Die Schatzsuche: 2 Zwillinge, 6 Outfits – und nur 4 Stunden Zeit

Bei uns ist es ein wenig so wie bei Steve Jobs: Bewährte Outfits werden täglich getragen, man sie einfach mehrfach im Kleiderschrank. Ja, so ist es. Jeden Tag das gleiche Outfit zu tragen wird aber laaangweilig, also brauchen wir dann doch neue Klamotten. Unsere Garderobe beschränkt sich fast ausschließlich auf die knallige Farbe Schwarz oder Pastellschwarz (auch Grau genannt), und auch wenn wir damit in Berlin voll im Trend liegen, so ist es einfach an der Zeit für Abwechslung. Im letzten Jahr haben wir uns mehr oder weniger freiwillig zusätzlich eine Kaufsperre auferlegt, denn wir haben uns selbstständig gemacht, auch gegründet, und hatten im verflixten ersten Jahr einfach keine Kohle und keine Zeit für ausgedehnte Shoppingtouren. Langsam fällt es auch unseren Liebsten auf, dass wir neue Klamotten brauchen und so wird Sophia seit Monaten mit den Worten geweckt, ob sie denn heute shoppen gehen möchte. Möchte sie nicht.
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Vor geraumer Zeit haben wir die magische 30 überschritten und können es auch vor uns selbst nicht mehr entschuldigen, auf Meetings noch immer mit einem Jutebeutel aufzukreuzen. Ob wir es nun wollen oder nicht, Kleidung macht viel aus und gerade im Berufsleben zählt der erste Eindruck. Wir brauchen also auch neue Klamotten für die Arbeit.
Aber wo anfangen, wenn man eigentlich von Allem etwas braucht? Nur mal eben ‘ne Hose ist schnell geshoppt, aber wir müssen uns “leider” komplett neu einkleiden, da uns unsere alten Klamotten buchstäblich vom Leibe fallen und sich unser Stoffwechsel einfach weigert, sich unserem Büroalltag anzupassen (Zitat Sophia: “Alter, da habe ich mal reingepasst?!?!?”). Schuhe, Taschen und Sonnenbrillen brauchen wir übrigens auch. Wir haben außerdem keine Zeit, uns durch 20 Geschäfte zu wühlen und wollen am liebsten in einem Store alles finden, was wir brauchen. Das Praktische ist, dass wir uns ganz ausgezeichnet beim Shoppen ergänzen, da Maria eine Spezialistin darin ist, die richtigen Teile zu finden und Sophia innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde sieht, was passt und was leider doch nicht mit darf. Wer uns kennt, weiß, dass wir aus allem eine Challenge machen müssen, wir können gar nicht anders. Also haben wir uns quasi selbst auferlegt insgesamt 6 Outfits zu finden, die einerseits aktuelle Trends widerspiegeln und uns andererseits aus der geliebten Komfortzone katapultieren. Ach ja, und weil das noch nicht reicht, hatten wir insgesamt auch nur 4 Stunden Zeit. Shopping extrem!
Als Ort unserer, nun ja, nennen wir es mal Schatzsuche, haben wir uns das SAKS OFF 5TH in Düsseldorf ausgesucht, weil wir eh in der Stadt waren, um eine Freundin zu besuchen (Valerie!!
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Maria und ihre Schätze, Foto: Maria & Sophia Giesecke
Das SAKS OFF 5TH ist eine wahre Schatzkammer, wenn man auf hochwertige Klamotten steht, denn hier bekommt ihr High-End-Marken für den schmalen Taler. Außerdem wechselt das Sortiment ständig, was eine super Ausrede dafür ist, wöchentlich dem Shop einen Besuch abzustatten. Könnte ja was Neues geben. Wie oben bemerkt, haben wir ja lange genug an unserer street credibility gearbeitet und müssen jetzt endlich mal ein bisschen mehr einen auf Posh Spice machen, weswegen wir diesen Store ausgesucht haben. Auf gefühlt 20 Etagen bekommt ihr vom Schlüppi bis zur Duftkerze alles, was ihr für ein schönes Leben so braucht. Nachdem Sophia von Maria mit roher Gewalt aus der Interior Abteilung getrieben werden musste, weil die Kissen so schön weich waren, ging es auch endlich ans Shoppen.
