Diese Fotos zeigen, wie Schwesternliebe aussieht

„Du kannst der Welt etwas vormachen, aber nicht deiner Schwester“, sagt die kanadische Autorin Charlotte Gray. Das stimmt: Selbst die kleinste Unwahrheit, die du dir und der Welt über dich selbst erzählst, wird von deiner Schwester sofort als solche registriert, weil sie wahrscheinlich die einzige Person ist, die dich besser kennt – und es darum auch besser weiß.
Die vergangenen Monate ist die Fotografin Lauren Maccabee durch England gereist, um für Refinery29 wunderschöne Portraits von Schwestern aufzunehmen. Die Beobachtungen, die sie übereinander in den unten stehenden Interviews anstellen, zählen zu den Dingen, für die es rund zwanzig Jahre braucht, sie zu lernen.
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Insiderwitze, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben, bis zu dem Punkt, wo es nur noch einen Blick braucht; ausgeprägte Beschützerinstinkte; und die tiefe Bewunderung, die man hat, wenn man jemanden in jede Lebensphase hinein- und mit Bravour wieder hinausgehen sieht. Stell dich darauf ein, dass du sehr dankbar für deine Schwesterneinheit sein wirst.

Lydia (links), 29 und Millie (rechts), 25

Woher kommt ihr? Aus einem kleinen Dorf namens Usk im Süden von Wales. Was macht ihr beruflich? Lydia: Ich bin Creative Director bei Refinery29 in New York. Millie: Ich bin Doktorandin der Bioinformatik und Krebsforschung am UCL – und gerade in meinem Abschlussjahr. Beschreibe deine Schwester in fünf Worten… Lydia: Einfühlsam. Genial. Zerbrechlich. Saukomisch. AUGENBRAUEN! Millie: Ehrlich. Fleißig. Fürsorglich. Witzig. Perfektionistin. Was ist das Großartigste an deiner Schwester? Lydia: Mir kommt es vor, als hätte ich mich mein Leben lang viel zu sehr damit beschäftigt, mich um die Meinung anderer zu scheren. Mir fiel es immer schwer, eine Haltung hinter meinen Überzeugungen zu finden, die nicht von Dritten rückversichert wurde. Ich wollte immer ein guter Mensch sein, ganz unbedingt, aber sie ist es einfach. Sie ist das purste Wesen auf dem Planeten. Sie sieht kein Geld und keine Fassaden, sie betrachtet die Leute nicht durch die Brille gesellschaftlicher Vorurteile, ist ungetrübt von irgendwelchen Erfolgsmaßstäben. Sie sieht eine Person einfach als eine Person, mit völlig unvoreingenommener Klarheit. Weder trägt sie vor sich her, wer sie ist, noch spielt sie eine Rolle oder ist irgendwie berechnend. Trost von ihr ist so aufrichtig, dass ein Anruf dich den Tag aufrecht überstehen lässt. Ihr perfekter Schmollmund und die Art, wie sie in Menschenmengen herumsitzt, weil sie sich unbehaglich fühlt. Die Art, wie sie ganz bescheiden sagt, dass sie studiert, wenn jemand fragt, was sie beruflich macht, obwohl sie gerade dabei ist, ihren Doktor in Krebsforschung zu machen. Die Entscheidung hat sie gefällt, als sie sah, wie unsere Mutter sich nach ihrer Krankheit regenerierte, was mich unglaublich mit Stolz erfüllt. Und doch, wenn meine Schwester linkisch den Raum betritt, sieht jeder hin, weil sie gar keine Ahnung hat, wie ungemein schön sie ist. Millie: Die Frage ist hart, da es so viele Arten von Schönheit gibt, die sie täglich verkörpert. Die, die bei mir am meisten Widerhall finden, sind ihre Selbstlosigkeit und ihre Fürsorge für die, die sie liebt. Selbst dann, wenn ihre Fürsorge sich in unverblümten Bedenken zeigt, weiß ich tief im Innern, dass das so ist, weil ihr etwas an mir liegt und sie nur das Beste für mich will. Sie würde alles tun, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen.
