Wie ich diese entsetzliche Unverbindlichkeit hasse

Dieser Artikel erschien zuerst bei im gegenteil / Instagram / Facebook  
Foto: Brock Rochelle
Ich habe mir fest vorgenommen, Dir nicht eine Zeile zu widmen, kein Wort mehr über Dich zu verlieren – weil Du es nicht wert bist, weil es unsere Sache nicht wert war. Schön, wie die Ironie des Schicksals mal wieder zugeschlagen hat. Wieder sitze ich hier mit einem Kopf voller Gedanken, bin mittlerweile müde vom Denken, müde vom Zweifeln.
Wie genau kam es denn bitte schon wieder dazu? Alles in meinem Kopf schreit: „Liebes, Du wolltest doch kein Drama mehr – lass es doch einfach gut sein und kicke die Menschen aus deinem Leben, die dir ganz offensichtlich nicht guttun!“ Immer und immer wieder lese ich meinen Lieblingsartikel „Fuck yes or no“, wie ein Mantra, welches meinem Herzen endlich die Augen öffnen soll.
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Wie genau kam es denn bitte schon wieder dazu? Alles in meinem Kopf schreit: „Liebes, Du wolltest doch kein Drama mehr!“

Ich war so verdammt gut bewaffnet, als wir uns kennenlernten. Habe die Karten auf den Tisch gelegt, Dir gesagt, wie genervt ich von diesem „Ich will mich nicht festlegen“-Ding bin und dass das Einzige, was ich erwarte, Ehrlichkeit ist. Du hast so vieles richtig gemacht: hast mir die Zweifel genommen, weil Du da warst – ohne Wenn und Aber.
Spätestens nach unserem gemeinsamen Wochenende bewegte ich mich also langsam, aber sicher auf den Weg in Richtung Klippe, war kurz davor, aufzumachen und zu springen. Doch statt mir Deine Hand zu reichen, hast Du mich bitterböse auf den Boden der Realität knallen lassen. Von einem Moment auf den anderen wolltest du nicht mehr in meiner Nähe sein.

Statt mir Deine Hand zu reichen, hast Du mich bitterböse auf den Boden der Realität knallen lassen.

Du hättest Angst, die Kontrolle zu verlieren, wärst überfordert mit Deiner derzeitigen Situation und wärst nicht in der Lage, jemanden jetzt an Dich heran zu lassen. Alles jedoch mit einer Option auf Wiederauflage – es wäre ja schließlich nur im Moment so. Und mein naives, dummes Herz glaubte Dir.
Es widersprach lautstark meinem Kopf, welcher schrie: „Lauf schnell mein Kind, hier geht’s nicht um echte, tiefgreifende Gefühle! Dieser Typ will sich lediglich ein Hintertürchen offenhalten und hat leider schon wieder das Interesse verloren!“
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Was folgte, war Funkstille; obwohl Du Dich doch melden wolltest. Noch immer war da von meiner Seite so etwas wie Verständnis. Nur zu gut konnte ich Deine Situation mit Job und emotionalem Chaos nachvollziehen. Ich wollte das letzte Fünkchen Hoffnung nur ein wenig weiterlodern lassen, um mich daran zu wärmen.
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Dann tauchtest du mit einer Anderen auf, nur um mir hinterher betrunken zu erklären, dass Du mich doch nochmal sehen willst. Das volle Spiele-Repertoire – herzlichen Glückwunsch. Natürlich kam es nicht dazu, nüchtern sieht die Welt doch wieder ganz anders aus. Nüchtern ist es doch viel einfacher, Konflikten aus dem Weg zu gehen, indem man sich versteckt.

Nüchtern ist es doch viel einfacher, Konflikten aus dem Weg zu gehen, indem man sich versteckt. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie unsouverän und schäbig ich Dich und Dein ganzes Verhalten finde.

Ich kann Dir gar nicht sagen, wie unsouverän und schäbig ich Dich und Dein ganzes Verhalten finde. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich über mich selber ärgere, sehenden Auges wieder voll gegen eine Wand gerannt zu sein. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie weh es tut, ein weiteres Mal an mir selbst zu zweifeln.
Und trotzdem beschäftigst Du mich, weil ich Dich in kurzen Momenten sehen konnte.
Rational gesehen, stehe ich voll hinter meinem Kopf, nur mein Herz hat leider noch nicht den Schalter gefunden, der Dir das Licht ausmacht. Glaub mir, ich habe mir selten mehr gewünscht, dass eine Glühbirne endlich durchbrennt.
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