Vom Sinn und Wahnsinn tierischer Apps

Ziemlich schlau oder ganz schön bescheuert? Diese Frage ist bei manchen Apps mehr als berechtigt. Denn vor allem wenn es um Tiere und Natur geht, zeigen sich die Entwickler gerne besonders erfinderisch. Vom Sinn und Wahnsinn tierischer Apps…

Nette Spielerei, innovative Idee oder sogar ein möglicher Lebensretter? Bei einigen Apps ist diese Frage durchaus berechtigt.

„Grumering“ heißt die Entwicklung von fünf Mallorquinern, die vor Feuerquallen an den Stränden der Baleareninsel warnt. Eine durchaus nützliche Geschichte. Vor allem, da diese rosafarbenen Biester in der Vergangenheit immer wieder so manchen Urlaub verdorben haben. Gerade in der Hauptsaison werden die Strände regelmäßig gereinigt und so macht man oft erst im Wasser Bekanntschaft mit den gefürchteten Tentakeln. Etwa 100 Nutzer versuchen möglichst genau darüber zu informieren, welche Buchten gerade nicht ganz ungefährlich sind.

Auch die „Vespapp“ stammt von der Lieblingsinsel der Deutschen. Allerdings dient sie weniger dem Schutz der Touristen, sondern der heimischen Honigbiene. Im Herbst vergangenen Jahres entdeckten Biologen die Asiatische Hornisse erstmals auf Mallorca. Da sich der Nachwuchs des 3,5 Zentimeter großen Tieres ausgerechnet von Bienen ernährt, fürchtet man um das biologische Gleichgewicht. Das Problem: Die Suche nach Nestern der unbeliebten Einwanderer gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Mithilfe der App kann jeder Fotos und Infos über Hornissen an die Biologen schicken. Und sollte es tatsächlich das gesuchte Insekt sein, kann prompt gehandelt werden. Der Nachteil: Bisher gibt‘s die App nur bei Google Play.

Ein Lebensretter für Surfern und andere Wassersportlern ist „Dorsal“. Die App warnt vor den Küsten von Australien, den USA und Hawaii vor Haien. Sie ist eine Idee der Australier Sarah Beardmore und Allan Bennetto und zählt mittlerweile 200.000 Nutzer. Einmal registriert kann jeder sofort den Ort einer Hai-Sichtung bekannt geben. Natürlich bleibt diese App nicht ohne Kritik: Meeresbiologen warnen, Wilderer hätten so leichtes Spiel.

Sicherheit für Vierbeiner verspricht die App „Giftköder“. Der Hintergrund: Immer wieder legen Tierquäler vergiftete oder mit Rasierklingen präparierte „Leckerli“ aus. Allein im vergangenen Jahr wurde auf der App 2100 Giftanschläge registriert. Über 100 Hunde mussten aufgrund von Vergiftungen qualvoll sterben, über 150 Tiere wurden verletzt. Wo während des Spaziergangs besondere Vorsicht gilt bzw. welche Gebiete für Hunde besser tabu sind, verrät Giftköder-Radar via Push-Nachricht oder Email. Keine Frage, diese App macht für Hundebesitzer mehr als Sinn. Was sich dagegen die Münchner bei ihrer gerade an den Start gegangenen „Zamperl“-App gedacht haben, ist fragwürdig. Via Stadtplan verrät sie, wo Leinenpflicht herrscht und an welchen Plätzen der Zamperl – so nennen die Bayern ihre Vierbeiner – frei toben darf. Das ist vielleicht sinnvoll für Urlauber und jene, die gerade frisch in die Isar-Metropole gezogen sind. Doch wofür wir den genauen Standort der Tütenspender für die Hinterlassenschaften der Hunde kennen müssen, bleibt rätselhaft. Die Wauzis richten ihr Geschäft ganz sicher nicht nach dem Standort. Und daher hat der erfahrene Hundebesitzer sowieso einen Beutel in der Tasche. Ist der erst einmal gefüllt, würden wir lieber wissen: Wo ist der nächste Mülleimer für die Entsorgung? Aber diese Info fehlt.

Also Augen auf bei der Suche. Und dabei lässt sich die Zeit bestens nutzen, um mit „PlantNet“ die heimische Flora zu erkunden. Die App funktioniert ähnlich wie Shazam für Musik. Einfach ein Foto der Pflanze hochladen und schon folgt der Vergleich mit ähnlichen Blumen. Einziger Makel: Die Trefferquote ist nicht so genau wie jene für die Musikerkennung…
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