Hallo Kissen, ich liebe euch. Foto: Maria & Sophia Giesecke
Maria: Outfit 1 - I love the Space!
Outfit 1 strahlt brighter als alle Sterne des Universums. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Von alten Gewohnheiten kann ich mich nur schwer trennen, weswegen bei meiner Outfitwahl Schwarz immer noch treibende Kraft in Richtung Gutgefallen ist. Um das Ganze aber optisch ein wenig aufzupeppen, lässt sich der elegante Look durch flippige Accessoires und einem silbernen Anorak aus der Langeweile holen und gestattet einen Einblick in meine wilde Seele.
Dieses Outfit ist perfekt für den Übergang: Das Windbreaker-Biest lässt sich bei schönem Wetter in den Fendi Rucksack knüllen und auch bei Dämmerung ist man dank der reflektierenden Eigenschaften der Jacke gut sichtbar, was hier jedoch nur Nebensache ist. Der locker gestrickte Moschino Pulli katapultiert Herzen direkt in Richtung Sonne, sollte sich diese einmal blicken lassen, und erlaubt dank seiner semi transparenten Optik sogar tiefere Einblicke, als anfänglich erwartet, weswegen man sich trotz wärmender Wollhose auch ein wenig sexy (und frech) fühlen kann.
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Maria: Outfit 2 - Und sie rafft es doch!
Wo bitte geht’s zur Chefetage. Ich suche mein Büro. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Wer heutzutage seine Männerhemden bis oben hin zuknöpft, hat die letzten Jahre Mode eindeutig verpennt. Loose Fit wird obenrum gerade allerorts propagiert und auch gelebt und der sexy Look ploppt auf Instagram auf. Das kann ich auch, dachte ich mir, und entschied mich für ein Männerhemd mit neckischer Kleeblattstickerei, denn man will sich ja optisch abheben, is klar! Das Ganze wird dann betont locker um den Oberkörper gerafft und sorgt bei meiner Schusseligkeit auch für den einen oder anderen Busenblitzer.
Außerdem gerade ganz großes Thema: Lederröcke. Kann ich total gut verstehen, die sehen nämlich richtig gut aus und sind auch noch bequem. Dieses Exemplar ist so, wie ich es besonders gerne mag: high-waist, nicht zu kurz, A-Linie, was perfekt für eine schmale Taille und breite Hüften wie meine ist und sitzt nicht wie Wurstpelle, sondern einfach perfekt. Mir persönlich hat die Ziernaht auch sehr gut gefallen.
Die Schuhe aus Kunst-Ponyfell strecken optisch das Bein. Nicht, dass ich das nötig hätte, aber macht dann doch schon was her. Dieses Outfit hat eindeutig Steve Jobs Potential und könnte zu einem Dauerbrenner in meiner Klamottenwahl werden.
Maria: Outfit 3 - Flausch Rausch
Heimlich in der Bahn schlafen: Flausch macht’s möglich. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Alle Antennen sind hier ganz klar neben “chic” auf Gemütlichkeit eingestellt. Kunstpelz ist eine super Alternative, wenn man es flauschig mag, aber dafür eben nicht süßen Robbenbabies die Rübe einschlagen will.
Das T-Shirt mit Baguetteprint erinnert mich und alle, die mich ansehen, daran, warum ich überhaupt auf dieser Welt bin: richtig, ESSEN ist als Foodblogger ja zentrales Thema.
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Dazu habe ich einen eleganten, tannengrünen Rock kombiniert, der durch seine A-Linie und seine Plüschigkeit seinen Weg in mein Herz gekuschelt hat.
Zu Flausch passt am besten Flausch. Sowohl das Satin im Inneren der Jacke, als auch der Teddy außen lassen die Trägerin (mich) permanent selig grinsen und ich hätte das Teil am liebsten nie wieder ausgezogen.
Um meine wilde, nicht all zu anschmiegsame Seite zu betonen, habe ich mich für eine Bag von Valentino entschieden, welche durch ihre Nieten einen schönen Kontrast zum sonst flauschigen Plüsch bietet.
Versteckte Schätze. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Outfit 4 - Glitzi Blitzi Donnerstag
Shine bright like a diamond / Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Nichts gegen Jogginghosen im Büro. Ich liebe Jogginghosen im Büro! ICH BIN eine Jogginghose im Büro. Irgendwann wird es eine Jogginghose geben, die meinen Namen trägt. Manchmal darf es jedoch etwas mehr sein – oder muss.
