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Was hinter dünner werdendem Haar stecken kann & wie du dir damit behilfst

Foto: Brayden Olson
Als ich letztes Jahr einen Termin bei einer Dermatologin vereinbarte, um meine hormonelle Akne ein für alle Mal in den Griff zu bekommen, ahnte ich noch nicht, dass ich danach so viel mehr über meinen Körper wissen würde.
Innerhalb von einer Stunde fand ich heraus, dass meine Akne wahrscheinlich eine Folge meines polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS) ist, einer Erkrankung ,an der etwa jede zehnte Frau in Deutschland leidet. Laut Dr. Prudence Knight, einer Online-Ärztin bei Push Doctor, wird PCOS vermutlich durch ungewöhnliche Hormonlevels verursacht. Neben unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden und Schwierigkeiten damit, schwanger zu werden, weil der Eisprung ausbleibt oder zu selten stattfindet, können körperliche Symptome wie Akne und Gewichtszunahme sowie übermäßiger Haarwuchs auftreten – typischerweise im Gesicht, aber auch auf der Brust, dem Gesäß und dem Rücken (nur einige Beispiele). Dünner werdendes Haar an der Kopfhaut kann aber ebenfalls ein Problem sein, das mit PCOS in Verbindung gebracht werden kann, wie meine Dermatologin betonte. Überraschenderweise war das etwas, das mein Hausarzt bei der Diagnose nicht erwähnt hatte, obwohl ich dieses Problem bereits bei zahlreichen Besuchen angesprochen hatte.
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Das ergab einerseits Sinn und andererseits wieder nicht. Es erklärte die schütteren Stellen an meinen Schläfen und um meinen Haaransatz herum – der Grund, warum ich mein Haar ungern hochgesteckt trage. Ich will nämlich nicht, dass kahle Partien zu sehen sind. Was ich jedoch nicht verstand, war, dass die Krankheit an manchen Stellen zu übermäßigem Haarwuchs führt und gleichzeitig eine Ausdünnung der Haare an der Kopfhaut verursachen kann.
„Bei PCOS liegt der Androgenspiegel (auch bekannt als männliches Hormon) meist im oberen Bereich des Normalbereichs und ist manchmal sogar erhöht“, erklärt Glenn Lyons, klinischer Direktor der Philip Kingsley Trichological Clinic. „Diese Hormone, vor allem Testosteron, sind auch der Hauptkatalysator und -einflussfaktor in Zusammenhang mit weiblichem Haarausfall, der auch als ‚androgenetische Alopezie‘ bekannt ist“, fügt er hinzu, was die Trichologin Jane Martins, die ebenfalls an dieser Klinik tätig ist, weiter ausführt. „Die Haarfollikel verkleinern sich und beginnen, feineres Haar zu produzieren. Das führt dazu, dass betroffene Personen bemerken, dass ihre Scheitel breiter werden“, sagt sie. „Die Haare am oberen und mittleren vorderen Haaransatz werden dünner“, so Lyons weiter. „Entgegen der Wahrnehmung von Betroffenen findet der Haarausfall immer schleichend statt.“
Bei der Diagnose ist Haarausfall ein häufiger Indikator. „Es ist inzwischen erwiesen und wird von Hormonspezialist:innen anerkannt, dass ein weiblicher Haarausfall (auch bekannt als ‚Female Pattern Hair Loss‘ oder ‚FPHL‘) ein wichtiges Kriterium beim Verdacht auf PCOS ist, insbesondere bei jüngeren menstruierenden Frauen“, sagt Lyons. Er betont aber Folgendes: „Das Vorhandensein von polyzystischen Ovarien wirkt sich nur dann wirklich negativ auf das Kopfhaar aus, wenn eine erbliche Veranlagung für dünner werdendes Haar besteht. Interessanterweise wurde mithilfe einer Studie, die 2004 im European Journal of Endocrinology veröffentlicht wurde, nachgewiesen, dass Frauen mit weiblichem Haarausfall deutlich häufiger an PCOS leiden als Frauen ohne Haarausfall. In der Untersuchung wurde bestätigt, dass 67 Prozent der Frauen mit PCOS auch Haarausfall aufwiesen.“
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Was kannst du also tun, wenn dein Haar als Folge von PCOS dünner wird?
Spironolacton
Vielleicht hast du schon einmal von der Verwendung von Spironolacton zur Behandlung von hormoneller Akne gehört. Diese Pille ist ausschließlich für Frauen gedacht und sollte in der Regel täglich eingenommen werden. Normalerweise wird Spironolacton eingesetzt, um niedrigen Blutdruck zu behandeln. Diese winzige weiße Pille weist aber auch eine antiandrogene Wirkung auf. In bestimmten Dosen blockiert sie effektiv männliche Hormone und reduziert in der Folge sowohl unerwünschte als auch die Ausdünnung der Haare, so die Dermatologin und Autorin von The Skincare Bible, Dr. Anjali Mahto.
