Susanne Kaloffs 5 gute Gründe für... den Hoodie von Vetements

Wer in Deutschland Mode- und Lifestyle-Magazine liest, der ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schon mal über ihren Namen gestolpert. Seit fünf Jahren schreibt Susanne Kaloff ihre herrlich amüsante und zugleich wahnsinnig aufrichtige, wöchentliche Kolumne für die Grazia und arbeitet als freie Autorin u.a. für Welt und Myself. Bisher hat sie außerdem zwei Bücher geschrieben, die sich um "Elternkrankheiten" und "Liebeskrankheiten" drehen.

Nun wird sich Susanne Kaloff regelmäßig auch online austoben und für Refinery29 Germany jede Woche ein neues Trendteil ausprobieren. Im neuen Teil von "Susanne Kaloffs 5 gute Gründe für..." widmet sie sich einem Stück, das die Modewelt spaltet: dem Hoodie von Vetements.


Gestern las ich irgendwo, dass Vetements total out sei. Zu Mainstream. Das Wort Mainstream soll ja sagen, dass es den Geschmack der Mehrheit einer Gesellschaft trifft. Man dies und jedes an jeder Ecke sieht und hört. Keine Ahnung, wie die Mehrheit der Menschen, sich Mode kaufen kann, die so viel kostet wie eine Weltreise. Auch leider keinen blassen Schimmer, was ich mit meinen Finanzen falsch mache. Was ich aber sicher weiß: In meiner Welt begegne ich nicht täglich Frauen im Vetements Hoodie beim Bäcker. Eigentlich habe ich bisher nur Kanye West darin gesehen, allerdings nicht beim Brötchenkaufen und es handelte sich auch nicht um jenes bordeauxrote Modell, für das ich zurzeit brenne wie eine Wunderkerze.

1. Auf dem Sweater steht: „May the bridges I burn light the way“. Dieser grandiose Satz hat mich sofort getroffen. Er stammt aus dem Stück „Richelieu; Or the Conspiracy“ aus dem Jahr 1839 des britischen Autors Edward Bulwer-Lytton. Das jedenfalls findet man, wenn man sich auf die Spur macht für die Quelle des Spruches. Ob Vetements-Designer Demna Gvasalia daran oder an Beverly Hills 90210 dachte, ist nicht sicher.

2. Denn eine andere Quelle behauptet, der Satz mit den brennenden Brücken, die den Weg erhellen mögen, stamme aus dem Mund von Dylan McKay in der 90er Jahre TV-Serie Beverly Hills 90210. Er führte eine Dreiecksbeziehung mit Brenda und Kelly, was vielleicht zu seiner klugen Reflektion führte: Aus den Fehlern der Vergangenheit (die abgebrannten Brücken) für die Zukunft lernen.

3. Was auch immer stimmt, dieser Oversize-Hoodie hat eine Botschaft, die für niemanden wichtiger ist als für einen selbst: Statt in seiner hausgemachten Hölle aus Selbstanklage, Wut, Enttäuschung und Gift zu schmoren, sollten wir lieber eisern nach vorne blicken und wissen, dass all die spektakulär dummen Fehler, die verflixten Beziehungen, die wir gegen die Wand gefahren haben, all die dunklen Stunden und Tränen, nicht umsonst waren. Dass sie den Weg erhellen – eines schönen Tages.

4. Bis es soweit ist, kann man sich unter der Kapuze verstecken. Vor dem Mainstream, der Welt da draußen und vor den modischen Klugscheißern.

5. Und wenn einem Herz und Hirn in diesem Spätsommer zu heiß werden, cool bleiben und an Charles Bukowski denken: Love is a dog from hell.
Den Hoodie von Vetements gibt es bei Petra Teufel in Hamburg für 850 €.
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