Mehr als nur weiße Zähne: Ölziehen als morgendliche Entgiftung

Foto: Megan Madden
Was tust du für deine Mundhygiene? Klar, Zähneputzen sollte man mindestens zwei Mal täglich, am besten danach noch Zahnseide benutzen. Doch es gibt noch eine weitere Methode, die die morgendliche Routine zwar um einige Minuten verlängert, jedoch gleichzeitig viele Vorteile bietet und nicht viel kosten muss. Ölziehen nennt sich diese Anwendung, bei der ein spezielles Öl im Mund hin und her gespült wird und somit Bakterien und andere Schadstoffe in sich bindet. In unserem Ölziehen-Guide werden alle Fragen rund um die entgiftende Heilmethode geklärt.

Wie funktioniert Ölziehen?

Ölziehen ist wirklich simpel: Man nehme einen Esslöffel Öl (welches sich am besten dafür eignet, liest du weiter unten) direkt nach dem Aufstehen (vor dem Zähneputzen!) auf nüchternen Magen in den Mund und zieht und schwenkt es dann etwa 15-20 Minuten im Mund hin und her. Dabei sollte das Öl auch zwischen den Zähnen bewegt werden. Ganz wichtig ist dabei, das Öl nicht herunterzuschlucken, da sich Giftstoffe darin sammeln, die man loswerden möchte. Nach 15-20 Minuten spuckt man das Gemisch wieder aus, spült den Mund und putzt sich anschließend die Zähne. Am besten schaust du dir vor deinem ersten Versuch ein Tutorial über das korrekte Spülen an und startest mit weniger als einem Esslöffel, um deinen Mund an das Ölziehen zu gewöhnen.
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Ölziehen: Woher kommt es?

Tatsächlich geht das Ölziehen (auch als Ölkauen und Ölsaugen bekannt) bis ins antike Indien zurück und ist in der Lehre vom gesunden Leben, dem Ayurveda, ein fester Bestandteil. Heilende Öle werden darin nicht nur im Mundraum verwendet, auch Massagen und wohltuende Aufgüsse sind weit verbreitet. Schon vor mehr als 2000 Jahren wurden die unterschiedlichen Wirkungen des entgiftenden Ölziehens in Schriften festgehalten. So sollen Schmerzen, Migräne, Entzündungen, Hormonerkrankungen und Asthma durch das Spülen gelindert werden können.

Welche Öle verwendet man zum Ölziehen?

Neben den zahlreichen woholtuenden Wirkungen für den ganzen Körper, ist der Preis ein weiterer Vorteil des Ölziehens. Man kann für die Prozedur handelsübliches, kaltgepresstes Oliven-, Sesam-, Kokos- oder Sonnenblumenöl verwenden. Dabei sollte man darauf achten, Produkte in höchster Bio-Qualität zu kaufen. Der Rest ist Geschmacksache, denn alle Varianten sind für ihre antibakteriellen Eigenschaften bekannt. Natives Kokosöl wirkt zudem entzündungshemmend und ist ausgezeichnet für die Anwendung im Mundraum geeignet. Wem der Geschmack nicht passt, der kann auf spezielle Ölmischungen aus der Apotheke oder Bioläden zurückgreifen. So stellt Oliveda beispielsweise ein spezielles Mundziehöl mit hinzugefügtem Pfefferminz- und Zitronenschalen-Öl her, das für angenehme Frische sorgt.

Wie lange muss man Ölziehen?

Experten raten das Öl für mindestens 20 Minuten im Mund zu behalten. Nur so ist gewährleistet, dass alle Giftstoffe im Öl gebunden werden können. Viele raten Anfängern, denen die Zeit zu lang ist, solange zu spülen wie möglich. Auch nach 5-10 Minuten Ölziehen stellen sich nämlich erste Erfolge ein.

Welche Vorzüge hat Ölziehen für Zähne, Zahnfleisch und den ganzen Körper?

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Die Liste der Beschwerden, die eine Ölzieh-Behandlung lindern kann, ist lang. Aber warum ist Ölziehen eigentlich so gesund? Das Geheimnis liegt in der Eigenschaft des Öls Schadstoffe an sich zu bilden und nicht wieder herzugeben, wie ein kleiner Staubsauger. Mit dem Ausspucken verlassen neben dem Öl alle darin gefangenen, ungesunden Stoffe den Körper. Anders als beim Zähneputzen werden die kleinsten Lücken und alle Zahnzwischenräume erreicht. Das Öl nimmt schädlichen Zahnbelag, Kariesbakterien und andere Schadstoffe auf und sorgt somit für weißere Zähne, gesünderes Zahnfleisch und beugt Mundgeruch und Karies vor. Darüber hinaus wirkt sich das Öl auch auf das lymphatische Drüsensystem aus und bringt den gesamten Körper dazu, vermehrt Giftstoffe auszuspülen. Auch der Basenhaushalt, also der ph-Wert des Körpers wird reguliert. Aufgrund von Fehlernährung kommt es oft zu einer schädlichen Übersäuerung, die das Öl wieder ausgleicht. Alles in allem werden eine Vielzahl von Vorzügen und Wirkungen im Zusammenhang mit Ölziehen genannt. Auf Dauer sollen sogar Erkrankungen wie Asthma, Migräne, Allergien und Regelbeschwerden gelindert werden können – und das mit einem morgendlichen Zeitaufwand von lediglich 20 Minuten!
Unsere Redakteurin hat bereits den Selbsttest gemacht. Hier kannst du ihre Erfahrungen und weitere Texte zum Thema lesen:

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