Revolutionäre Erfindung könnte Millionen von Leben retten – mit einfachem Sonnenlicht

Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost.
Millionen von Menschen auf der Welt fehlt sauberes Trinkwasser. Eine Idee von Forschern der Universität Edinburgh könnte helfen, dieses Problem zu beheben - durch Sonnenlicht.
Sie haben ein System zur Wasserreinigung entwickelt, das kostengünstig sei und kaum Energie brauche. In einem ersten Schritt entfernten traditionelle Wasserfilter groben Schmutz aus verunreinigtem Wasser, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität.
In einem zweiten Schritt kommt das Herzstück des Systems zum Einsatz: Die Forscher verwenden ein Material, das durch Sonnenlicht energiereiche Partikel erzeuge. Die sorgten wiederum dafür, dass der Sauerstoff im Wasser organische Stoffe wie Bakterien zerstöre.
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"Einfach in der prallen Sonne platzieren"

"Es lenkt einfach das Sonnenlicht in Richtung all der Schmutzstoffe und Bakterien", erklärt Neil Robertson gegenüber dem Online-Portal "Fastcoexist" den Prozess. Der Chemieprofessor leitet die Forschungsarbeit.
Weil der Säuberungsvorgang durch Sonnenlicht in Gang gesetzt wird, brauche das System keinen Stromanschluss oder eine andere Energiequelle. Das sei zu schaffen, schreibt die Forscherin Aruna Ivaturi in der Pressemitteilung, "indem man einfach unsere modifizierten, solar-betriebenen Materialien in Behältern mit verunreinigtem Wasser anbringt und unter der prallen Sonne platzieren."

Jährlich sterben 600.000 Kinder in Indien durch verschmutztes Trinkwasser

Die Wissenschaftler aus Edinburgh arbeiten nun mit Forschern des Indian Institutes of Science Education and Research, um ein fünfmonatiges Pilotprojekt in Indien anzuschieben.
Eine Studie von 2013 kam zu der Einschätzung, dass 80 Prozent der Oberflächengewässer in Indien verschmutzt seien. Die größte Quelle für Verunreinigungen: Abwässer, die ungefiltert in Flüsse und Seen gelangen.
Das bedroht die Gesundheit der Menschen – und das Leben von Kindern. Verschmutztes Trinkwasser kann Durchfall oder eine Lungenentzündung auslösen. Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass dadurch jährlich 600.000 Kinder in Indien sterben würden.
Weltweit haben laut Unicef-Angaben 748 Millionen Menschen kein sicheres Trinkwasser. 90 Prozent davon leben in Asien und Afrika südlich der Sahara.

Material sei kostengünstig und einfach

Das Projekt der schottischen Forscher könnte Trinkwasser-Quellen reinigen – und so viele Leben retten.
Laut den Forschern sei die Herstellung des Materials günstig und einfach. Es wäre also eine Lösung, die vielen Menschen zugänglich sein könnte.
Die langfristige Lösung wäre, sagt Wissenschaftler Robertson gegenüber "Fastcoexist", Wasser zu reinigen, bevor es überhaupt in den Boden gelange. Dazu seien jedoch Überlegungen über Infrastruktur nötig.
Das jetzt angesetzte Projekt soll den Menschen in den ländlichen Regionen Indiens dagegen eine schnelle Hilfe anbieten.

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