Gründerin Paula Schwarz: „Es ist notwendig, als Geschäftsfrau zu weinen“

Alle ins Boot zu holen, um an der Situation für Geflüchtete aktiv etwas zu verändern, hat die Berliner Unternehmerin Paula Schwarz wörtlich genommen: Mit ihrer Initiative Startup Boat bringt sie Gründer und Gründerinnen, Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen und Köpfe von sozialen Unternehmen zusammen. Unter anderem traf man sich auf der Insel Samos, um Lösungen der Krise voranzubringen. In dem von Paula mitgegründeten Co-Working Space Migration Hub wird an den Projekten weitergearbeitet.

Am Donnerstag wird sie in Berlin auf dem Tech Open Air, dem wichtigsten, interdisziplinären Tech-Festival Europas, über Lösungsansätze zur Flüchtlingskrise sprechen. Refinery29 hat sie vorab erzählt, was der beste Rat war, den sie je bekommen hat und warum es als Geschäftsfrau absolut notwendig ist, weinen zu können.

Paula, warum funktioniert ihr Geschäftsmodell?
Weil wir wunderbare Leute mit verschiedenen Hintergründen, die den Unterschied machen, zusammenbringen. Sie nutzen ihre Superkräfte dafür, gemeinsam die Welt zu verändern.

Was war der beste Rat, den sie je bekommen haben?
Der beste Rat war, keine Schuldzuweisungen zu machen, sich nie zu beschweren und nie zu verurteilen, weil ich selbst für mein Leben verantwortlich bin. Jemand hat mir außerdem mal gesagt, dass Gefahr zwar real ist, Angst aber nur in meinem Kopf. Ich kann ihr mit Energie und Motivation gegenübertreten und etwas verändern – seitdem habe ich nicht mehr so viel Furcht davor, falsche Entscheidungen zu treffen.

Kind und Karriere – wie passt das für sie zusammen?
Wenn man so arbeitet wie wir, stellt ein Kind kein Problem für die Arbeit dar. Mein Partner ist Anwalt, er unterstützt mich und ist Teil meines Teams. Ich habe das große Glück, jemanden in meinem Leben zu haben, der versteht, was ich erreichen will und an mich glaubt. Er sorgt dafür, dass ich fokussiert und am Boden bleibe, außerdem unterstützt er mich bei wichtigen Entscheidungen. Ich bin überzeugt, dass ein Kind in unserer Mitte eine wundervolle Kindheit haben würde. Bei keinem von uns steht Geld an erster Stelle, für uns geht es um Glück und darum, etwas zu bewegen – und was könnte in dieser Welt für mehr Glück sorgen als ein Kind?

Was wollten sie werden, als sie klein waren?
Einer meiner Träume (ich hatte so viele!) war, Geheimagentin für eine Spezialeinheit zu werden, die zwei Welten zusammenbringt. Ein bisschen Lara-Croft-mäßig.

Darf man als Geschäftsfrau weinen?
Es ist sogar notwendig: Lass die Angst raus, beschwer dich nicht, denke über eine Lösung für die Situation nach, richte die Krone und beginne damit, die Dinge in Ordnung zu bringen.
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