Schlucken statt cremen: Eine Dermatologin verrät, ob Sonnenschutzpillen wirklich helfen

Photographed by Rockie Nolan.
Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Faltenbildung: Das sind nur drei Beispiele für das, was die Sonne unserer Haut antun kann. Und dafür muss man noch nicht mal bei 30 Grad in der prallen Sonne sitzen – UV-Strahlen sind selbst bei Regen aktiv. Kein Wunder also, dass die meisten von uns irgendeine Form von Sonnenschutz verwenden.
Mittlerweile gibt es neben klassischen Sonnencremes auch innovative Produkte wie handliche Sonnencremesticks oder Sprays, die direkt auf das Make-up gesprüht werden können, ohne es zu verwischen. Auf fettige Lotionen, die einen weißen Film hinterlassen, ist also niemand mehr angewiesen. Die neuste Kreation der Sonnenschutz-Hersteller? Tabletten, die vor der Sonne schützen sollen.
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Einfach nur eine Kapsel einwerfen und schon muss man sich um die Haut keine Gedanken mehr machen? Wirken sollen die meist pflanzenbasierten Wunderpillen durch eine große Dosis Antioxidantien, die die Toleranz der Haut gegenüber UV-Strahlen steigern soll. Du denkst: Klingt verlockend, aber wo ist der Haken? Den verraten wir dir jetzt.

Wirken die Sonnenschutz-Tabletten wirklich?

„Sonnenschutz-Tabletten haben in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit bekommen, weil sie einen schnellen Weg darstellen, die Haut beim Sonnenbad vor Schäden zu bewahren“, erklärt Dr. Anjali Mahto, Dermatologin und Autorin von The Skincare Bible. „Viele Hersteller haben diese Pillen als eine Form des Sonnenschutzes vorgestellt. Sie sollen die Fähigkeit der Haut, sich vor den Effekten von Sonnenstrahlen zu schützen, aufrechterhalten. Leider gibt es aktuell aber noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass der essbare Sonnenschutz wirklich funktioniert“. Die US Food & Drug Administration stimmt ihr zu: „Keine Pille oder Kapsel kann Sonnenschutzmittel ersetzen“.

Was ist das beste Sonnenschutzmittel auf dem Markt?

Eine Pille zu schlucken klingt deutlich praktischer als sich am ganzen Körper eincremen zu müssen und dabei womöglich noch versehentlich eine Stelle zu vergessen. Und selbst wenn man sich sorgfältig eingecremt hat, ist das Thema noch nicht durch. Wenn man schwitzt oder badet sollte man die Lotion beispielsweise nochmals aufragen. Aber da es von Seiten der Forschung leider noch kein grünes Licht für die Tabletten gibt, bleibt uns wohl keine andere Wahl. „Bis es eindeutige Beweise und klinische Studien zu den Pillen und Kapseln gibt, rate ich dringend dazu, weiterhin Sonnenschutzmittel zu verwenden, das direkt auf der Haut aufgetragen wird“, so Dr. Mahto.
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Und doch ist auch dann noch Vorsicht angesagt, wenn du dich gegen Tabletten und für eine Crème entschieden hast, denn das heißt nicht, dass deine Haut komplett geschützt ist! Man kann es einfach nicht oft genug sagen: „Besonders in der Mittagssonne sollte man versuchen, sich möglichst im Schatten aufzuhalten. Außerdem können Kleidung, Hüte und Sonnenbrillen einen gewissen Schutz bieten. Das Sonnenschutzmittel sollte den LSF 30 oder höher haben. Die meisten Produkte sind heutzutage Breitband-Sonnencremes, was bedeutet, dass sie sowohl gegen UVA- (dringen in die Haut ein) als auch UVB-Strahlen (werden mit Hautalterung assoziiert) wirksam sind“, berichtet Dr. Mahto. Obwohl kein Sonnenschutzmittel einen hundertprozentigen Schutz gegen die Sonne bieten kann, lohnt es sich wirklich, auf das Breitband-Mittel zu achten, wenn du dir ein neues Produkt kaufen willst.
Photographed by Rockie Nolan.

Reicht bei dunklerer Haut ein niedrigerer LSF?

„Das Pigment Melanin, welches für unsere Hautfarbe verantwortlich ist, ist bei dunkleren Hauttönen mehr vorhanden. Studien zeigen, dass schwarze Haut einen natürlichen Sonnenschutzfaktor von 13,4 hat. Im Vergleich dazu liegt er bei weißer Haut bei etwa 3,4“, so Dr. Mahto. „Melanin absorbiert das UV-Licht und kann Schäden durch freie Radikale vorbeugen. Deshalb reicht bei dunkler Haut meist ein Sonnenschutzmittel mit LSF 15-30“. Wichtig ist, dass du nicht vergisst, dass die Sonne auch bei dunkler Haut Schaden anrichten kann. Wenn du dich oft und lange der Strahlung aussetzt, altert Haut ganz unabhängig vom Hautton schneller. Auf Sonnenschutzmittel solltest du also auch bei dunklerer Haut nicht verzichten.
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