Name gut, alles gut: Warum der Vorname über deine Zukunft entscheidet

Zunächst einmal muss ich mich vorstellen: Ich heiße Edith. Ein Name, der ohne Gesicht, alt und bieder wirkt. Als Kind stellte ich mich immer meinen Nonne- oder Krankenschwester-Alter-Ego vor, den die Leute bei diesem Rufnamen im Kopf haben. Unangenehm war mir der Altdeutsche Name, der eigentlich aus dem altenglischen kommt und die für ihr Glück Kämpfende bedeutet.

Als Erwachsene wusste ich's plötzlich zu schätzen, dass ich (bis auf ein einziges Mal!) beim Vorstellen keine Doppelungen à la 'Witzig, so heiß ich auch" hören musste. Irgendwann verstand ich dann, dass jegliches Alleinstellungsmerkmal gut ist. Besonders ist besonders gut.

Im Internet gibt es 'zig Namensportale, in die werdende Eltern ihre Wünsche fuchsig eintippen. Natürlich habe ich – als nicht werdene Mutter - mal meinen Namen eingegeben: Mit den Assoziationen intelligent und sympathisch kann ich leben, gegen unsportlich und alt wehre ich mich aber an dieser Stelle.

Laut einer neuen Studie bereut jede fünfte Mutter in Großbritannien im Nachhinein die Namenswahl für ihr Kind. Viele der Befragten sagten, die Kinder selbst seien unglücklich mit ihren Namen, könnten den eigenen Namen nicht richtig aussprechen oder würden in ihrer Persönlichkeit einfach nicht zum gewählten Namen passen. Nur 12 Prozent der Mütter sagten, sie hätten „schon immer gewusst, dass dieser Name die falsche Wahl war“.

Ich wäre fast eine Linda geworden, doch meine Mutter ist bis heute froh, dass sie sich an Vorbildern wie Edith Stein oder Édith Piaf orientierte. Damit gehe ich d'accord.

Über 200.000 verschiedene Vornamen sind in Deutschland registriert. Und tatsächlich sind Namen sind nicht nur Geschmackssache, sie drücken auch eine gewisse Zugehörigkeit aus: Es heißt, dass Akademiker solide alte Vornamen bevorzugen, einfachere Bildungsschichten zu Trends und Namen aus Film und Fernsehen greifen.

Prof. Dr. Jürgen Udolph vom Zentrum für Namensforschung in Leipzig ist seit Anfang 2014 Kooperationspartner von babyclub.de und geht sogar noch einen Schritt weiter: „Kinder mit bestimmten Vornamen haben bessere Bildungschancen als andere. Klassische Namen wie Maximilian, Sophie oder Alexander werden eher mit Talent und Fleiß assoziiert. Das belegte nicht zuletzt die Studie der Uni Oldenburg, die das gesellschaftliche „Aus“ für den Namen Kevin zur Folge hatte.“

Das wusste schon der römische Komödiendichter Plautus, von dem die lateinische Redensart „Nomen est Omen" – zu deutsch: Der Name ist Programm – stammt. Also liebe werdende Mamas, Augen auf bei der Namenswahl.
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