9 Soft Skills, die wichtiger sind als ein gutes Abschlusszeugnis

Foto: Rockie Nolan.
Wie schreibe ich ein gutes Bewerbungsschreiben? Was muss ich beachten, wenn ich neben dem Studium noch arbeite? Und wie hole ich das meiste aus meinem klitzekleinen WG-Zimmer raus? In unserer #EndlichErwachsen-Themenwoche pünktlich zum Semester- & Bewerbungsstart wollen wir dir die Angst vor dem Erwachsenwerden nehmen und sprechen über das, was wir in der Schule nie fürs Leben gelernt haben – aber gerne gewusst hätten.
Noten und Arbeitszeugnisse sind wichtig, aber dich selbst und deine Stärken und Schwächen zu kennen ist wichtiger. Ja, das ist leichter gesagt als getan, und man hat ja auch nie ausgelernt. Aber das Reflektieren lohnt sich, ebenso wie ein ordentliches Feedback-Gespräch mit Lehrer*innen, Profs, Kolleg*innen und vielleicht sogar den Freund*innen. Denn das nächste Bewerbungsgespräch kommt bestimmt. Und wenn du mit einem guten Anschreiben schon punkten konntest und dir die richtigen Fragen zurechtgelegt hast, die du stellen willst, bist du fast am Ende angekommen! Nur noch schnell das richtige Outfit aussuchen, pünktlich erscheinen – am besten schon 7-10 Minuten vorher! – und dann zum Finale noch mal alle Kräfte sammeln, um souverän und selbstbewusst aufzutreten.
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Falls die große Unbekannte namens Selbstbewusstsein noch nicht dein steter Begleiter ist, solltest du am besten schon am Tag vor deinem Bewerbungsgespräch anfangen, dir selbst eine Liste zu machen, mit Stärken und Dingen, die du an dir selbst toll findest. Mantra-artige Wiederholungen brennen sich ins Gedächtnis ein und schlagen sich in deiner Ausstrahlung wieder, versprochen!
„Recruiter schauen oft nicht länger als 15 Sekunden über einen Lebenslauf, deshalb sollte dieser wirklich nur die prägnantesten Arbeitserfahrungen und wichtigsten Schlüsselkompetenzen beinhalten“, erzählt uns Shannon Breuer, Präsidentin der Wiley Group im Gespräch. „Mit einem überladenen Lebenslauf wirst du in der Regel erst gar nicht eingeladen. Besonders wenn es um Soft Skills geht, schießen viele schnell über das Ziel hinaus. Man muss das nämlich auch so sehen: Kompetenzen und Talente, vor allem zwischenmenschliche, sind schwer zu einzustufen, weil es dafür keine Nachweise gibt.“
Anstatt dich also mit willkürlichen und viel zu vielen Adjektiven zu schmücken, denke beim Aufschreiben und Aufsagen an die spezifische Stelle, auf die du dich bewirbst: Branche, Anforderungen, Joblevel und was könnte dein Gegenüber im Bewerbungsgespräch besonders wichtig finden. Schreibe dir die Eigenschaften auf, die dir hierbei einfallen.
Falls du jetzt schon nicht mehr durchblickst und vor Nervosität nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht, kannst du die folgenden von Breuer genannten Attribute durchgehen und dich ganz ehrlich einstufen:
1. Empathie: Vor allem im Service- und Dienstleistungsbereich spielt Empathie eine große Rolle. Der Kunde ist nämlich nicht immer König, zuhören sollte man ihm oder ihr trotzdem allemal. Denn das ist meist schon die halbe Miete!
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2. Verhandlungstalent: Das solltest du besonders dann betonen, wenn du dich auf einen Sales Job bewirbst, rät Breuer. Das mag zwar selbstverständlich klingen, ist jedoch in einem Bereich, in dem das zu deinen täglichen To-Dos gehört, unabdingbar.
3. Organisiert & detailorientiert: Du stehst vor deiner Traumstelle im Bereich Buchhaltung oder Projektmanagement? Breuer rät, dass genau dieses Skillset genau dann relevant ist. Hier lohnt es sich also, in der Ausformulierung deiner Kompetenzen genau zu sein. Allerdings warnt Breuer gleichzeitig vor dem übermäßigen Beschönigen: Wenn Organisation nicht deine größte Stärke ist, dann versuche andere Fähigkeiten zu betonen, die äquivalent betrachtet werden können.
4. Hilfsbereit & teamfähig: Vicki Choi, Human Resources Director bei Course Hero, unterstreicht die Relevanz dieser zwischenmenschlichen Kompetenzen vor allem für Jobs, in denen du flexibel und in großen Teams arbeiten wirst. Betone hier gerne, dass deine Fähigkeiten von konzentrierter Einzelarbeit, über spontane Brainstormings, bis hin zu größeren Gruppenprojekten reichen und du sowohl anpassungs- als auch koordinierungsfähig und vermitteln handeln kannst.
5. Lösungsorientiertes Arbeiten: Wenn du weißt, dass dich nichts aus der Ruhe bringt und du gut darin bist, einen Ausweg aus jeder Situation zu finden, ist das in so gut wie allen Jobs ein riesiges Asset! Hier kannst du außerdem deine Persönlichkeit noch detaillierter präsentieren, indem du hinzufügst, dass du strukturiert und logisch oder intuitiv und kreativ (oder beides) an die Dinge herangehst.
6. Ehrlich & kommunikativ: Ehrlichkeit bedeutet nicht, dass du beim Sprechen keinen Filter hast und Leute beschimpfst, sobald sie dir auf die Nerven gehen. Es bedeutet, dass du in der Lage bist, professionelle Kritik zu geben, aber auch einzustecken. Dass du mit Feedback beispielsweise nicht erst bis zum bitteren Ende wartest, um dann wütend die Tür hinter dir zuzuschlagen, sondern das Gespräch mit deinen Vorgesetzten und Mitarbeiter*innen proaktiv suchst. Und dass du gewillt bist, durch härtere Phasen zu gehen und an dir selbst und deinem Team zu arbeiten.
7. Inspiriert & inspirierend: Choi ist großer Fan dieser Kompetenz. Mag sein, dass du dich nicht in jeder Lebenslage für optimistisch hältst oder nicht immer einen aufmunternden Spruch auf den Lippen parat hast. Wenn du jedoch ein loyaler Mensch bist, der anderen durch schwierige Phasen hilft, und über den Tellerrand hinweg zu schauen weißt, dann ist das schon mehr als genug und vor allem in Teamgefügen sehr wichtig. Außerdem, sagt Choi, ist das eine Schlüsselkompetenz für alle großen Positionen im Management.
8. Transparenz: Choi erzählt, dass sie ganz spezifisch nach Kandidat*innen sucht, die sehr transparent über ihren Werdegang sprechen. „Dazu gehören auch Niederlagen, Lücken und der damit einhergehende Fortschritt.“ Wenn du weißt, dass ein für dich wichtiges Jobinterview ansteht, versuche im Voraus etwas über die Lebensläufe der Menschen herauszufinden, die das Gespräch leiten oder mit dir arbeiten werden, und schätze anhand dessen ab, welche Abschnitte deiner Vergangenheit unter Umständen interessant sind. Das kann dir beispielsweise auch als Vorbereitung auf die altbekannte Frage nach deinen Schwächen helfen, denn Hürden muss jede*r überkommen und wenn du stärker und weiser daraus geworden bist, dann ist das definitiv eine Anmerkung wert.
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