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Was macht sie aus? Lydia: Sie hört a-Ha und tanzt überwiegend mit ihren Knien, sie liest Quellcodes zum Spaß, sie hat einen Instagram-Account, der ihren hässlichen Füßen gewidmet ist. Ein Kerl hat sie mal nach ihrer Nummer gefragt und sie antwortete: „Wieso? Musst du mich etwa anrufen?” Sie hat einen Blog über die Korrelation zwischen dem Leben mit Asperger-Syndrom und Wissenschaftssystemen, sie schreit unverschämte Menschen auf der Straße an, sie hat die schmutzigste Lache, die du je gehört hast. Ich wünschte, ich könnte solch ein Original sein wie sie. Ich bin einfach nur Lippenstift und Zuschnitt. Millie: Viele Leute benutzen Mode und Make-up wie eine Maske – sie verstecken, wer sie wirklich sind. Lydia ist das genaue Gegenteil. Sie nutzt die Dinge, um ihre Persönlichkeit zu feiern: kreativ, durchdacht, einzigartig, authentisch, verwegen, selbstbewusst. Lydia ist äußerlich und innerlich kreativ, ihre Vision von Arbeit und ihr Lebensentwurf verlaufen parallel. Es macht mich so glücklich, dass es da draußen eine Person wie meine Schwester gibt. Sie ist eine echte Optimistin, selbst wenn sie selbstkritisch ist, macht sie jeden Tag zu einer Feier. Was habt ihr gemeinsam? Lydia: Ich bin empfindlich und durchsetzungsfähig, sie ist sanftmütig und durchsetzungsfähig. Ich nehme an, wir haben die gleichen Überzeugungen, an denen wir uns orientieren, aber wir verkörpern sie unterschiedlich. Wir lieben es, Zeit für uns selbst zu haben. Man könnte sagen, dass wir beide gesellige Introvertierte sind, die es mögen, alleine zu sein. Wir trinken nicht, sind beide sehr auf unsere Karriere fokussiert und darauf, etwas Positives zur Welt beizutragen. Wir sind ausgesprochene Familienmenschen. Millie: Abgesehen von unserem schwarzen Humor haben wir beide eine Schwäche für Ho Fun, ein sämiges Reisnudelgericht aus China. Dann wäre da noch unser Familiensinn und unser ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl, ohne das keine von uns leben kann. Wir haben schon immer ein Team gebildet.
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Emily (links), 24 und Katy (rechts), 26

Woher kommt ihr? Aus dem Norden Londons. Was macht ihr beruflich? Emily: Ich mache eine ganze Reihe von Dingen, aber im Moment sind es vor allem Stickereien. Katy: Ich arbeite mit psychisch Kranken als Klinikhelferin für Menschen in akuten Krisen. Beschreibe deine Schwester in fünf Worten… Emily: Freundlich, witzig, beschützend, vernünftig, mitfühlend. Katy: Mein Lieblingsmensch auf der Welt. Was ist das Großartigste an ihr? Emily: Ihre Augen wechseln abhängig vom Wetter ihre Farbe. Katy: Ems Lache ist vermutlich das Geräusch, das ich am liebsten höre. Was macht sie aus? Emily: Ihr Sinn für Humor, er ist auf eine sehr gute Weise eigenartig. Katy: Ich bin voreingenommen, aber ich denke, ihr Sinn für Humor ist brilliant. Sie ist flink und ihr Witz ist trocken. Was habt ihr gemeinsam? Emily: Wir brauchen nichts zu sagen, um uns gegenseitig zum Lachen zu bringen, oder um zu wissen, was die andere denkt. Katy: Die Leute sagen, dass wir uns sehr ähnlich seien. Wir haben viele Insiderwitze und können auf eine Art und Weise miteinander reden, auf die ich es sonst mit niemandem kann. Worin unterscheidet ihr euch… Emily: Katy ist verantwortungsbewusster und wirklich für alle da, ich bin wohl mehr auf mich selbst fokussiert, wenn ich ehrlich bin… Katy: Definitiv unser Temperament. Emily ist offenherziger mit ihrer Wut, und ich neige dazu, sie in mich hineinzufressen. Ich denke, sie ist auch gelassener, als ich es bin.
