Zervikalschleim & Temperatur – so kannst du deinen Zyklus ganz natürlich überwachen

Foto: Sophia Giesecke
Nimmst du die Pille? Auf diese Frage antworten die meisten Frauen in ihren Zwanzigern mit einem eindeutigen „Ja“. Verständlich, denn die Pille erleichtert uns viele Dinge. Die Einnahme ist unkompliziert und bringt zudem ein paar sehr angenehme Nebeneffekte mit sich. Doch welchen Hormoncocktail Frauen täglich zu sich nehmen & welche Neben- und Nachwirkungen auftreten können, das wird häufig zu wenig oder gar nicht thematisiert. Wir finden, es fehlt eine angemessene Informationspolitik! Diese Kluft wollen wir schließen und läuten nach ausgiebiger Recherche und Gesprächen mit Expert*innen die Themenwoche „BitterSweet“ rund um die Antibabypille ein, um dich umfassend und differenziert zu informieren.
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Klar, mit der Pille gestaltet sich die Berechnung und damit auch langfristige Überwachung deines Zyklus relativ simpel. Entweder wird die natürliche Monatsblutung komplett unterdrückt oder mit einer erzwungenen Pillenpause von sieben Tagen quasi künstlich hervorgerufen, da die Hormonzufuhr gestoppt wird. Doch auch wenn du die Pille nicht nimmst oder planst, sie demnächst abzusetzen, kannst du deinen Zyklus und die damit einhergehenden Phasen selbst ganz gut begleiten und – je nachdem – deine fruchtbaren und unfruchtbaren Tage anhand einiger Merkmale relativ zuverlässig bestimmen. Dafür musst du dich natürlich etwas genauer mit deinem Körper beschäftigen und wenn nötig vielleicht auch ein paar Notizen machen.
Wie stellen euch einige Möglichkeiten kurz vor, die ihr in Kombination anwenden könnt, um euren Zyklus besser im Blick zu haben. Dennoch weisen wir darauf hin, dass keine dieser Methoden 100%ig zuverlässig ist. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, solltet ihr zusätzlich immer mit einem Kondom oder anderen Verhütungsmittel eurer Wahl verhüten.

Zervikalschleim – was soll das denn sein?

Der Gebärmutterhals (auch Zervix genannt) sondert einen Schleim ab, der auch Zervikal- oder Zervixschleim genannt wird. Dieser eignet sich zur Bestimmung der fruchtbaren Tage (oder auch unfruchtbaren) Tage, da sich seine Beschaffenheit und Eigenschaften kurz vor und um den Eisprung herum verändern.
Während der unfruchtbaren Phase ist der Zervikalschleim klumpig oder dickflüssig und bildet einen Pfropfen im Muttermund. Meist ist er dann so zäh, dass man ihn äußerlich kaum bemerkt, die Scheide wirkt „trocken“. Je näher der Eisprung rückt, desto flüssiger und klarer wird der Schleim. In der hochfruchtbaren Phase wird er „spinnbar“, das heißt, er lässt sich zwischen zwei Lagen von Toilettenpapier oder zwischen den Fingern zu Fäden ziehen. Nach dem Eisprung wird der Schleim dann gleich wieder zäh und ist kaum mehr zu bemerken.
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Diese Methode ist ein guter Indikator, um zu erkennen, wo du in deinem Zyklus stehst, jedoch keine absolut verlässliche Verhütungsmaßnahme, da Schwankungen im Hormonspiegel den Schleim hin und wieder „fruchtbar“ erscheinen lassen, ohne dass gerade ein Eisprung stattfindet. Solche einzelnen Schübe können zur Annahme führen, der Eisprung habe bereits stattgefunden und setzen damit die Verlässlichkeit der Methode herab. Es ist also Vorsicht geboten!

Auf einmal wird es wärmer – Zyklus nach Temperatur bestimmen

Ohne die Zufuhr künstlicher Hormone durch die Pille oder andere hormoneller Verhütungsmethoden verändert sich auch die Temperatur deines Körpers. Unter der sogenannten Basaltemperatur versteht man die Körpertemperatur der Frau am Morgen direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen. Im Laufe des Menstruationszyklus verändert sich diese Temperatur, da das Hormon Progesteron, das in der zweiten Zyklusphase nach dem Eisprung gebildet wird, sich auf das Wärmeregulationszentrum deiens Körper auswirkt. Die Aufwachtemperatur steigt dann in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, um mindestens 0,2 °C an. Ein Anstieg der Basaltemperatur ist also ebenso ein guter Indikator für den Eisprung.

Alles im Blick: Periodentracker & Menstruationskalender

Ein Menstruationskalender beruht im Prinzip auf dem monatlichen Anfertigen eines detaillierten Protokolls deines Zyklus. Auf Grundlage dieses Protokolls kannst du deine fruchtbaren oder unfruchtbaren Tage besser abschätzen. Die sind sowohl besonders wichtig für dich, wenn du schwanger werden willst, als auch dann, wenn du dies auf keinen Fall willst und in Erfahrung bringen willst, wann du unbedingt verhüten musst. Wenn du deinen Zyklus regelmäßig dokumentierst, wirst du schon nach kurzer Zeit einen guten Überblick darüber haben, in welchen Abständen deine Regel einsetzt und dementsprechend auch wann genau dein Eisprung stattfindet. In deinem Menstruationskalender solltest du deshalb den exakten Start- sowie Endpunkt, sprich den ersten sowie letzten Tag, deiner Periode vermerken. Im Netz findest du etliche kostenfreie Vorlagen, die du als Kalender verwenden kannst.
Darüber hinaus gibt es mittlerweile zahlreiche Apps, mit deren Hilfe du deine Regel und deinen gesamten Zyklus besser und sehr leicht überwachen kannst. Aber auch hier gilt: Du musst deine Daten regelmäßig eintragen, um eine genaue Übersicht zu erhalten. Viele Applikationen wie beispielsweise Clue, stellen dir weitere nützliche Features zur Verfügung, um noch mehr Informationen zu ermitteln, die mit deinem Zyklus zusammenhängen. Zum Beispiel kannst du täglich Notizen zu deiner Stimmung, deinem Hautbild oder deiner Verdauung vermerken, um dir ein umfassendes Bild über deinen Körper zu machen.
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