenden Beobachtungen.
„Für mich ist es die gemeinsame Erfahrung, die ich unterstreichen möchte“, erzählte Karlberg Refinery29.
Karlberg teilte ihre Fotos mit Refinery29 sowie Auszüge aus dem Projekt und ihre Gedanken darüber, was getan werden kann, um die Müttersterblichkeitsrate an Orten wie Tansania zu senken. Sie sprach mit uns von ihrem Zuhause in Schweden aus.