Welche Eigenschaft bewunderst du am meisten an deiner Schwester? Emily: Ihr Mitgefühl. Katy: Sie ist entschlossener als jeder andere Mensch, den ich kenne. Sie schätzt sich selbst nicht genügend wert, was teils, denke ich, daran liegt, dass sie bescheiden ist, aber auch an ihren Selbstzweifeln. Sie ist unglaublich kreativ und sehr bedacht. Wenn du etwas von ihr stehlen könntest (Kleidung, Persönlichkeitsmerkmale, Gesichtszüge), was wäre es? Emily: Ihre Zielstrebigkeit und ihre Stärke. Katy: Ich denke tatsächlich viel von ihrem Lebensstil. Ich liebe meinen Job, aber ich beneide ihre Freizeit und die kreativen Aspekte ihrer Arbeit, an denen sie selbst, glaube ich, nicht immer so großen Spaß hat (sie arbeitet ziemlich hart). Aber kreativ zu sein, ist definitiv etwas, das ich mir auch für mein Leben wünschte. Außerdem ihre Fähigkeit, sich mit Fremden zu unterhalten. Wie hat sich der Stil deiner Schwester mit dem Erwachsenwerden verändert? Emily: Ich würde sagen, sie kleidet sich wie eine Person, die weiß, wer sie ist. Katy: Emily hat ihren Stil schon immer gekannt. Was wünschst du dir, was deine Schwester über sich selbst wissen sollte? Emily: Ich wünschte mir, dass sie wüsste, wie sehr ich sie bewundere – und es schon immer getan habe. Katy: Wie sehr ich sie liebe, und die Tatsache, dass sie mich am Leben hält.
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Meneesha (links), 30, Aneaka (mittig), 32 und Monique (rechts), 24

Woher kommt ihr? Southall, London. Was macht ihr beruflich? Meneesha: Kuratorin. Aneaka: Ich arbeite für Carbon Co-op, ein Kooperative, die den Bürgern von Manchester dabei hilft, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, indem sie die Energieeffizienz ihrer Wohnungen verbessert. Monique: Ich habe gerade meinen Abschluss in Kunstgeschichte gemacht und eine kleine Umzugsfirma gegründet. Was ist das Großartigste an deinen Schwestern? Meneesha: Aneakas Werte und Moralvorstellungen und Moniques Fähigkeit, dass sie jeden in nur fünf Sekunden dazu bringen kann, sie zu lieben. Monique: Dass sie das Glück haben, so auszusehen wie ich! Was habt ihr gemeinsam? Meneesha: Unsere Liebe füreinander und unsere Familie. Wir wissen alle, eine gute Party zu schätzen, und sind immer die letzten auf der Tanzfläche! Aneaka: Meneesha und ich haben beide weiße Ehemänner, wir lieben es, zu tanzen, mögen Samosa von Shahenshah, dem besten Samosa-Shop der Welt, und wir lieben es, mit dem Rad zu fahren. Monique und ich wollen beide Prinzessin Mononoke sein, wir zeigen gern unsere Stärke, sind Romantikerinnen, wobei es mir allerdings nicht so leicht fällt, das zuzugeben. Monique: Wir haben eine ganze Menge gemeinsam. Weil ich die Jüngste bin, haben sie meinen Geschmack entscheidend beeinflusst. Zum Beispiel geht meine Liebe für David Bowie auf den Film Die Reise ins Labyrinth zurück, den ich das erste Mal mit Aneaka gesehen habe, als ich gut sieben Jahre alt war. Danach war ich so am Boden zerstört, dass ich mich nicht mehr an den Filmtitel erinnern konnte, bis ich den Film mit gut 13 Jahren erneut mit Meneesha geschaut habe.
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Was macht sie aus? Meneesha: Aneaka ist zu 100 Prozent sie selbst und unabhängig, aber sie opfert sich für andere Menschen auf. Monique geht vieles am Arsch vorbei, aber dennoch ist sie die mutigste und liebevollste Person überhaupt. Worüber habt ihr euch gestritten, als ihr klein wart? Meneesha: Aneaka und ich haben uns über alles gestritten. Ich war sehr neidisch auf sie, als ich aufwuchs. Monique und ich haben darüber gestritten, dass sie ihr Essen nicht gegessen hat. Worin unterscheidet ihr euch… Monique: Während wir uns alle ziemlich ähneln, schätzt keine der beiden Menstruationsdramen genügend wert! Wie haben sie sich mit dem Erwachsenwerden verändert? Aneaka: Meneesha hat sich sehr verändert. Während der Schulzeit hatte sie viele Schwierigkeiten, aber heute ist sie unglaublich erfolgreich, hat einen liebevollen Partner, der in sie vernarrt ist, und eine tolle Wohnung. Ich bin wirklich stolz auf sie. Monique war schon immer mutig und einzigartig. Sie hat sich ihren eigenen Weg durchs Leben gebahnt und ist nicht der Menge gefolgt. Gewissermaßen denke ich, dass sie sich nicht groß verändert hat, dennoch haben sich ihre 'Monique-ologe' immens reduziert! Monique: Sie sind beide definitiv weniger nervig geworden.
