Was passiert, wenn du 40 Tage lang deinen besten Freund datest

Image: Courtesy of Abrams.
Viele Beziehungen fangen als Freundschaft an. Ein zweideutiger Blick oder eine Berührung oder – wir sind ja alle Erwachsene hier – eine Nacht nach ein paar zu vielen Drinks und ganz schnell geht man von „nur befreundet“ zu „zusammen“ über. Doch die wenigsten Wechsel von Freundschaft zu Beziehung beginnen so direkt wie die von Jessica und Timothy. Frustriert von der New Yorker Dating Szene und genervt davon, sich ständig gegenseitig über ihre gescheiterten Liebschaften zu beschweren, fragten sich die platonischen Freunde: Was würde passieren, wenn wir uns 40 Tage lang daten würden – und versuchen, im Prozess unsere schlimmsten Beziehungsgewohnheiten zu brechen?
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Jessica, die sich selbst als hoffnungslose Romantikerin beschreibt, stürzte sich ständig in die nächste Beziehung, nur um danach enttäuscht zu sein, wenn es nicht geklappt hat. Time auf der andere jonglierte lieber mit Frauen anstatt nach „der Einen“ zu suchen” und gab zu, Bindungsängste zu haben. „Ich finde dieses Projekt verrückt und wunderbar und riskant“, sagte er, „und Jessie ist die einzige Person, die genauso verrückt und riskant ist“. „Tim und ich sind schon seit Jahren miteinander befreundet und wir machen uns immer gegenseitig über unsere Beziehungsprobleme lustig“, erklärt Jessica am Anfang des Experiments. „Ich frage mich, ob es helfen könnte, zwei Menschen mit entgegengesetzten Problemen zusammen zu tun“.
Illustration: Abrams.
Die Spielregeln: Jessica und Timothy mussten sich jeden Tag sehen, einmal die Woche zur Paartherapie gehen, einen täglichen Fragebogen über ihre Fortschritte ausfüllen, mindestens drei Mal die Woche auf Dates gehen und einen Wochenendtrip zusammen unternehmen. Oh, und sie durften mit niemand anderem „ausgehen, rummachen oder Sex haben“. Wenn zwei Freunde entscheiden, von null Romantik zu schaffen und die Details zu dokumentieren, ist eine faszinierende soziologische Achterbahnfahrt zu erwarten; wenn die beiden dazu noch Designer, Illustratoren und Art Director sind, ist das Ergebnis außerdem ein beeindruckender viraler Blog, gefolgt von einem graphisches, buntes Buch, in dem die Erfahrung aufgezeichnet ist.
40 Days of Dating: The Book ist in englischer Sprache auch in Deutschland erhältlich. Im Folgenden findest Ausschnitte und ausgewählte Illustrationen aus dem Buch.
Tag 1 – 20. März 2013
Jessica
„Wir hatten unser erstes Date im Restaurant Fat Radish in der New Yorker Lower East Side. Sie hatten die besten gebratenen Karotten… Ehrlich gesagt bin ich ziemlich nervös. Aber ich weiß, dass ich etwas ausprobieren muss, wenn es mich nervös macht. Ich mag es nicht, vor etwas Angst zu haben. Egal wie es ausgeht, es wird definitiv eine interessante Erfahrung.“
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Illustration: Abrams.
Timothy
„Das neue Justin Timberlake Album ist gestern erschienen und es hat mich total in Stimmung gebracht… aber mal ehrlich, Jessica und ich sollten ein ‘JT’ Logo mit ihm teilen. Wie auch immer, ich hatte das Gefühl, dass wir beide gestern so einen Moment hatten, in dem wir uns beide dachten ‘Verdammt, wir machen das wirklich?!’“
Tag 21– 9. April 2013
Jessica
„Tim sagt ich verfalle in die „braves Mädchen“ Rolle und dass ich meine maskuline Energie ein bisschen mehr zeigen sollte… Er findet ich bin zu nachgiebig und empathisch und dass ich zugelassen habe, dass Freunde und Ex-Partner das habe ausnutzen lassen. Ich vermittle Leute gerne den Eindruck, dass ich zufrieden und glücklich bin.“
Timothy
„Es ist leicht für mich, verschiedene Bereiche in meinem Leben zu trennen und nicht meine ‘Welten aufeinandertreffen zu lassen’, wie in dieser alten Seinfeld Folge… Ich kann jetzt schon sehen, wie ich Jessica in eine kleine Box packe und sie nicht an den Rest meines Lebens lasse. Ich weiß, dass das kein gesundes Verhalten ist. Ich würde das gerne ändern, aber ich weiß gerade nicht so ganz, wie ich das angehen soll.“
Illustration: Abrams.
Tag 39 – 27. April 2013
Jessica
„Ich liebe ihn schon als guten Freund geliebt. Nachdem ich mir erlaubt habe, mich ihm zu öffnen und meine Hüllen fallen zu lassen, habe ich angefangen, mich auch in ihn zu verlieben. Ich habe mich ihm zu schnell geöffnet, war zu einfühlsam und habe noch eine gescheiterte Beziehung zur Liste hinzugefügt. Ich weiß nicht mehr, was ich tun oder denken soll.“
Timothy
„Wir kamen zurück und saßen zusammen im Bett. Während wir da saßen, begannen wir zu kuscheln und uns zu küssen. Ich kann voll und ganz sagen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so erregt war wie in diesem Moment. Ich wollte jeden Teil ihres Körpers, aber ich fühlte mich so schuldig. Sie flüsterte: „Sollen wir Trennungssex haben?“
Um herauszufinden, wie das Experiment von Jessica und Timothy ausgeht, empfehlen wir das Buch – es lohnt sich!
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