6 Tipps für das erste und jedes weitere Mal

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Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie soll ich mich verhalten? Das erste Mal geht häufig mit Bedenken und Ängsten einher. Grund ist nicht allein die fehlende Erfahrung. Auch gesellschaftliche Idealvorstellungen, wie Mann und Frau sich beim Sex verhalten sollten, sorgen für Unsicherheit. Sie können Leistungsdruck auslösen und fehlendes Selbstwertgefühl fördern, was wiederum zu Hemmungen und Problemen beim Sex führen kann. Wir zeigen Euch, wie Ihr mit Kommunikation und Selbsterfahrung das erste und jedes weitere Mal entspannter genießen könnt.

Das erste Mal – die Basis für ein erfülltes Sexleben

Foto: Mantini Natalia
Das erste Mal haben die Deutschen im Schnitt mit 17,2 Jahren*. Die Spanne nach oben sowie nach unten ist dabei groß, wann Männer und Frauen, Mädchen und Jungen ihren ersten Sex haben. Und das ist auch gut so. Der richtige Zeitpunkt für das erste Mal ist, wann immer Ihr Euch bereit fühlt – nicht früher und nicht später. Sei es mit 14 oder 34 Jahren, dass spielt keine Rolle. Keiner muss sich schlecht fühlen – ob älter oder jünger – noch keinen Sex gehabt zu haben. Ist es soweit und Ihr habt Lust mit jemandem intim zu werden? Habt aber noch Bedenken? Dann können Euch die folgenden sechs Punkte helfen Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.
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1. Lerne Dich selbst zu lieben

Das erste Mal fängt bei Euch selbst an. Bevor Ihr beim Sex mit jemand anderem intim werdet und dessen Körper entdeckt, solltet Ihr vorher Euren eigenen Körper erkunden. Die “Trockenübung” hilft Euch dabei Eure erogenen Bereiche besser zu verstehen und eröffnet Euch, welche Berührungen Ihr angenehm findet und welche nicht. Nehmt Euch dafür Zeit und sucht einen ruhigen Ort, wo Euch niemand stört. Legt Euch bequem auf das Bett, das Sofa oder macht es Euch bei einem warmen Bad gemütlich. Streichelt mit den Händen über die Haut, um die Brust und Nippel herum und spielt mit ihnen. Wie gefällt Euch diese Berührung? Weiter geht’s über den Bauch zum Intimbereich. Frauen können zunächst sanft über die Schamlippen und Klitoris streicheln. Die Innenschenkel könnt Ihr ebenfalls sanft massieren und immer wieder mit Euren Streifzügen zur Vulva zurückkehren.
Männer können ihren Penis in die Hand nehmen, ihn leicht massieren, die Eichel sowie die Hoden können mit einbezogen werden. Spürt Ihr Erregung und stimulierende Gefühle dabei, könnt Ihr das Spiel fortsetzen und intensivieren. Umschließt den Penis mit der Hand und bewegt diese langsam auf und ab. Spielt mit Druck und Geschwindigkeit. Gefällt Euch, was Ihr macht? Dann macht einfach weiter. Als weitere Übung könnt Ihr Euch Eure Genitalien auch einmal im Spiegel anschauen. Wie sieht Eure Vulva aus bzw. der Penis. Ihr könnt Euch auch gerne währenddessen befriedigen und Euch dabei beobachten. Ein gutes Gespür für Euren eigenen Körper kann später beim Sex helfen entspannter und selbstbewusster zu agieren.
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2. Redet über Sex

Kommunikation ist wichtig beim ersten Mal – vor, während und nach dem Sex. Umso offener Ihr miteinander seid, umso besser könnt Ihr beide einschätzen, was der andere sich vorstellt. Sorgen, Bedenken und erste Erlebnisse könnt Ihr miteinander teilen. Wisst Ihr schon, was Ihr Euch wünscht oder was ihr gerne mögt, dann teilt es dem anderen ebenfalls mit. Will einer von Euch etwas, dass der andere nicht möchte, sollte dies unbedingt respektiert werden. Umso besser Ihr im Vorhinein übereinander Bescheid wisst, umso entspannter wird das erste Mal.
Es kann helfen, wenn Ihr Euch verabredet, um über das Thema zu reden. Nehmt Euch Zeit und Ruhe dafür. Habt Ihr Ängste, dann formuliert diese klar: „Ich habe Angst, dass ich irgendwas falsch machen werde!“ oder „Ich habe Angst, dass es wehtut!“. Sprecht Ihr Eure Bedenken einmal vor dem Partner aus, könnt Ihr die Sorgen gemeinsam angehen. Wenn Ihr nicht direkt mit dem Partner darüber reden möchtet, könnt Ihr Eure Gedanken auch aufschreiben, sodass der andere sie lesen kann. So könnt Ihr in Ruhe überlegen, wie Ihr die Aussagen formulieren möchtet. Ihr könnt Euch auch vorher mit Freunden unterhalten, die bereits Sex hatten. Denkt aber daran, dass jeder Mensch anders ist und Eure Wünsche ganz anders sein können. Diese Gespräche könnt Ihr mehr als Inspiration nutzen, denn als Anleitung.