Was wünschst du dir, was deine Schwestern über sich selbst wissen sollten? Meneesha: Ich denke, dass sie beide sehr selbstbewusst sind, was eines der Dinge ist, die ich an ihnen liebe. Aneaka sollte endlich erkennen, wie wunderschön sie ist. Sie war so nervös wegen dieses Shootings und ich bin so glücklich, dass sie sich fallen lassen konnte und es am Ende sogar genossen hat. Monique könnte es vertragen, ein bisschen egoistischer zu sein, um darüber nachzudenken, was für sie selbst am besten ist – und nicht für andere. Aneaka: Monique macht sich manchmal Sorgen darüber, was sie mit ihrem Leben macht, dass sie nicht den konventionellen Weg geht. Sie realisiert allerdings nicht, dass sie mutig mit den Traditionen gebrochen hat und sich immer treu geblieben ist, und im Ernst, das ist alles, was sie tun muss, mehr nicht. Misha und ich sind auf dieselbe Schule gegangen und entwickelten einen „Ich bin nicht gut genug, ich muss härter (an mir) arbeiten”-Komplex. Ich denke, wir sollten beide über uns wissen, dass wir gut genug sind – wir sind sogar super gut und das müssen wir niemandem beweisen.
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Katia (links), 23 und Claudia (rechts), 23

Woher kommt ihr? Wir sind im Norden Londons geboren, sind aber zur einen Hälfte italienisch und zur anderen portugiesisch. Beschreibe deine Schwester in fünf Worten… Claudia: Kreativ, entschlossen, clever, witzig, inspirierend. Katia: Fürsorglich, liebevoll, mitfühlend, rational und süß. Was ist das Großartigste an deiner Schwester? Claudia: Sie arbeitet wirklich hart, sie macht sich immer so gut in allem, worauf sie sich konzentriert. Katia: Das Tollste an meiner Schwester ist, dass sie immer auf mich aufpassen wird. Was macht sie aus? Claudia: Ich denke Katia ist eine sehr offene Person, insbesondere mit ihren Emotionen. Sie trägt ihr Herz wirklich auf der Zunge. Katia: Sie ist von Natur aus originell. Was habt ihr gemeinsam? Claudia: Wir haben praktisch denselben Freundeskreis, dieselben Qualifikationen, einen ähnlichen Sinn für Humor, sehr ähnliche Interessen, da wir beide kreative Menschen sind. Wir haben beide Grafikdesign in Brighton studiert und sind gerade dabei, im Bereich Art Direction Fuß zu fassen. Katia: Wir teilen eine Menge Interessen wie zum Beispiel Mode, Kunst, Musik und Sport. Wir sind große Fußballfans. Wenn wir uns zum Ausgehen fertig gemacht haben, kommen wir manchmal aus unseren Zimmern, um dann festzustellen, dass wir ähnliche Outfits tragen. Dann diskutieren wir darüber, wer von uns beiden sein Outfit nochmal ändern muss. Worin unterscheidet ihr euch… Claudia: Trotz ähnlicher Interessen und Lebensziele, haben wir ganz unterschiedliche Charaktere. Katia kann dominanter sein und ist eher extrovertiert, wohingegen ich ruhiger bin, aber auf eine lässige und entspannte Art und Weise. Katia: Ein sehr wichtiger Unterschied ist, dass ich Liverpool-Fan bin und sie Arsenal unterstützt.
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Welche Eigenschaft bewunderst du am meisten an deiner Schwester? Claudia: Wie lustig sie ist. Meine Schwester hat wahnsinnig viel Humor und bringt mich ständig derart zum Lachen, dass ich Seitenstiche davon bekomme. Katia: Ich habe schon immer die Tatsache bewundert, dass es ihr fast immer vollkommen egal ist, was andere Leute von ihr halten. Wie hat sie sich mit dem Erwachsenwerden verändert? Claudia: Veränderungen habe ich bei meiner Schwester erst wahrgenommen, als sie zum Studieren von zu Hause weggezogen ist. Ich merke, wie unabhängig sie geworden ist und wie proaktiv sie sein kann, was auch mich motiviert. Was wünschst du dir, was deine Schwester über sich selbst wissen sollte? Claudia: Obwohl meine Schwester eher wie eine Extrovertierte wirken kann, hat sie manchmal nicht allzu viel Selbstvertrauen in ihre äußere Erscheinung und kann sehr selbstkritisch sein, was ihr Aussehen betrifft. Sie realisiert nicht, wie schön sie ist, und dass es keine Perfektion gibt! Katia: Ich wünschte, meine Schwester hätte mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Sie weiß nicht, wie talentiert sie ist.