Dieses Outfit heißt Donnerstag, denn genau da gehört es hin: Meetings, Deadlines und noch ein Lunchdate sind das typische Markenzeichen eines gemeinen Donnerstags. Am Abend gibt es oft diverse Events, welche in diesem opulenten, jedoch klassischen Ensemble stilsicher absolviert werden.
Rollen wir das Outfit von unten auf: Der stylische und bequeme Schuh lässt auch Ausschweifungen bis in den späten Abend zu. Und sind wir doch mal ehrlich: neben hübsch, muss ein Schuh vor allem bequem sein!
Der Rock ist der gleiche wie in dem Outfit mit dem Männerhemd, denn wir wollen ja auch ein wenig realistisch bleiben: ich habe keine 400 Röcke im Schrank, sondern trage ein Lieblingsteil gerne in verschiedenen Outfits. Dieser Rock ist so ein Lieblingsteil, nicht nur, weil er meine Reiterhosen kaschiert.
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Transparent geht immer und dank der Glitzerjacke kommt das ganze noch schön dezent daher. Die Jacke ist ein Statement für sich, blendet meine Neider und hüllt meine Freunde in warmes Licht.
Outfit 5 - Alles so schön bunt hier
Schwarz sind hier nur meine Gedanken – und Schuhe. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
So eine Komfortzone ist schon super, denn sie gibt mir Sicherheit und sorgt dafür, dass ich nicht völlig orientierungslos durch mein Leben stolpere. Das Blöde an so einer Komfortzone ist aber, dass man eben auch nichts Neues erlebt. Auch im Kleiderschrank gilt es, die Abwechslung nicht aus den Augen zu verlieren: Immer nur weite, schwarze Kleider sind auf Dauer auch komplett langweilig.
Mit diesem Outfit habe ich mich gleich doppelt in neue Gefilde gewagt, denn ich trage nicht nur bunt, nein, ich trage auch körperbetont! Ruft den Arzt, sie fiebert! Auch wenn es die Feministin in mir nicht zugeben will, aber ich habe Körperkomplexe und das so schlimm, dass ich meist nur ganz, ganz weite Sachen trage. Ich musste mich etwas überwinden, dieses Outfit anzuprobieren, drei Mantras aufsagen und habe ungefähr 300-mal Maria gefragt, ob das auch wirklich gut aussieht. Hier ein kleiner Tipp in Sachen Klamotten: Wenn es sich gut anfühlt, dann macht es! Und es hat sich verdammt gut angefühlt.
Die Hose strahlt in einem satten grün, eine Farbe, die mir erschreckend gut steht, saß außerdem wie angegossen und an den knalligen Pulli könnte ich mich echt gewöhnen. Öfter mal ein Statement auf der Brust tragen ist vielleicht gar keine so doofe Idee.
Besonders die Miu Miu Schuhe haben dann aber für den Verknallo-Faktor gesorgt, denn was ist bitte geiler als Lack UND Plüsch? Eben, gar nichts.
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Outfit 6 - Spießer-Hippie
Wo bitte geht’s zum Kaffeekränzchen? Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Kleidchen sind der Stoff, aus dem meine Träume sind. Kleidchen sind Leben, ich liebe Kleidchen, ich möchte in einem Kleidchen heiraten, meine Kinder gebären und sterben. Was ich bisher gar nicht mal so gut fand: Blümchenkleidchen. Dann entdeckte ich diesen frechen Racker und musste es unbedingt anprobieren. Erst einmal ohne Gürtel, denn luftig ist duftig und so fühle ich mich eben wohl. Während ich, beflügelt von so viel Luftigkeit, durch die Garderobe tänzelte, überlegte ich ernsthaft, ab jetzt nur noch Blümchenkleider zu tragen. Das Ding ist nämlich, dass ich Hosen gar nicht mal so gut finde, überall kneift und zwickt es und Jeans passen mir ja eh nie, weil wenn eine an den Hüften passt, ist sie am Bauch viel zu groß. Es ist eine Krux!