3. Verhütung nicht vergessen

Es sollte nicht nur beim ersten Mal, sondern generell beim Sex verhütet werden. Ihr könntet nicht nur schwanger werden, sondern Euch auch mit Geschlechtskrankheiten anstecken. Das gilt besonders, wenn einer von Euch schon einmal mit einer anderen Person Sex hatte.
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4. Der Performance-Gedanke

Viele Teenager, aber auch ältere Generationen kennen Sex häufig aus Pornos, bevor sie selbst mit jemandem schlafen und denken, so sähe “richtiger Sex” aus. In Hardcore-Filmen sieht man oft, wie Männer Frauen dominieren und Frauen dies uneingeschränkt toll finden. Bei diesem Rollenklischee steht meist die Lust des Mannes im Vordergrund. Frauen in dominanten Rollen werden häufig nur in Form der Domina gezeigt. Darüber hinaus kommen Frauen und Männer in den Filmen fast jedes Mal zum Orgasmus, sind immer erregt und es geht nie etwas schief. Mit der Realität hat diese Darstellung selten etwas zu tun. Pornofilme suggerieren eine leistungsorientierte Einstellung zum Sex, wobei Mann die Frau im „Hammer-Tempo“ penetriert, bis am Ende beide völlig erschöpft gemeinsam zum Orgasmus kommen. Diese Vorstellungen von Sex existieren aber nicht nur in Pornos, sondern sind auch in der Gesellschaft weit verbreitet.
So fördern diese vermeintlichen Idealbilder nicht selten Stress und Erwartungsdruck beim Sex, gerade bei Jugendlichen. Sex ist aber nicht perfekt und sollte nicht den Anspruch haben. Es passiert, dass er keine Erektion bekommt, sie nicht feucht wird oder einer von beiden nicht kommt und das nicht nur beim ersten Mal. Sex sollte als gemeinsame Sinneserfahrung verstanden werden, als Kommunikation zwischen zwei Körpern, die zärtlich oder auch leidenschaftlich sein kann. Beide Partner sollen Spaß haben, sich nicht verstellen müssen und ein Orgasmus ist sicherlich etwas Schönes aber sollte er ausbleiben, ist das kein Grund zur Panik. Probiert Euch aus und findet gemeinsam heraus, was Euch gefällt.
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5. Vorspiel, Vorspiel, Vorspiel… Hab ich schon Vorspiel gesagt?

Euer erstes Mal solltet Ihr langsam angehen. Nehmt Euch Zeit dabei den Körper des anderen zu erkunden. Was Ihr vorher im Alleingang probiert habt, könnt Ihr nun auch mit Eurem Partner oder Eurer Partnerin ausprobieren. Streichelt die Haut des anderen, saugt und liebkost die Nippel, verwöhnt den Intimbereich der anderen Person mit der Hand. Gebt Euch dabei gegenseitig Feedback, wie es sich anfühlt. Die Rückmeldung könnt ihr mit Worten, Lauten oder den Händen geben. Gefällt Euch etwas nicht, dann sagt dem anderen, was Ihr Euch wünscht oder führt ihn an die Stelle, wo Ihr zum Beispiel lieber liebkost werden möchtet. Sagt ihm oder ihr „Probier es mal hier.“ oder „Probier es mal so.“. Konkrete Hinweise helfen Eurem Partner sich sicherer zu bewegen und zu wissen, dass Euch gefällt, was er oder sie gerade macht.
Da die Scheide beim ersten Mal noch nicht an Penetration gewöhnt ist, kann der Mann die Partnerin beim Vorspiel sanft mit den Fingern und oral mit der Zunge verwöhnen, um sie so behutsam auf den Akt vorzubereiten. Fragt aber vorher, ob das Fingern und Oralsex ok sind. Gleiches gilt für den Mann und seinen Penis. Mit Hand oder dem Mund kann dieser erregt und stimuliert werden. Eure Erregung baut sich beim Vorspiel langsam auf. Die Zeit Eures Entdeckens hilft Euch zu entspannen und den gemeinsamen Moment der Intimität besser genießen zu können. Frauen haben zudem Zeit ausreichend feucht zu werden und Männer eine voll ausgebildete Erektion zu erreichen. Beides hilft den anschließend Einstieg zum Sex einfacher zu machen.
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6. Es kann zur Sache gehen