Saesha (links), 21 und Ruby (rechts), 17

Woher kommt ihr? Manchester. Was macht ihr beruflich? Saesha: Ich bin frisch gebackene Fotografin, darum mache ich mit meinen Fotoprojekten weiter und arbeite nebenbei noch in einem Café. Ruby: Ich mache gerade mein Abitur und habe einen Teilzeitjob als stellvertretende Küchenchefin in einem Restaurant. Was ist das Großartigste an deiner Schwester? Saesha: Die Art und Weise, wie ihre atemberaubende Persönlichkeit zu ihrem Äußeren passt. Ruby: Sie schafft es einfach immer, mich aufzuheitern. Was macht sie aus? Saesha: Die Art und Weise, wie sie vor der Kamera agieren kann. Sie kann das wie sonst niemand, den ich fotografiert habe. Das kommt wahrscheinlich von der jahrelangen Übung, weil ich sie ja schon von klein auf fotografiere. Und natürlich ihr fuchsrotes Haar! Ruby: Ihre ständig wechselnden Frisuren und Haarfarben. Worin unterscheidet ihr euch… Saesha: Sie ist ein geselligerer Mensch, als ich es bin, und auch emotional viel belastbarer. Ruby: Sie macht Dinge gerne erst auf den letzten Drücker. Wenn man bedenkt, dass sie meine große Schwester ist, bin ich eigentlich die erwachsenere von uns beiden. Welche Eigenschaft bewunderst du am meisten an deiner Schwester? Saesha: Ihre Gutherzigkeit. Ruby: Ihre Fähigkeit, einen Stift in die Hand zu nehmen und einfach drauf los zu kritzeln – und dass dann auch wirklich etwas Gutes dabei herauskommt.
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Wenn du etwas von ihr stehlen könntest (Kleidung, Persönlichkeitsmerkmale, Gesichtszüge), was wäre es? Saesha: Alles. Ich wünschte, ich wäre sie! Ruby: Ihre Wimpern, die sind so lang! Wie hat sie sich mit dem Erwachsenwerden verändert? Saesha: Sie ist zu einer wunderschönen jungen Frau gereift, und ich bin so stolz auf sie. Was wünschst du dir, was deine Schwester über sich selbst wissen sollte? Saesha: Ich wünschte, sie wüsste, wie viel sie mir bedeutet – und auch wie sehr sie mir durch die letzten Jahre hindurch geholfen hat. Ruby: Das sie zu so vielen Dingen fähig ist und die Welt (und noch viel mehr) verdient.

Florence (links), 22 und Matilda (rechts), 25

Woher kommt ihr? London. Was macht ihr beruflich? Flo: Ich studiere Vollzeit Arabisch und Französisch an der University of Leeds. Tilda: Ich bin Fotografin, kaufe und verkaufe online Vintage-Kleidung und gebe Nachhilfeunterricht in Französisch. Beschreibe deine Schwester in fünf Worten… Flo: Lustig, kraftvoll, talentiert, unterstützend, warm. Tilda: Mutig, gutherzig, leidenschaftlich, witzig, stark. Was ist das Großartigste an ihr? Flo: Sie kann so selbstlos sein. Wenn ich gestresst und hilflos bin und wichtige Dinge auf die lange Bank schiebe, schafft sie es immer, mich zurück auf Spur zu bringen. Die unglaublichsten Augen hat sie auch. Tilda: Sie ist so erwachsen. Ich vergesse das manchmal. Sie ist so gut im Loslassen von Dingen und wählt sich die Schlachten, in die sie ziehen will, klug aus. Sie schafft es immer, das Beste in einer Person oder einem Problem zu sehen. Es ist etwas, das mir wirklich schwer fällt, darum ist sie ein positiver Einfluss. Was habt ihr gemeinsam? Flo: Wir sind beide dazu in der Lage, den anderen auf eine Art zu beeinflussen, wie es sonst niemand könnte. Wir beide beschäftigen von uns intensiv mit Feminismus und Frauenrechten, denken über unseren Platz in der Gesellschaft nach und über den Druck, der auf uns als Frauen ausgeübt wird. Wir rasieren uns nicht; ich habe vor vier Jahren mit dem Rasieren aufgehört und Tilda hat es anschließend auch bleiben lassen. Tilda: Wir sind uns mit dem Alter immer ähnlicher geworden, wir finden beide dieselben Sachen ärgerlich, zum Beispiel Menschen, die schlecht über andere Menschen reden, oder wie die Gesellschaft uns Frauen diktiert, wie wir uns benehmen sollten. Wir haben einen ziemlich identischen Sinn für Humor. Unsere Mama ist auch super albern, weswegen wir zu Hause total spackig aufgewachsen sind, und ich den Großteil der Zeit, die wir gemeinsam verbringen, hysterische Lachanfälle habe.
