Copy-Paste unter Modebloggern: Warum sehen wir alle gleich aus?

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, als im Sommer 2013 der berühmte Zara Skort die Runde in der Bloggerszene gemacht hat. Gefühlt jeder Blogger hatte das Teil an und unsere Kundschaft rannte in den Laden mit einem Foto auf dem Handy. Alle wollten es unbedingt haben!
Ich selbst stand auch damit in der Umkleidekabine und war kurz davor es zu kaufen, doch irgendetwas hat mich davon abgehalten. Will ich das unbedingt haben oder muss ich es haben, nur weil alle andere es auch tragen?! Eine wichtige Frage, die ich mir als Bloggerin häufiger stelle. Meine Seite heißt übrigens Eva's Girl.
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Eigentlich widerspricht sich unsere Ideologie sehr oft. Blogger predigen immer wieder, wie wichtig Individualität und Originalität ist. Wie wichtig es ist, deinem eigenen Still treu zu bleiben und nicht blind irgendwelchen Trends zu folgen. Und trotzdem sehen wir alle gleich aus und tragen dieselben Klamotten, wie kleine Klone der Modeindustrie. Setzten wir die Trends selbst oder sind wir die Fashion Victims schlechthin? Ich kann mich nicht erinnern, das begehrteste It-Piece dieser Saison auf irgendeiner Fashion Show gesehen zu haben. Und doch ist die Netzbeuteltasche, die Must-Have-Tasche der Sommer Saison. Alle haben sich eine angeschafft, alle haben die Kleiderschränke ihrer Omas durchwühlt.
Wie kommt es dazu? Wer fängt damit an? Allein schon Bezeichnungen wie MUST HAVE sprechen für sich: Du musst es haben! Ist das eine Frauenkrankheit? Wenn sie das hat, muss ich es auch haben?
In vielerlei Hinsicht schon: Frau hat Angst nicht im Trend zu sein oder irgendwas zu verpassen und genau das sollte man als Modeblogger niemals machen. Du musst immer auf dem neuesten Stand sein, im besten Fall immer aktuell gekleidet sein, immer wissen, was gerade und was künftig trenden wird – und das am besten vor allen anderen. Es herrscht nämlich ein stiller Konkurrenzkampf, den niemand zugeben will. Wir alle sehen uns schließlich als Experten und von einem Fashionblogger ist zu erwarten, dass er*sie sich mit Mode auskennt und weiß, was angesagt ist. Spätestens seit Blogger sich damit auch beruflich etabliert haben und ihr Hobby zur Haupteinnahmequelle wurde.
Ich habe kein Rezept dafür, wie man aus der Masse herausstechen kann. Es klingt wirklich sehr banal, aber der beste Weg ist zu wissen, was zu einem passt. Auch wenn der Leggings-Hype durch Balenciaga im letzten Winter überall war und auch ich ihn ziemlich cool fand, habe ich nicht mitgezogen. Ich hasse Leggings an mir, ganz einfach. Alle anderen: bitte sehr – nur diesmal ohne mich.
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Ich würde mir jetzt auch keine Paloma-Wool-Bluse anlegen, nur weil ich die auf unzähligen Blogs sehe. Mir werden schnell Sachen überdrüssig und mein Geschmack ist zu vielseitig, um mich an irgendeinen Trend festzubinden.
Wenn ich während der letzten sieben Jahre als Bloggerin etwas gelernt habe, dann die Tatsache, dass man guten Still tatsächlich nicht lernen, geschweige denn kaufen kann. Entweder hat man ein Gespür für Mode oder eben nicht. Wer das „gewisse Etwas“ hat, dem kann es auch egal sein, ob jemand das gleiche Teil trägt – Hauptsache, du machst dein eigenes Ding draus. Und genau das wollen die Leser*innen: die Inspiration im Alltäglichen finden!
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