Ihren Aufenthalt in der Psychiatrie verarbeitet diese Frau in 16 Bildern

Foto: Laura Hospes.
„Meiner Meinung nach geht es in den sozialen Medien überwiegend darum, das eigene Leben so großartig und glücklich wie möglich darzustellen. Wie man sich wirklich fühlt, all die Dinge, die hinter der Kamera passieren, bleiben oft im Verborgenen“, schreibt Laura Hospes in ihrer Email an uns. Die niederländische Fotografin weicht deshalb in ihrer Arbeit ganz bewusst davon ab und hat kein Interesse daran, den Betrachter*innen das zu zeigen, was sie gewohnt sind zu sehen.
Ganz im Gegenteil: In ihrer Fotoserie „UCP-UMCG“ erzählt die Künstlerin ihre ganz persönliche Geschichte und nimmt uns mit auf eine intime Reise in schwarz und weiß.
Namensgebend für ihr Projekt diente der Niederländerin die Klinik, in der sie nach einem Suizidversuch für einige Zeit stationär untergebracht war. Hospes dokumentiert auf ihren Fotografien ihre eigene Transformation während der fortschreitenden Behandlung ihrer Depressionen, Ess- und Angststörungen. Schonungslos lässt sie uns durch die Momentaufnahmen an den verschiedenen Phasen ihres Heilungsprozesses teilhaben und erzählt ganz offen von den eigenen Unsicherheiten und Rückschlägen.
Bereits am ersten Tag ihres Aufenthaltes in der Klinik begann Hospes mit dem Fotografieren. Während sie diese ersten Bilder noch auf ihrem iPhone fotografierte, entstanden die späteren Aufnahmen dann mit einer richtigen Kamera. Nachdem sie im ersten Monat noch ihre eigenen Sachen bei sich haben durfte, wurde ihr nach einem weiteren Suizidversuch nur noch ein privater Gegenstand in ihrem Zimmer erlaubt. Hierbei wechselte sie dann meist zwischen Handy und professioneller Kamera hin und her.
Während der Anpassungsphase an die Regeln der Einrichtung entwickelten sich die Fotografien für Laura Hospes zu einem äußerst wichtigen Teil ihres alltäglichen Lebens in der Klinik: „In den richtig schlimmen Phasen ging es einfach darum, sich weniger alleine zu fühlen, eine Aufgabe zu haben.“ Beim Betrachten der Bilder fällt sofort der intime Umgang mit der Kamera auf, so dass es nicht schwer fällt zu verstehen, was die Fotografin damit meint. Im Dialog mit der Kamera hilft sie sich selbst über das Gefühl der Einsamkeit hinweg.
In der folgenden Slideshow, könnt ihr euch durch die sehr persönlichen Portraits klicken.
Triggerwarnung: Eines der Bilder zeigt Folgen von selbstverletzendem Verhalten!
Wenn Ihr euch selbst betroffen fühlt, kontaktiert bitte jederzeit die Telefonseelsorge. Unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhaltet ihr Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen finden konnten.

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