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Welche Eigenschaft bewunderst du am meisten an deiner Schwester? Flo: Ich bewundere Matildas Fähigkeit, mit jedem zurechtzukommen. Sie war schon immer dazu in der Lage, mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen, eine Sache, mit der ich manchmal zu kämpfen habe. Ich liebe es, wie offen und freundlich sie ist, wenn sie Leute fotografiert. Auch hat sie eine tolle moralische Richtschnur. Matilda: Florence ist eine wirklich kraftvolle Person, und in den letzten zwei Jahren, da hat sie sich so sehr ins Zeug gelegt. Freiwilligenarbeit bei einer Frauenorganisation in Ghana, Studium an der University of Leeds und dann auch noch Arabisch, obwohl sie weder das Alphabet kannte noch wusste, wie man jemandem guten Tag sagt. Und nun lebt und studiert sie mit drei Freunden in Marokko. Ich bewundere ihren Mut, sich unangenehmen Situationen zu stellen. Wenn du etwas von ihr stehlen könntest, was wäre es? Flo: Tilda hat mit den Jahren eine Vielzahl an körperlichen Problemen entwickelt, Probleme, die ich nicht habe. Wenn ich mir etwas von ihr stehlen könnte, würde ich mich definitiv für eine ihrer gesundheitliche Probleme entscheiden. Wenn ich nur etwas von dem Gewicht für sie tragen könnte, könnten wir uns darüber verbinden, aber nach dem Stand der Dinge, muss Tilda mit den Sachen alleine zurechtkommen – und dafür bewundere ich sie sehr. Tilda: Ihr unverfrorenes Vertrauen in ihren Körper. Florence hat vor über vier Jahren aufgehört, sich zu rasieren, und sie steht dazu. Ich habe mich seit mehr als zwei Jahren nicht mehr rasiert, aber ich fühle mich im Alltag mit Körperbehaarung in der Öffentlichkeit immer noch nicht so richtig wohl. Ich bin mit Florence in brechend vollen Zügen gewesen und habe bemerkt, wie die Leute sie anstarrten, als sie sich an dem Geländer über ihrem Kopf festhielt; und es war ihr vollkommen egal. Ich bin bald auch an diesem Punkt, und je mehr Zeit ich mit ihr verbringe, desto weniger schert es mich.
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Maya, 22, Alex, 16, Vic, 16, Josie, 19 (von links nach rechts)

Woher kommt ihr? Papa ist chinesisch, aus Hong Kong, Mama ist britisch. Wir leben südlich der Themse. Was macht ihr beruflich? Maya: Freie Haar- und Maskenbildnerin. Josie: Ich studiere Musik an der Uni. Alex: Ich bin in der Oberstufe. Vic: Ich bin auch in der Oberstufe. Beschreibe deine Schwestern in fünf Worten… Maya: Urkomisch, stark, liebevoll, schön, unberechenbar. Josie: Komisch, schön, laut, amüsant, dramatisch. Alex: Launisch, anspruchsvoll, lustig, beliebt, aufgeschlossen. Vic: Zu gesegnet, um gestresst zu sein. Was ist das Großartigste an ihnen? Maya: Ihre Haare und ihre Augen. Josie: Haare und Augen. Alex: Liebe und Unterstützung. Vic: Augen und Zahnschmuck. Was habt ihr gemeinsam? Alex: Was auch immer wir tragen, wir sehen gut aus. Vic: Unsere Schwesternringe und Halsketten. Worin unterscheidet ihr euch… Maya: Ich würde sagen, wir habe alle unseren individuellen Kleidungsstil, welcher manchmal in den anderen übergeht. Auch wenn wir eng miteinander sind, haben wir alle unsere eigene Persönlichkeit. Josie: Wir ziehen Aufmerksamkeit auf uns, wenn wir zusammen als Familie ausgehen.
