Warum es okay ist, sich dem permanenten Druck glücklich sein zu müssen, zu entziehen

Auch wenn ich als gut gelaunter Sonnenschein bekannt bin, habe ich das Recht auch mal schlecht drauf zu sein und dies auch zu zeigen.

Squiggly Line
Wenn du dir immer nur Sorgen machst, was andere über dich denken, findest du nie zu dir selbst. Im Leben geht es um mehr, als Listen abzuhaken und in, von anderen vordefinierte, Schubladen zu passen. Such dir deinen eigenen Weg abseits ausgetrampelter Pfade, vertraue dir und deiner Vision und schere dich nicht darum was andere denken. Klar, das ist leichter gesagt als getan, aber es ist doch so: Die Welt braucht keine neuen Heldinnen. Sei einfach deine eigene und sei dir selbst genug. Erst wenn du anderen nicht mehr gefallen musst, bist du frei so zu sein, wie du wirklich bist. Mit Ecken und Kanten. Nicht perfekt, dafür authentisch. Das ist der Spirit der Anti-Heldin. Getreu dem Motto 'own your weirdness' haben wir uns mit Converse und dem One Star zusammengetan und eine kleine, aber feine Anti-Heldinnen Gang in Berlin getroffen. Melis, Amanda und Lili haben ihre Stories mit uns geteilt, wie sie gelernt haben, 100% sie selbst zu sein. Ihre Message ist klar: Sei so, wie du bist und steh zu deinen Macken und deiner Herkunft. Denn genau das ist es, was dich ausmacht und eröffnet dir die Chance zu echter, unverfälschter Selbstliebe. Lili erzählt uns heute im zweiten Teil unserer Anti-Heldinnen Reihe ihre Geschichte.
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v.l.n.r.: Lili, Melis, Amanda / Foto: Joanna Legid
„Schon mit 6 Jahren fand ich meine Zähne sehr merkwürdig. Statt eines Überbisses, schiefen oder geraden Zähnen, waren meine komisch nach hinten gebogen. Ich weiß nicht warum mich das damals so beschäftigte. Ich denke es lag daran, dass ich bis heute noch niemanden mit Zähnen wie meinen gesehen hatte. Ich weiß noch, dass ich mich stark mit anderen Kindern und deren Zähnen verglich und darauf achtete, meinen Mund möglichst geschlossen zu halten, bis mir mit acht Jahren oder so in den Ferien an der Ostsee ein Junge sagte, dass mein Lachen 'mega cool' sei! Von diesem Tag an waren mir meine Zähne egal, ich verwehrte sogar die Zahnspange, die ich hätte kriegen können. Mein von da an ständiges, unbeschwertes Lachen, ließ manche fragen, ob ich überhaupt traurig sein kann. Solche Fragen irritieren mich heute noch. Na klar ist ein Mensch nicht immer glücklich, auch ich nicht. Es stört mich, wenn andere mir sagen, dass ich ein immer gut gelaunter Sonnenschein sei. Ich fühle mich dann wie in eine eindimensionale Schublade gesteckt. Ich möchte nicht das Gefühl haben der Erwartung entsprechen zu müssen stets gut drauf zu sein. Das heißt aber nicht, dass ich aufhören werde zu lachen!
Foto: Joanna Legid
Ich denke schon, dass manche Menschen, die mich in der Bahn beobachten und bemustern, meinen Kleidungsstil als eigenartig empfinden. Mir wird auch oft gesagt ich würde mit meiner Frisur aussehen wie aus den 80ern gesprungen. Mit 16 Jahren hatte ich Haarausfall, nachdem ich ein starkes Antibiotikum verschrieben bekommen hatte. Deswegen sind meine Haare jetzt nicht mehr so lang, sondern etwas wilder. Anfangs habe ich es gehasst. Mittlerweile gefällt mir das. Das liegt daran das ich selbstbewusster bin als früher. Das habe ich hauptsächlich meinen Freunden zu verdanken. Früher habe ich andre oft unterbrochen und reingeredet. Es hat mich schon verletzt daraufhin als dominant und rücksichtslos bezeichnet zu werden. Ich empfand mich als kleines Mädchen nicht so. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, gebe ich das zu. Dennoch schäme ich mich nicht dafür. Wenn man jung ist, sollte es erlaubt sein, Fehler zu machen. Nur so lernt man.
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v.l.n.r.: Amanda, Lili, Melis / Foto: Joanna Legid
Schuhe One Star 'Pinstripe' von Converse, Amanda Shirt: Fred Perry x Amy Winehouse Foundation, Strümpfe: Weekday, Cord Jacke: Weekday, Rock: Wood Wood Lili Jogginghose: Björn Borg, Sweatshirt: Uniqlo, Rock: Joseph Melis Jeans: Monki, Shirt: Fred Perry, Socken: Stance Sonnenbrillen: Mykita
Hier geht's zu Teil I unserer Anti-Heldinnen Reihe:

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