Wes Anderson kuratiert eine Ausstellung in Wien – & das ist ziemlich fantastisch

Foto: © KHM-Museumsverband
Ich kenne niemanden, der die Filme von Wes Anderson nicht mag. Und wenn es so wäre, diese Person wäre nicht mein*e Freund*in. So unterschiedlich die filmischen Werke von Anderson auch sind, ihnen allen ist diese einmalig verschrobene Handlung gemein. Charaktere, die so viele Ecken und Kanten haben, dass es die reine Freude ist, ihnen dabei zuzusehen, wie sie durch die quietschbunte, surreal-spießige, chaotisch-perfekte Lebenswelt Wes Andersons purzeln und sich permanent stoßen.
Alle gesellschaftlichen Regeln werden in seinen Filmen aufgehoben und stets wirken die kindisch verspielten, verschachtelten und aufmüpfigen Schauplätze wie mit dem Lineal gezogen und perfekt inszeniert, bis ins allerkleinste Detail.
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Vielleicht war es genau diese Liebe zum Detail und Andersons Gespür für Farben, Formen, Arrangements und Emotionen, die das Kunsthistorische Museum in Wien dazu veranlasst haben, den Filmemacher und seine Frau, die Autorin und Kostümbildnerin Juman Malouf, damit zu beauftragen, eine Ausstellung mit Objekten und Werken aus allen Sammlungen des Hauses zu kuratieren. Durch mehr als vier Millionen Objekte durfte sich das kreative Paar stöbern und seine Favoriten heraussuchen.
Die Ausstellung mit dem unglaublich vielversprechenden und sehr Anderson'schen Namen „Spitzmaus Mummy in a Coffin and Other Treasures” wird Werke aus allen 14 Sammlungen des Museums enthalten. Uns erwartet also ein bunter Reigen aus Gemälden, Alltagsobjekten, Skulpturen, Malereien und Kostümen – es wäre sicher unmöglich gewesen, das kreative Paar auf eine Disziplin zu beschränken.
Die Ausstellung ist Teil einer Reihe, in der das Kunsthistorische Museum internationale Filmemacher*innen und renommierte Künstler*innen einlädt, ihre persönlichen Favoriten aus der Sammlung des Museum zusammen- und auszustellen. Den Anfang machte 2012 der US-amerikanische Künstler und Filmemacher Ed Ruscha, 2016 wurde der britische Künstler Edmund de Waal eingeladen.
Die Ausstellung läuft vom 6. November 2018 bis zum 28. April 2019 im Kunsthistorischen Museum in Wien und wird danach in der Fondazione Prada in Mailand zu sehen sein. Und auch das ist ziemlich fantastisch.
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