„Spironolacton ist ein kaliumsparendes Diuretikum, das häufig im Falle von älteren Patient:innen mit Herzproblemen bei der Behandlung von Blutdruckserkrankungen verwendet wird“, erklärt sie. „Frauen mit PCOS haben in der Regel zwei verschiedene Arten von Haarproblemen. Sie leiden oft an übermäßiger Gesichts- oder Körperbehaarung, können aber auch Kopfhaarausfall haben, der sich oft als Ausdünnung am Scheitel und an den Schläfen zeigt. In einer bestimmten Dosis kann sich Spironolacton positiv auf das Wachstum des Kopfhaars auswirken. Es sollte jedoch nur von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Dermatologie verschrieben werden, der oder die Erfahrung damit hat.“
Es ist auch wichtig, hervorzuheben, dass Spironolacton ein Diuretikum ist. Das bedeutet, dass es für gewöhnlich die Urinausscheidung erhöht. Andere Nebenwirkungen können Müdigkeit und Verspannungen der Brustmuskulatur sein (nur einige Beispiele). Daher solltest du vor der Einnahme von Spironolacton immer erfahrene Spezialist:innen wie Dermatolog:innen oder deinen Hausarzt oder deine Hausärztin zu Rate ziehen. Wenn Spironolacton für dich nicht in Frage kommt, empfiehlt Martins auch, mit einem Arzt oder einer Ärztin deines Vertrauens über eine mögliche Verwendung anderer oral einzunehmender Antiandrogene wie Dianette zu sprechen.
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Topische Behandlungen
„Trotz der großen Menge an Produkten, die im Einzelhandel erhältlich sind und beworben werden, sind sie meist ineffektiv, wenn es darum geht, die Auswirkung von Androgenen auf Haarfollikel zu kontrollieren“, sagt Lyons. Es gibt aber eine kleine Anzahl von topischen Behandlungen, die helfen können.
„Haarfollikel befinden sich nur 3-4 mm unter der Oberfläche der Kopfhaut, und in dieser Klinik behandeln wir weiblichen Haarausfall seit vielen Jahren mit Erfolg. Das ist durch die tägliche Anwendung einer Antiandrogenlösung möglich. Bei mindestens 90 Prozent der Patient:innen, die sich dieser Behandlung unterziehen, ist in den ersten 12-14 Monaten eine deutliche Zunahme der Haardichte (Haare pro Quadratzentimeter) zu beobachten. Bei fortgesetzter Anwendung bleibt die Dichte erhalten.“
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Minoxidil
„Minoxidil ist ein gefäßerweiternder Wirkstoff, der das Wachstum anregt, und ein bekannter Wirkstoff, der bei diesem Problem eingesetzt wird“, erklärt Martins. Es verursacht Hypertrichose – übermäßigen Haarwuchs. Wenn du aber bereits übermäßige Gesichts- und Körperbehaarung hast, ist die Einnahme von Minoxidil möglicherweise nicht die beste Option für dich. In einer Studie, die im International Journal of Dermatology veröffentlich wurde, zeigt sich jedoch, dass niedrig dosiertes oral eingenommenes Minoxidil (0,25 mg) in Kombination mit Spironolacton (25 mg) zu einem Rückgang des Haarausfalls bei Frauen führte.
Topisches Minodixil gibt es in unterschiedlichen Stärken in Form einer Lotion oder eines Schaums und kann auf die schütteren Stellen aufgetragen werden. „Für welchen Prozentsatz du dich entscheiden solltest, hängt in der Regel vom Ausmaß der Haarausdünnung ab“, erklärt Martins, da das von Person zu Person unterschiedlich ist. Lass dich vor der Anwendung also lieber immer von Apotheker:innen, Hausärzt:innen oder Tricholog:innen beraten.
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Laser-Lichttherapie
Laut der Trichologin Sally-Ann Tarver ist Lichttherapie ebenfalls eine ratsame Option für diejenigen, deren Haar infolge von PCOS schütter wird. Sie rät zu tragbaren Geräte für zu Hause, die diese Funktion erfüllen, wie dem Laserhelm von Theradome. „Eine Laser-Lichttherapie hat eine ähnliche Wirkung wie Minoxidil und regt die Durchblutung der Haarfollikel an, verbessert aber darüber hinaus die Haarqualität und -struktur“, erklärt sie. „Meiner Meinung nach sind die Ergebnisse besser als jene mithilfe von Minoxidil. Eine Lichttherapie ist einfacher und verursacht keine Nebenwirkungen. Sie muss nicht jeden Tag durchgeführt werden, weshalb Patient:innen in der Regel am Ball bleiben und wodurch sich ihre Haarprobleme mit der Zeit verbessern.“

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