Darum solidarisieren sich Stars mit einer lebenslänglich verurteilten Frau

Foto: Instagram @badgalriri
Cyntoia Brown ist heute 29 und sitzt bereits seit ihrem 16. Lebensjahr in den USA im Gefängnis, weil sie den Mann getötet hat, der sie, ein Opfer von Sexhandel, gekauft und aufs Schlimmste psychisch, körperlich und sexuell misshandelt sowie vergewaltigt hatte. Die Anklage: Vorsätzlicher Mord. Insgesamt wurde Brown zu 51 Jahren hinter Gittern verurteilt.
Im Jahr 2011 hat Dan Birman die Dokumentation „Me Facing Life: Cyntoia’s Story“ veröffentlicht, die die herzzerreißende Geschichte vor Browns Verurteilung beleuchtet und ganz klar Stellung bezieht: Das Urteil ist ungerecht!
Brown fiel Sexhändlern zum Opfer und wurde schließlich an einen Mann namens Johnny Allen verkauft. In dessen Haus fand sie Waffen und fürchtete um ihr Leben, war sich sicher, dass der erfahrene Schütze sie irgendwann töten würde. Also erschoss sie ihn in Notwehr, so das Argument ihrer Anwälte.
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Die Staatsanwaltschaft fokussierte sich während des Prozesses jedoch auf das Argument, dass Brown Allen aus Habgier tötete, um ihn beklauen zu können. Birman verbrachte viel Zeit mit Brown und glaubt ihr. Sexueller Missbrauch ist in ihrer Familie weit verbreitet, ihre Mutter und auch ihre Großmutter wurden vergewaltigt. Wegen der harten Gesetze in Tennessee haben des Mordes verurteilte Minderjährige kaum eine Chance aus dem Gefängnis entlassen zu werden, da die durchschnittliche Lebensdauer eines*r Inhaftierten bei nur etwa 50 Jahren liegt. Insgesamt sitzen in dem Bundesstaat etwa 183 Menschen eine lebenslängliche Haftstrafe ab, die zum Zeitpunkt ihres Urteils noch Teenager waren.

Free da GOAT🐐 #IGotSomethingOnTheApeal

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Ein immer wiederkehrendes Argument gegen dieses Gesetz ist, dass das Gehirn im Jugendalter noch nicht vollentwickelt ist und somit Handlungen, die als Teenager getroffen wurden, nicht über das gesamte restliche Leben entscheiden dürfen. Das ist auch der Grund für die Entscheidung des Supreme Court, dem obersten Gericht in den USA, minderjährige Straftäter nicht zum Tode verurteilen zu dürfen und ihnen im Fall des Urteils „Lebenslänglich" nicht der Ausgang verwehrt werden darf. Zusätzlich rollen viele Staaten solche Fälle nach einigen Jahren auf und evaluieren die Umstände neu.
Birman ist der Meinung, dass Brown, die im Gefängnis als Vorzeige-Inhaftierte gilt, sich extrem weiterentwickelt hat. „Meiner Meinung nach ist Cyntoia Brown heute nicht dasselbe Mädchen als zu Zeiten ihrer Verhaftung.“
Sechs Jahre nach Birmans Film haben sich nun Stars wie Kim Kardashian, Rihanna und Cara Delevingne zu dem Fall geäußert – entsetzt über das Urteil, besonders in Hinblick auf ihr Alter und die grausamen Umstände. Sollte der Fall nicht neu aufgerollt werden, hat Brown erst mit 67 Jahren die Chance auf Bewährung. Der Hashtag #FreeCyntoiaBrown trendet seitdem in den sozialen Netzwerken.
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Auch eine Petition auf MoveOn.org, die bereits im Jahr 2013 gestartet wurde, hat, seitdem sich zahlreiche Stars dem Thema angenommen haben, viele Stimmen dazugewonnen. Sie fordert eine Begnadigung der jungen Frau durch den Präsidenten. Ein Update von Browns Fall wurde ebenfalls kürzlich auf dem amerikanischen Sender Fox 17 ausgestrahlt.
Ein weiteres trauriges Detail von Browns Fall ist der Fakt, dass sie, würde sie heute verhaftet, als Opfer von Menschenhandel gelten und somit freigesprochen würde. Zum Zeitpunkt ihrer Inhaftierung war die Rechtslage in ihrem Heimatstaat Tennessee noch eine andere. Während ihrer Zeit im Gefängnis hat Brown ihren Abschluss an einem zweijährigen College gemacht und möchte jetzt ihren Bachelor absolvieren.
Hier kannst du die Petition ausfüllen.
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