Piercings als Verlobungsringe? Da sage ich Nein danke statt Ja, ich will!

Foto: Megan Madden
Nach der Frage „Schatz, willst du mich heiraten?“ folgt eigentlich das Anstecken des Verlobungsringes, den der oder die Fragende in einer kleinen Schachtel mit zittrigen Händen präsentiert. Doch was passiert, wenn in der Schmuckschatulle bloß ein einzelner Brilli steckt, den sich die werdende Braut oder der baldige Bräutigam erst beim Piercer einsetzen lassen muss? Tatsächlich sind nach Tattoos als Ring-Ersatz jetzt Piercings am Ringfinger der neue Hochzeitstrend.
Die stolz auf Instagram präsentierten Dermal-Anker (auch Dermal Anchor, Microdermal Piercings oder Skinplate genannt) muss man sich vorstellen wie ein Schmuck-Mini-Implantat, das nicht durchgestochen wird. Deswegen ist auch das Infektionsrisiko höher als bei Piercings mit Stechkanal, der Sekrete abfließen lässt und so für eine weniger komplizierte Wundheilung sorgt. Schlimmster Ausgang eines Microdermal Piercings ist eine Entzündung, die das Herausnehmen des Schmucks zur Folge hat. Toll, dann hat man erst einen dicken und schmerzenden Finger und dann muss auch noch die Verlobung zumindest schmucktechnisch aufgelöst und entfernt werden. Ob der*die Partner*in dann noch einmal tief in die Tasche greifen möchte, um den einzelnen Brillianten mit einem traditionellen Ring zu ersetzen? Und was ist, wenn die Enzündung bis zur Hochzeit nicht nicht abschwillt? Schön ist das nicht und damit meine ich das Piercing genauso wie den fetten Finger…
Werbung

Unkonventionelle Verlobungsringe

Irgendwie verliert damit der Antrag auch an Tradition. Denn die Ringe des Paares als Symbol ihrer ewigen Liebe (oder eben bis zur Scheidung) stehen bereits seit der Antike für die Unendlichkeit. Aber was ist heute schon für immer? Verlobungs- und Eheringe verschwinden bei Bedarf innerhalb von wenigen Sekunden in der Handtasche und selbst Ring-Tattoos kann man sich heute mit einem schmerzhaften Laser wieder entfernen lassen. Da reiht sich ein Verlobungspiercing doch nett in diese Reihe ein…

Ein Beitrag geteilt von Beyoncé (@beyonce) am

Selbst Beyoncé singt in „Single Ladies“ darüber, dass man der Person, die man mag, einen Ring anstecken sollte („If you liked it, then you should have put a ring on it“) – von Piercing keine Rede. Also wenn ich eines gelernt habe, dann, dass man auf Beyoncé hören sollte. Wobei, sie und Ehemann Jay-Z haben selbst Pärchentattoos statt Ringen an ihren Fingern. Ach, ich verstehe gar nichts mehr, aber vor allem nicht diesen neuen Trend…
Zu diesen Artikel sagen wir „Ja”:

Mehr aus Trends

Watch

R29 Originals

Jetzt Ansehen
Fashion
Der Weg des Styles von der Subkultur auf die Weltbühne
Jetzt Ansehen
Queer Voices
Mitglieder der LGBTQIA-Community wenden sich in bewegend ehrlichen Briefen an ihr jüngeres Ich
Jetzt Ansehen
Lifestyle
5 Tage, 1 Experiment – Lifestyle-Redakteurin Lucie Fink stellt ihr Leben 5 Tage am Stück auf den Kopf!
Jetzt Ansehen
Musik
Frech und unkonventionell Musikerinnen.