Um das Outfit aber etwas toller zu machen, suchte ich mir ein Paar Schuhe aus, das mich sehr an diese Gucci Schuhe erinnerte, die gerade alle tragen. Als waschechte Hipsterbraut behalte ich meine Socken natürlich an! Immer! Der Gürtel besteht aus einzelnen Lederriemen und haben das artige Blumenmädchen Outfit etwas mehr in Richtung unartiges Blumenmädchen gerückt. Was mir persönlich sehr gut gefällt.
Taschen!!!!
Die “Qual” der Wahl, Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Jutebeutel sind praktisch, geduldig, oft lustig bedruckt und bescheiden. Irgendwann juckt es dann doch mal in den Fingern und wir können uns der magnetischen Anziehungskraft wirklicher Designerstücke zum Umhängen nicht entziehen. Bisher hielten wir es mit unseren Taschen wie mit unseren Klamotten: Hauptsache unauffällig in schwarz oder – wenn wir mal einen ganz verrückten Tag haben – braun. Das darf aber nicht so bleiben, also begaben wir uns ganz gezielt auf die Suche nach farbenfrohen Taschen. Maria verliebte sich ganz doll schlimm in eine hellblaue Tasche von Fendi und Sophia in das Nietendings in Rot von Valentino und in den kleinen roten Rucksack von Fendi. Fendi scheint irgendwie unser Ding zu sein.
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Ja, wir dich auch! Foto: Maria & Sophia Giesecke
Sonnenbrillen!!!!
You can’t sit with us but you can buy our Sonnenbrillen! Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Wir haben einen Sonnenbrillentick. Das heißt nicht unbedingt, dass wir ganz viele davon in einem eigens dafür in die Wand eingelassenen Regal zuhause haben, sondern lediglich, dass wir auf hochwertige Sonnenbrillen stehen. Da wir die lichtempfindlichen Äuglein unserer Frau Mutter geerbt haben, tragen wir fast immer Sonnenbrille. Die Sonnenbrille zuhause zu vergessen, ist in etwa ebenso schlimm, wie das Portemonnaie zu vergessen oder den Hund. Im SAKS OFF 5TH gibt es viele gute Sonnenbrillen. So viele, dass unsere Augen auch ohne direkte Sonneneinstrahlung angefangen haben, zu tränen. Maria blieb kurz an einem Modell von Gucci (Oder um es mit ihren Worten zu sagen: Versace Versace Versace) hängen, landete dann aber doch, wie Sophia, bei Céline.
Keine Versace Brille. Foto: Maria & Sophia Giesecke
SCHUHE!!!
Sprechen Sie Prada? Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Neben dem Sonnenbrillentick haben wir außerdem einen ziemlich ausgeprägten Schuhtick. Und ja, dafür haben wir ein Regal im Flur stehen. Und im Kleiderschrank gibt es auch noch welche. Also Regale. Für Schuhe. Dass wir trotzdem immer nur die gleichen Schuhe tragen, müssen wir an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnen. Im SAKS OFF 5TH haben wir uns nicht nur in die lackierten Miu Miu Botten verguckt, sondern auch in die wohl geilsten Sneaker ever. Obwohl, kann man bei Schuhen von Prada noch von Sneakern sprechen? Die Treter waren mit Diamanten (wir bleiben bei der Version, dass es Diamanten waren, also nehmt uns diese Illusion bitte nicht) so groß wie Findlinge bestickt und glitzerten keck vor sich hin. Sophia wollte sie haben! #MeinSchatz
Jetzt auch im Sommer: Dr. Martens Fotos: Maria & Sophia Giesecke
Maria ist nicht so für daumendicke Diamanten zu haben, also entschied sie sich für Sommerschuhe von Dr. Martens. Wir tragen die Marke seit Jahren. Wir lieben und verehren sie und deswegen mussten diese Schmuckstücke in unseren Einkaufskorb wandern.
Nach nur 3 Stunden Schatzsuche hatten wir also 6 Outfits, 2 extra Paar Schuhe, zwei Taschen und zwei Sonnenbrillen erbeutet. Alles von feinster Qualität, alles Sachen, die wir normalerweise nicht gefunden hätten, weil wir uns einfach nicht in einschlägigen Boutiquen rumtreiben. Blöd nur, dass wir beide unsere Portemonnaies vergessen hatten und darum mit leeren Händen von Düsseldorf nach Berlin zurückfahren mussten. Müssen wir noch einmal hin!
War trotzdem lustig. Bye. Fotos: Maria & Sophia Giesecke
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