Was wirklich gegen große Poren im Gesicht hilft

Foto: Rochelle Brock
Hochauflösende Kameras und Vergrößerungsspiegel: Im Jahre 2018 sind wir tagtäglich umgeben von Bildern unserer Gesichter, ob wir wollen oder nicht. Dass so viele Close-ups von uns entstehen, setzt viele unter großen Druck. Denn im unbarmherzigen Scheinwerferlicht sieht man jede noch so kleine Unebenheit, jede Rötung und jedes Pickelchen. Auch sichtbar große Poren kommen hier besonders zum Vorschein und lassen viele verzweifeln. Die gute Nachricht vorweg: Im normalen Tageslicht und im alltäglichen Kontakt mit anderen sind große Poren lange nicht so auffällig, wie sie im beleuchteten Vergrößerungsspiegel scheinen. Nur leider ist das menschliche Gehirn sehr gut darin, einem die eigenen Unsicherheiten unter die Nase zu reiben, und so konzentriert man sich eher auf seine vermeintlichen optischen Schwächen als auf die Stärken. Dabei ist es doch so: Andere Leute sehen in der Regel andere Sachen als deine Poren, wenn sie in dein Gesicht blicken.
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Nach den guten kommen wir jetzt leider zu den schlechten Nachrichten: Sichtbare Poren lassen sich leider nicht in allen Fällen verkleinern. Man muss hier zwei Ursachen unterscheiden. Große Poren entstehen entweder aufgrund von Umweltfaktoren – dann kannst du etwas gegen sie tun. Oder sie sind vererbt – da sind die Aussichten auf spürbare Verkleinerung deutlich geringer. Wenn letzteres der Fall ist, solltest du nicht unnötig viel Geld und Zeit in Produkte stecken, die angeblich dabei helfen, Poren zu minimieren. Die Gründerin des renommierten Skincare-Labels Paula's Choice, Paula Begoun, erklärt: „Das ist leider oftmals Vererbungssache. Porenverkleinernde Produkte helfen aber nur, wenn sich die Poren aufgrund von Umweltfaktoren vergrößert haben. Das ist oft bei Sonnenschäden der Fall oder wenn zu heftig an der Haut geschrubbt und gezogen wurde. Auch bei chronisch verstopften Poren erweitern sich diese im Verlauf der Zeit. Das passiert bei öliger Haut und zwar meist auf der Nase und den Wangen. Mit Gesichtspflege kann man da schon einiges machen.“ Übermäßige Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass die Struktur der unteren Hautschichten geschädigt wird. Somit fehlt hier die Spannkraft und die Poren können sich ausdehnen. Verstopfte Poren nicht rechtzeitig zu behandeln, führt ebenfalls zu einem unebenen Hautbild.
Bei diesen beiden Ursachen kann man mit Gesichtspflege ansetzen. Täglicher Sonnenschutz ist aus verschiedenen Gründen ein Muss. Konzentrieren wir uns also auf die Routine bei öliger Haut. Paula Begoun sagt: „Man kann die Drüsen nicht davon abhalten, Öl zu produzieren. Aber man kann dafür sorgen, dass das Öl seinen Weg an die Hautoberfläche findet und die Poren nicht verstopft werden. Regelmäßige Peelings und Reinigung sind hierfür unumgänglich.“ Ein Gesichtswasser mit Salicylsäure hilft, die Poren zu reinigen und sie kleiner wirken zu lassen. Niacin, auch als Vitamin B3 bekannt, soll der Haut zusätzlich dabei helfen, sich schneller zu erneuern und so Verhornungen, die zum Verstopfen der Poren beitragen, vorzubeugen. Um die Haut rein zu halten, empfiehlt sich außerdem zweimal die Woche eine Maske mit Tonerde aufzutragen.
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Wovon man bei vergrößerten Poren die Finger lassen sollte, sind alle Produkte, die Duftstoffe enthalten, insbesondere Zitrus, Haselnuss und Minze. Und auch Gesichtsöl sollte man nicht verwenden. „Diese Texturen und Inhaltsstoffe fördern die Ölproduktion und sorgen so für verstopfte Poren. Das gleiche gilt für reichhaltige Texturen, schwere Cremes und Salben.“ Leichte, flüssige Konsistenzen und Gels versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und überpflegen sie nicht. So werden sichtbare Poren nicht größer.
Nun sollten wir uns dem Abdecken von großen Poren widmen. Es gibt Make-ups und Primer, die versprechen, die Poren weichzuzeichnen, zu glätten oder aufzufüllen. Matte Foundations haben einen guten optischen Effekt, da glänzende Texturen Unebenheiten eher hervorheben. Indem du die Produkte mit einem Pinsel und nicht mit den Fingern verblendest, werden die Resultate in der Regel gleichmäßiger. Um das Make-up zu fixieren, kannst du zum Schluss eine leichte Schicht transparentes Puder übers Gesicht stäuben. Wie schon gesagt, solltest du in der Regel auf reflektierende, schimmernde Produkte verzichten. Was nicht bedeutet, dass Highlighter tabu ist. Wichtig ist nur, dass du ihn punktuell aufträgst und dort aussparst, wo die sichtbaren Poren sind, denn ein All-Over-Glow bringt große Poren noch mehr zum Vorschein.
Fassen wir also nochmal zusammen: Sonnenschutz und die passende Gesichtspflege helfen, erweiterte Poren zu vermeiden und zu minimieren. Wer die Veranlagung zu sichtbaren Poren hat, der*die kann sie leider nicht verkleinern, aber mit leichten, matten Texturen abdecken, wenn er oder sie möchte. Und immer daran denken: Die anderen sehen deine Haut nicht durch einen Vergrößerungsspiegel, sondern dich als ganze Person.
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