Wenn du etwas von deinen Schwestern stehlen könntest (Kleidung, Persönlichkeitsmerkmale, Gesichtszüge), was wäre es? Maya: Ich würde Josies permanente Geschäftigkeit stibitzen, sie ist nämlich immer unterwegs, auch ihr Auge für tolle Kleidungsstücke aus Second-Hand-Läden. Dann die Kieferpartie von Alex und ihre Entschlossenheit, zum Sport zu gehen, und die witzigen Einzeiler von Vic. Josie: Ich würde Mayas Sommersprossen stehlen, den grauen, flauschigen Mantel von Alex und ihren Hintern. Alex: Ich würde Mayas Kleidung stehlen, Josies Stimme, Vics Ukulele und Klavierkünste. Vic: Ich würde Mayas schlanke Beine klauen, Josies reine Haut am Brustkorb und Rücken und den definierten Bauch und Po von Alex. Wie hat sich der Stil deiner Schwestern mit dem Erwachsenwerden verändert? Alex: Maya hat den Zahnschmuck wieder modern gemacht, Josie, die früher nie ihre Haare schneiden lassen wollte, hat jetzt die kürzesten Haare von uns allen. Vic und ich sind Zwillinge, Mama hat uns als Babys nie in dieselben Klamotten gesteckt, jetzt tendieren wir aber dazu, uns sehr ähnlich zu kleiden. Vic: Maya hat sich die Haare schneiden lassen und kleidet sich jetzt ihrem Alter entsprechend, aber besser. Josie ist furchtlos, was ihre Kleidung angeht. Alex und ich sind dafür nur noch unruhiger geworden. Wie haben sich deine Schwestern ansonsten verändert? Maya: Josie ist jetzt so viel selbstbewusster geworden, und es ist so großartig zu sehen, wie sie das macht, was sie machen will, und auch die ist, die sie sein will. Die Leute lieben sie so, wie sie ist. Ich vergesse immer, dass die Zwillinge jetzt junge Erwachsene sind. Die Tatsache, dass sie dieses Jahr 17 wurden, ist verrückt. Ich halte sie immer noch für zwölf. Aber sie sind zu hübschen jungen Frauen herangereift. Wir kommen alle ziemlich nah an unsere Erwachsenenjahre heran. Ich bin stolz, diese drei Ladys meine Schwestern nennen zu dürfen.
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Hannah (links), 17 und Fran (rechts), 21

Wo kommt ihr her? Manchester. Was macht ihr beruflich? Momentan sind wir beide Studentinnen (am College und an der Uni), studieren Medien und Mode – und arbeiten dazu noch Teilzeit im Einzelhandel. Beschreibe deine Schwester in fünf Worten… Fran: Emotional, mitfühlend, ehrlich (auch wenn ich nicht will, dass sie es ist), reizend, Zweitmama (obwohl sie die jüngere von uns beiden ist). Hannah: Chaotisch, beschützend, loyal, ungezwungen, zielstrebig. Was ist das Großartigste an ihr? Fran: Sie ist die freundlichste Seele, die du je treffen wirst. Es sind dabei vor allem die kleinen Dinge: wie mir einen Kaffee zu brühen und schweigend mit mir zusammen dazusitzen, einfach weil sie weiß, dass ich sie bei mir brauche. Hannah: Auch wenn sie manchmal überfürsorglich sein kann, weiß ich, dass sie – egal, was ich tue oder sage, ob ich richtig oder falsch liege – immer zu mir stehen wird. Was macht sie aus? Fran: Ihr Mitgefühl, auch wenn sie jünger ist als ich, kann sie wahrnehmen, wie ich über etwas denke. Hannah: Sie hat diese eigenartige Fähigkeit, die Dinge über ihren Kopf hinweggehen zu lassen. Sie hängt Emotionen nicht allzu lang nach und macht einfach irgendwie weiter.
Worin unterscheidet ihr euch… Fran: Die Art und Weise, wie wir emotional mit Dingen umgehen, ist jetzt, wo wir älter sind, ziemlich verschieden. Hannah mag es, über Sachen zu reden, ich hingegen bevorzuge es, mir über die Dinge selbst Klarheit zu verschaffen, ohne sie tatsächlich laut auszusprechen. Sie macht Ketchup auf ihre Pizza, was wirklich eklig ist, und sie mag keine Oliven, was ich auch sonderbar finde. Welche Eigenschaft bewunderst du am meisten an deiner Schwester? Fran: Ihre Fähigkeit, Krisen zu bewältigen. Und sie kann sich unglaublich lang auf eine Sache konzentrieren. Das ist eine Fähigkeit, die ich mir wirklich wünschte. Hannah: Die Tatsache, dass sie wirklich einen Scheiß darauf gibt, was irgendjemand denkt. Sie schätzt nur die Meinungen ihres engsten Kreises so richtig.
