So sieht es aus, wenn wir Kindern die medizinische Versorgung verweigern

Foto: Ricardo Funari.
Weltweit haben etwa 400 Millionen Menschen keinen Zugriff auf grundlegende medizinische Versorgung. Es ist eine erschreckende Statistik, aber Zahlen sind nur zu einem gewissen Grad effektiv, wenn es darum geht zu zeigen, wie es ist, auf Hilfe zu warten, die nicht kommt. Aus diesem Grund ruf das „Waiting for Health Project“ 12 Fotografen in 12 Ländern dazu auf, die Geschichten einiger weniger dieser 400 Millionen Menschen zu dokumentieren, „um durch den Lärm zu drängen und die Menschheit wieder ins Zentrum der Debatte zu rücken“, wie das Projekt erklärt.
Ähnlich wie die globale Landschaft medizinischer Versorgung gibt die Fotoserie – eine Initiative der aus 715 Partnern bestehenden, von der Rockefeller Foundation unterstützten Universal Health Coverage Coalition – Grund für Verzweiflung als auch Hoffnung. Die Fotografin Sim Chi Yin zeichnet das Leiden von He Quangui auf, der versuchte, sich das Leben zu nehmen, um den Schmerzen seiner Staublungenerkrankung zu entfliehen, die er sich durch jahrelange Arbeit in einer unkontrollierten chinesischen Goldmine einfing. Thomas De Cian zeigte Kambodschas Fortschritt im Kampf für eine universelle Krankenversicherung. Martina Bacigalupo hielt fest, wie ein burundisches Baby, geschwächt durch Malaria, eine lebensrettende Bluttransfusion erhält, während Yoppy Pieter den Tod eines indonesischen Jungen dokumentiert, dessen Lungen durch eine Infektion kollabierten, was durch eine Impfung hätte vermieden werden können.
„Ich hoffe wirklich, dass die Leute durch diese Serie kurz anhalten werden, selbst für eine Sekunde, um ihren Zugang zu medizinischer Versorgung zu bedenken – gute medizinische Versorgung“, erzählt uns Fotograf Sam Reinders, der das Foto eines jungen Mädchens zur Serie beitrug, die in einer nepalesischen Klinik in der Schlange wartete. „In einem vornehmen Wartezimmer sitzen, mit Klimaanlage, einer Auswahl schicker Magazine, die das Warten angenehmer machen und einer Versicherungsfirma, die die Rechnung zahlen wird (oder zumindest einen Teil davon), ist etwas, dass man nicht als selbstverständlich ansehen sollte.“ Natürlich ist dieses Bild weit von der Realität scheinbar privilegierter Länder entfernt, wie Radhika Chalasani’s Foto bedürftiger US-amerikanischer Rentner zeigt, die die Grenze nach Mexiko überkreuzt haben, um in dort preiswertere Versorgung zu erhalten.
„Krankheiten sind überall auf der Welt eine Priorität – insbesondere in Entwicklungsländern und unter den ärmsten Völkern“, fügt Noriko Hyashi hinzu, die ein Foto ihrer Mutter beigesteuert hat, die selbst Gesundheitsprobleme hat, wie sie sich um ihre leidende Großmutter in Japan kümmert. „Aber sie sind auch in Industrieländern ein dringlicheres Problem geworden, wie es in Japan der Fall ist: 520.000 Senioren stehen auf der Warteliste, um Krankenpflege zu erhalten. Es war wirklich schwer, ein Altenheim für meine Großmutter zu finden, deshalb berührt mich diese Realität auf einer persönlichen Ebene.“
Klicke dich durch alle zwölf Bilder aus der „Waiting for Health“ Serie, die mit Titeln aus dem Projekt versehen sind. Zusammen repräsentieren sie die Dringlichkeit für das Bedürfnis nach allgemeiner Gesundheitsversorgung, nicht nur namentlich, sondern auch in der Praxis, and nicht nur in armen Ländern, sondern überall auf der Welt.

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