Wieso nicht alle Silikone das Haar beschädigen

Foto: Sunny Shokrae
Es ist zum Haare sträuben. Man genießt eine ausgedehnte Haarpflege mit Shampoo und Spülung, während des Stylings nimmt man einen Hitzeschutz und nach dem Styling vielleicht noch eine kleine Portion Pflegeöl in die Spitzen - fertig. Nun sollte das Haar doch eigentlich voluminös sein, federleicht fallen und mehr glänzen denn je! Ist aber nicht so. Warum? Das liegt meistens an den Silikonen. Molekülketten, die sich eng verkettet um die Haare legen, im Optimal-Fall das Haar anheben, geschmeidig machen und für einen strahlenden Glanz sorgen. Das hört sich erstmal ziemlich gut an. Aber leider beschweren sie das Haar und verhindern das Eindringen der Pflegestoffe in die Haarfaser. Es entsteht ein Schutzfilm, der sich auch nicht mehr so leicht entfernen lässt. Das Haar trocknet von innen aus und wird brüchig.
Aber ausschließlich Shampoo ohne Silikone benutzen muss man auch nicht. Vor allem dann nicht, wenn eine glänzende Haarmähne gewünscht ist. Deshalb hier einmal das Wichtigste über Silikone im Überblick:
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Schaden Silikone dem Haar?

Nein - zumindest nicht direkt. Silikone dringen nicht in die Haarfaser ein, sie legen sich um sie. Das heißt, sie beschädigen das Haar nicht, doch der entstehende Schutzfilm lässt die Pflege auch nicht eindringen.

Gibt es „gute“ und „schlechte“ Silikone?

Bei Silikonen sollte man unbedingt zwischen nicht wasserlöslichen und wasserlöslichen Silikonen unterscheiden. Gute Silikone sind wasserlöslich und somit auswaschbar. Hier lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Die Silikone erkennt man überwiegend an den Endungen -cone und -xane.
Wasserlösliche Silikone sind zum Beispiel: Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Lauryl Methicone Copolyol, Dimethicone Copolyo, Polysiloxane, Dimethicone copolyol/HWP, Hydroxypropyl
Wasserunlösliche Silikone sind: Dimethicone, Cetearyl Methicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone, Cetyl Dimethicone
Je weiter unten die Silikone auf dem Etikett vermerkt sind, desto geringer ist ihr Anteil im Produkt.
Hier gilt es also auf das Kleingedruckte zu achten und wenigstens Haarpflege-Produkte mit „guten“ Silikonen zu verwenden. Das gilt vor allem auch für Haaröle. Ein kleiner Tipp: Eine geringe Portion Haaröl auf den Handrücken auftragen und verreiben. Ist es ergiebig und zieht gut ein, ist es ein Zeichen dafür, dass hier mit wasserlöslichen Silikonen gearbeitet wurde und das Haaröl dem Haar nicht zwingend schadet!

Wie entferne ich Silikone aus dem Haar?

Vielfach werden für die Entfernung von Silikonen Haarpeelingshampoos verwendet. Diese Methode ist aber nicht sonderlich haarschonend, denn die Haarfaser wird aufgeraut. Deshalb sollten Silikone lieber mit Shampoos ohne Silikone oder einer intensiven Ölkur ausgewaschen werden. Es braucht sicher ein paar Wäschen mehr, tut dem Haar aber deutlich besser.
Hier sind fünf Haarpflege-Produkte, in denen „gute“ Silikone zu finden sind, mit denen ihr einen kompletten Verzicht aus dem Wege gehen könnt:
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Kérastase
Das Kérastase Aura Botanica Shampoo enthält kaum Silikone und die vorhandenen sind wasserlöslich. Für 17,23 € erhältlich bei Douglas.
dm
Nivea's Mizellen Shampoo enthält auch nur wasserlösliche Silikone. Für 3,95 € erhältlich bei dm.
Moroccan Oil
Das MoroccanOil Treatment enthält wasserlösliche Silikone. Lässt sich also auswaschen und bildet keine falsche Schutzschicht um das Haar. Für 15,30 € erhältlich im Hagel-Shop.
Aussie/dm
Aussie's Mircale Moist Spülung enthält nur wasserlösliche Silikone. Für 4,95 € erhältlich bei dm.
hair-shop24
Das Redken Extreme Pflegeset enthält wasserlösliche Silikone. Für 26,95 € erhältlich bei haar-scharf.
Grundsätzlich gilt aber auch hier: Weniger ist mehr. Also ruhig dem Haar alle paar Wochen eine silikonfreie Zeit gönnen.
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