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Wenn du etwas von deiner Schwester stehlen könntest, was wäre es? Fran: Wenn ich ihr ganzes Gesicht haben könnte, würde ich es gerne nehmen. Hannah: Wie unberührt sie von den Dingen ist – und wahrscheinlich all ihre Schuhe. Was wünschst du dir, was deine Schwester über sich selbst wissen sollte? Fran: Ich wünschte, sie wüsste, wie wunderbar und intelligent sie ist, und dass sie sich selbst niemals in Frage stellen bräuchte, denn alles, was sie tut, kommt mit den nettesten Absichten daher. Hannah: Dass sie ganz genau das Richtige macht, wenn sie einer Karriere im Modebereich folgt – und dass sie damit sehr weit kommen wird, trotz dessen, was andere ihr sagen.

Phoebe (links), 24, Grace, 18 und Dorothy, 18

Wo kommt ihr her? Über Wales nach London. Was macht ihr beruflich? Phoebe: Musik! Ich trete auf, oft zusammen mit meinen beiden Schwestern Grace und Dorothy, als ‚Phoebe Coco’. Ich komponiere dazu noch Musik für Bild und Performance – mit meiner Stimme, dem Klavier und einem Haufen eklektischer Instrumente. Grace: Ich gehe demnächst an die Uni, ich werde Geografie studieren! Später würde ich liebend gerne in Klima- und Umweltpolitik involviert sein. Dorothy: Ich studiere Anglistik an der Universität.Was macht deine Schwestern aus? Phoebe: Ich habe noch nie jemanden wie sie getroffen. Sie haben etwas von einer anderen Ära, und vermutlich trifft das auf uns alle drei zu. Irgendetwas wie Enid Blyton trifft auf Pippi Langstrumpf. Man kann das direkt in dem Moment erkennen, in dem man sie trifft – es ist sehr bezaubernd. Grace: Ich denke, dass Phoebes Musik super originell ist, und für mich ist die Palette an Genres, die sie komponiert, wirklich beeindruckend. Ich denke, die Tatsache, dass Dorothy nicht das Bedürfnis verspürt, sich dem anzupassen, was die Menschen um sie herum tun. Sie weiß, dass ihr eigener Weg der beste ist. Worüber habt ihr euch gestritten, als ihr klein wart? Phoebe: Wahrscheinlich darüber, wer als nächstes mit dem Klavierspielen dran ist! Dann haben wir realisiert, dass wir auch einfach alle zusammen spielen können. Grace: Zur Schlafenszeit, das Licht auszumachen! Ich wollte immer noch weiterlesen, wenn Dorothy schlafen wollte und das hat schon ein paar Auseinandersetzungen hervorgerufen. Was habt ihr gemeinsam? Phoebe: Eine Liebe für Musik und Bücher. Sommersprossen. Klaviere. Pferde. Die freie Natur. Langes dunkles Haar. Nasen. Zähne. Unsere Sicht auf die Welt und Politik. Vegetarismus. Worin unterscheidet ihr euch… Phoebe: Schlafmuster, Nachtleben. Dorothy: Vielleicht in der Art und Weise, wie meine beiden Schwestern sehr aufgeschlossen wirken; meine ältere Schwester hat kein Problem damit, eine Gitarre in die Hand zu nehmen und in einem Raum voller Menschen eine Improvisationseinlage zu geben. Wie haben sie sich mit dem Erwachsenwerden verändert? Phoebe: Sie haben beide eine heftige Leidenschaft für das entwickelt, woran sie glauben – in den beiden steckt Feuer! Sie beginnen jetzt beide mit der Universität, und obwohl ich sie hier bei mir in London sehr vermissen werde, ist es wundervoll, sie als junge Frauen wahrzunehmen, bereit die Welt zu erobern, bereit, alles zu tun, um in ihr nächstes Lebenskapitel einzutauchen. Ganz egal, wohin uns die Gezeiten spülen, wir werden immer im selben Meer miteinander verbunden bleiben. Was wünschst du dir, was deine Schwestern über sich selbst wissen sollten? Phoebe: Ich möchte, dass die beiden wissen, dass sie immer frei sein können, ganz sie selbst zu sein, denn sie sind zwei wirklich schöne und charmante Menschen, innen und außen, und ich liebe sie genauso, wie sie sind. Grace: Ich wünschte, Dorothy wüsste, wieviel Spaß es macht, sie als Zwillingsschwester zu haben, und sie immer um sich zu haben, obwohl ich mir ebenso wünschte, dass sie nicht so viel Zeit am Klavier verbringt (obwohl ihr Spiel ganz wunderbar klingt!). Ich hoffe, Phoebe weiß, wie sehr ich es liebe, mit ihr rumzuhängen, und dass sie ein enormes Vorbild für mich ist! Dorothy: Dass die Dinge, die sie machen, perfekt sind.
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