Warum mich die neuen Looks aus Paris dazu motivieren, mehr Vintage zu kaufen

Es ist Modemonat und in Paris werden gerade die Kollektionen für den Herbst 2017 vorgestellt. Vor einer gefühlten Ewigkeit hat das mal bedeutet, dass die Looks, die man jetzt auf dem Laufsteg begutachten kann, ungefähr sechs Monate später so ähnlich in den Stores hängen und die Trends der Luxusbrands die Kollektionen der High Street-Ketten beeinflussen. Doch die Modebranche hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Erst Blogs, dann Instagram haben die Demokratisierung der Branche voran getrieben. Bei vielen Marken bestimmt heute der Kunde, was demnächst in den Läden hängen wird. "See Now, Buy Now” heißt das Zauberwort für Brands wie Tommy Hilfiger, Burberry Prorsum oder Alberta Feretti.
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Foto: Getty Images.
In der Modestadt schlechthin setzt aber bisher nur H&M Studio auf das neue Konzept, das das gerade Gesehene sofort in den Warenkorb der Kundin bringen will. Die großen Labels der Paris Fashion Week zelebrieren ihren ikonischen Look, entwickeln ihn weiter oder geben ihrem Designerbe ein zeitgemäßes Update. Auch wenn die Kreativdirektoren der Traditionshäuser von Zeit zu Zeit wechseln, kann man ein Stück von Dior oder Lanvin doch meist erkennen, wenn man die Marke verfolgt.
Während sich manche Brands also gerade dem Fast Fashion-Tempo hingeben, setzen andere auf das komplette Gegenteil und blicken in die Vergangenheit. Die neue Kollektion von Chloé hätte sich ungefähr genauso in der Garderobe von Marianne Faithfull in den 60er Jahren wiederfinden können.
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Isabel Marant findet zehn Jahre später Inspirationen für den nächsten Herbst. Die Kombi aus rüschigem Midi-Kleid und kniehohen Stiefeln gehörte zu den liebsten Bühnenlooks von Stevie Nicks, als sie in den 70er Jahren mit Fleetwood Mac auf der Bühne stand. Die französische Designerin interpretiert den Look 2017 neu.
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Bei Saint Laurent bestimmen wiederum die 80er den Laufsteg. Ob Anthony Vaccarello bei den scharf geschnittenen Lederblazern wohl mal kurz an Grace Jones gedacht hat? Es würde mich schwer wundern, wenn nicht.
Dass sich so viele Brands gerade von den Looks vergangener Tage inspirieren lassen, kommt mir jetzt ganz gelegen. Denn dann muss ich nicht noch ein halbes Jahr warten, bis das wunderschöne 70s-Printkleid von Marant im Store hängt, sondern kann direkt auf die Vintage-Jagd gehen. Natürlich sind die neuen Stücke anders geschnitten und spiegeln die Handschrift der Designer wieder, trotzdem ziehe ich einen glücklichen Fund mit Geschichte der 2017-Variante gerne vor. Um es mit einem umgemodelten Sprichwort zu sagen: Es muss vielleicht nicht immer alles neu sein, was glänzt.
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