Ist die Scheide beim Vorspiel feucht geworden und der Penis hart, kann er sein Glied langsam versuchen in die Vagina gleiten zu lassen. Umso langsamer er vorgeht und um so entspannter sie dabei ist, desto besser wird es funktionieren. Sollte es dennoch unangenehm sein, unterbrecht kurz, legt eine Pause ein und macht mit Petting weiter. Fühlt Ihr Euch beide wieder bereit, könnt Ihr einen neuen Versuch starten.
Ist der Penis in der Scheide, sollte er kurz verweilen und sich nur ein wenig in ihr bewegen. So können sich die Vaginalmuskeln an das Gefühl gewöhnen und langsam dehnen. Mit sachten Hin- und Herbewegungen kann er allmählich mehr wagen. Achtet dabei auf Eure gegenseitige Körpersprache. Fragt, ob es sich gut für den anderen anfühlt. Nachdem die ersten Schritten getan sind, probiert gerne andere Stellungen. Im Anschluss haben wir 3 einfache Stellungen für Euch, die Ihr für das erste Mal ausprobieren könnt.

Sexstellungen für das erste Mal

Die Missionarsstellung: Der Klassiker unter den Stellungen ist perfekt für das erste Mal. Er liegt dabei auf ihr und sie hat die Beine gespreizt, während er in sie eindringt. Durch den engen Körperkontakt wird die Klitoris gleichzeitig stimuliert, während die geschlossenen oder weiter geöffneten Beine für unterschiedlich tiefgehende vaginale Stimulation sorgt. Intensiver Augenkontakt, sanfte Berührungen und viel Intimität geben Euch die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren und die Körpersprache des anderen besser wahrnehmen zu können.
Die Löffelchenstellung: Diese Stellung ist bequem für beide Partner, sodass Ihr entspannt und intim miteinander kuscheln könnt. Er dringt von hinten ein und verwöhnt sie vaginal. Dabei kann er ihren Nacken liebkosen und mit den Brüsten oder Klitoris spielen.
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Die Reiterin: Hier nimmt sie die Zügel in die Hand. Warum ist das von Vorteil? Die Frau kann seinen Penis in ihrem Tempo in sich hineingleiten lassen und wie es ihr gefällt auf dem Partner „reiten“. Schneller oder langsamer, dass ist ganz ihr überlassen. Die Klitoris ist in dieser Stellung zudem gut zugänglich für den Mann, dass heißt er kann den Lustpunkt sanft streicheln und ihr noch zusätzliche Stimulation bescheren.

FAQ zum ersten Mal

Tut die Scheide beim Einführen des Penis weh?
Wenn das der Fall ist, teilt ihm umgehend mit, dass es wehtut. Er sollte dann seinen Penis sofort herausziehen. Macht danach eine kurze Pause mit Kuscheln und Petting. Seid Ihr beide wieder bereit, könnt Ihr noch einmal behutsam einen Neustart wagen. Er sollte den Penis sehr langsam einführen. Achtet dabei gegenseitig auf die Körpersprache des anderen und versucht Euch bewusst zu entspannen.
Die Scheide wird nicht feucht genug?
Ein längeres Vorspiel mit Streicheleinheiten, Oralsex und Co. können ihr helfen feucht zu werden. Funktioniert es dennoch nicht, könnt Ihr es mit einem Gleitgel versuchen.
P.S. Speichel ist kein Gleitgel!
Er kommt sehr schnell zum Orgasmus?
Das kann unterschiedliche Gründe haben. Zum einen hat er sich noch nicht an das Gefühl beim Sex gewöhnt und nimmt die Stimulation als sehr erregend wahr. Dieses Gefühl wird sich mit der Zeit bei den meisten Männern abschwächen. Manche Männer können auch eine sensiblere Eichel haben, die stärker auf Stimulation reagiert. Hier empfiehlt es sich langsam zu machen, immer wieder kurze Pausen einzulegen und ruhig zu atmen.
Sie oder er kommt nicht zum Orgasmus?
Es kann passieren, dass Mann oder Frau beim Sex nicht kommt. Das ist kein Grund zur Panik. Generell gilt, dass Ihr Sex weniger leistungsorientiert angeht und den Spaß nicht am Höhepunkt festmacht. Genießt lieber das Liebesspiel und die gemeinsame Zeit. Wird der Akt von einem Orgasmus gekrönt, umso besser. Braucht ihr länger oder habt Schwierigkeiten den Höhepunkt zu erreichen, hilft ein ausdauerndes Vorspiel und gegebenenfalls zusätzliche Stimulation anderer erogenen Bereichen.
Das Kondom rutscht ab?
Das liegt meistens daran, dass das Kondom nicht richtig passt. Männer sollten ihre Kondomgröße kennen und dementsprechend das passende Kondom für sich holen. Hier könnt Ihr Eure Kondomgröße ganz einfach ermitteln.
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