Werdet doch mal selbst kreativ, anstatt an Halloween zu billiger Massenware zu greifen

Foto: H&M, Asos, Six
In fünf Tagen ist also endlich Halloween. Freue ich mich darauf? Nein. Seit zirka drei Wochen dreht sich auf allen Kanälen meines digitalen sozialen Lebens gefühlt fast alles nur noch um das Gruselfest. Mir geht dieser Halloween-Hype ehrlich gesagt gehörig auf die Nerven. Warum müssen Volksbräuche in alle Winkel dieser Erde exportiert werden? Nie vergesse ich meinen ersten bewussten Berührungspunkt mit Halloween. Vor zirka 16 Jahren, ich war damals mit meinem Bruder alleine zu Hause mit Pizza und Film, klingelte es plötzlich an der Türe und eine Bande Rotznasen verlangte nach Süßigkeiten. Da wir keine im Haus hatten, gingen die Quälgeister leer aus und spuckten uns zum Dank gegen das Küchenfenster.
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Einige Jahre später, ich lebte schon in Berlin, schrappte ich an Halloween knapp an einem Herzkasper vorbei. Ich war auf dem Heimweg mit dem Fahrrad und ein mit Scream-Maske verkleideter Teenager sprang plötzlich hinter einem Auto hervor. Wo wir nun auch endlich beim Thema wären, das mich fast am meisten aufreibt. Dem Verkleidungswahn. Zu Halloween bieten inzwischen auch hierzulande immer mehr Stores und Klamottenmarken lustige Halloween-Artikel an. Mit Spinnenweben bedruckte Leggings, Plastikfledermaus-Haarreifen, Hoodies in Skelettoptik und Choker mit allerlei Krabbelgetier – schnell und günstig produziert, um eine extrem kurzlebige Nachfrage abzudecken
Schließlich möchte keine*r einen dreistelligen Eurobetrag für ein Kostüm hinblättern, dass sie*er mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit nur ein einziges Mal tragen wird. Und das ist genau mein Problem. Am Wochenende von Halloween dreht sich alles um das lustigste Outfit und die beste Verkleidung – und ich weiß, ich klinge gerade wie der letzte Partypooper. Sieht man aber die ganze kurzlebige Ware, die in Massen auf Kleiderbügeln und -Stangen hängt und deren Preisschilder sich konsequent unterbieten, geht einem doch irgendwie die Lust verloren. Oder bin ich hier alleine?
Ich will mir gar nicht ausmalen, wie viel der Kleidung zum Schluss nach einem Mal tragen in der Altkleidersammlung oder schlimmstenfalls im Müll landet. Was die Nachhaltigkeit von modischen Anschaffungen angeht, passiert gerade unglaublich viel in der Gesellschaft und in den Köpfen der Menschen. Doch Nachrichten wie zuletzt die Enthüllung, dass H&M tonnenweise ungetragene Kleidung verbrennt (hier geht es zum Artikel auf Refinery29), holen doch in regelmäßigen Abständen wieder auf den Boden zurück. Wie viele Halloween-, Weihnachts- und Valentinstagspullover mit lustigen Prints und Strickmustern landen wohl jedes halbe Jahr in der Tonne?
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Anstatt kopflos schnell und billig produzierte Massenware zu kaufen, die ungefähr so inspirierend ist, wie ein Stein, schreit ein Ereignis wie Halloween doch danach, selbst kreativ zu werden. Wir haben da auch schon mal was vorbereitet. Schaut doch zum Beispiel mal am Ende dieses Artikels nach Tipps und Ideen. So und jetzt ab in die Kunstblutdusche und die Gesichtstusche ausgepackt und ein paar Kinder erschreckt!
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