So hoffnungsvoll verlief das letzte Gespräch mit ihrem krebskranken Sohn

Vor zwei Monaten musste Ruth Scully das durchmachen, was für eine Mutter das Schlimmste ist, was passieren kann: Sie musste sich von ihrem krebskranken Sohn verabscheiden.
Nun teilte sie zum ersten Mal seit seinem Tod Bilder und eine aufrichtige und sehr emotionale Abschiedsnachricht für ihn auf Facebook. Außerdem schrieb sie das letzte Gespräch mit ihm auf und bewegte damit Hunderttausende auf der ganzen Welt.
„Zwei Monate. Zwei Monate, seit ich dich das letzte Mal in meinen Armen hielt, gehört habe, wie du mir sagst, dass du mich liebst, dass ich dich küssen konnte. Zwei Monate, seit wir das letzte Mal gekuschelt haben. Zwei Monate, die die Hölle waren.“
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In diesen seinen letzten Tagen habe sie noch einmal festgestellt, dass ihr Kind zu 100 Prozent aus Liebe und Güte bestehe.
Als sie Nolan zum letzten Mal ins Krankenhaus fuhr, habe sie bereits ein befremdliches Gefühl gehabt. Irgendetwas war anders, und das habe auch er bemerkt. Er musste sich wiederholt übergeben, aß und trank nichts mehr.
Am 1. Februar dann kam die Feststellung der Onkologin: Es war Zeit zu gehen. Der Fokus solle nun darauf liegen, dem kleinen Nolan die letzten Tage so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Was dann folgte, war ein letztes Gespräch zwischen Mutter und Sohn, das von inniger Liebe zeugt:
„Ich: Es tut weh, wenn du atmest, oder, mein Herz?
Nolan: Aaalso... ja, schon.
Ich: Hast du große Schmerzen?
Nolan: (schaut nach unten) Ja.
Ich: Dieser Krebs nervt. Du musst nicht mehr dagegen ankämpfen.
Nolan: (aufgeregt & fröhlich) Muss ich nicht??!! Wirklich? Aber für dich würd ich's tun, Mama!
Ich: Nein, mein Liebling, das brauchst du nicht. Ist es das, was du die ganze Zeit über schon tust? Für Mama weiterkämpfen?
Nolan: Na klar!
Ich: Nolan Ray, was ist mein Job?
Nolan: Mich zu beschützen! (grinst)
Ich: Genau... aber das kann ich hier nicht mehr. Der einzige Ort, an dem ich dich beschützen kann, ist der Himmel.
Nolan: Also gehe ich einfach in den Himmel und spiele, bis du auch kommst, ja? Du kommst doch?
Ich: Natürlich komme ich. So einfach wirst du mich nicht los!
Nolan: Danke, Mama. Ich gehe mit Hunter und Brylee und Henry spielen!“
Am nächsten Tag lag Nolan ruhig in seinem Bett, während seine Mutter alle nötigen Formulare ausfüllte. „Ich musste eine DNR-Anordnung unterschreiben [Anm. d. Red. DNR-Anordnungen sind von Angehörigen ausgefüllte Formulare, die die behandelnden Ärzte dazu anweisen, keine weiteren, lebenserhaltenden Maßnahmen mehr zu unternehmen]. Es gibt gar keine Worte dafür, wie schlimm es sich anfühlt, so etwas für das eigene Kind machen zu müssen.“
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Dann begann sie zu packen, um Nolan ein letztes Mal nach Hause zu bringen, doch Nolan fragte, ob sie nicht einfach dort bleiben könnten.
Die nächsten 36 Stunden verbrachten die beiden in seinem Krankenbett und schauten Youtoube-Videos. Er erzählte ihr noch, dass man sich bitte als Polizisten an ihn erinnern soll. Dann fragte Ruth Scully ihren Sohn, ob sie duschen gehen könne. Er legte sich auf ein Tuch vor der Dusche und versprach ihr zu warten.
„Als ich den Duschvorhang zuzog, sagten die Helfer mir, habe er seine Augen geschlossen und einen letzten Atemzug genommen“, so Scully. „Als ich wieder rauskam, hatten sich alle um ihn versammelt und schauten mich mit tränenerfüllten Augen an. ‚Ruth, er schläft tief und fest, und kann nun nichts mehr spüren.‘“
„Ich lief an sein Bett, legte mich ein letztes Mal neben ihn und, wie ein Wunder, drehte er sich noch einmal kurz zu mir, öffnete seine Augen und sagte mir, dass er mich liebte“, erinnert Ruth Scully. „Ich sang ‚You Are My Sunshine‘ und um 23:54 Uhr starb mein Sohn, mein Licht, mein Alles.“
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