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Ich habe chronische Rosacea & mir hilft nur diese Skincare-Routine

Foto: via @talontedlex.
Ich habe viele lebhafte Erinnerungen daran, wie es war, mit pinkfarbener Haut aufzuwachsen, aber einige stechen in meinem Gedächtnis wirklich heraus. Ich war während meiner Schulzeit in vielen Sportteams und weiß noch, dass ich mich oft fragte, wieso mein Gesicht im Vergleich zu denen meiner Mitschülerinnen immer so rot wurde. Weil in meiner Familie aber einige denselben Teint hatten wie ich, dachte ich nie länger drüber nach. Als ich dann mein Studium anfing und abends öfter mal feiern ging, musste ich zwischendurch immer wieder aufs nächstgelegene Klo rennen, um mir kaltes Wasser in mein glühend heißes, rotes Gesicht zu klatschen, in dem ich meinen Puls klopfen spürte. Wenn ich zu spät zu einer Vorlesung kam, lief ich vor Scham rot an – und blieb es auch noch stundenlang danach. Und wenn ich mir mit meinen Mitbewohner:innen zu Hause eine ordentliche Portion Fastfood gönnte, hatte ich danach ein geschwollenes Gesicht voller Pusteln. 
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Ich konnte mir das alles nicht erklären. Ich hatte nie „schlechte“ Haut gehabt. Tatsächlich hatte ich damals nicht mal eine Skincare-Routine. Also ging ich davon aus, die Rötung musste wohl irgendeine allergische Reaktion oder Infektion sein – etwas Vorübergehendes oder leicht Heilbares. Du kannst dir demnach vorstellen, wie überrascht ich war, als mir meine Ärztin dann erklärte: „Es ist Rosacea – und es gibt kein Heilmittel.“

Was sind die Ursachen für Rosacea?

Laut der Dermatologin Dr. Justine Kluk ist Rosacea eine chronische Hauterkrankung, deren Betroffene Rötungen im Gesicht entwickeln und leichter rot anlaufen. „Sie zeigt sich oft in den 30ern und betrifft am ehesten Menschen mit heller Haut“, erklärt sie. Aber gibt es dafür einen Auslöser? „Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, von denen wir glauben, sie könnten zur Entwicklung der Rosacea beitragen“, erzählt Dr. Kluk weiter. „Dazu gehören die Gene, Anomalien der Blutgefäße, die Hormone, Mikroorganismen und die Ernährung. Rosacea ist aber noch so viel mehr als nur ein rotes Gesicht.“
Generell wird laut Dr. Kluk zwischen verschiedenen Formen der Rosacea unterschieden, von denen sich manche auch überschneiden können: die erythematöse-teleangiektatische (zu deren Symptomen Hautrötungen, Erröten und geweitete Blutgefäße gehören), papulopustulöse (mit Akne-ähnlichen Papeln und Pusteln), glandulär-hyperplastische (bei der die Haut anschwillt und dicker wird, zum Beispiel an der Nase) und die Ophthalmo-Rosacea (mit geschwollenen Lidern). „Oft beginnt das Ganze mit einer Neigung dazu, schneller rot zu werden“, sagt Dr. Kluk. „Im Laufe der Zeit entwickeln Betroffene dann vielleicht noch eine dauerhafte Rötung der Nase und Wangen, zusammen mit zahlreichen anderen unangenehmen Symptomen – wie Pusteln, Trockenheit, schuppigen Stellen, einem Brennen und Stechen, und Empfindlichkeit auf mehrere Hautpflegeprodukte.“
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Foto: via @talontedlex.

Wie behandelt man Rosacea im Gesicht?

Im Laufe der Jahre habe ich Hausärzt:innen und Dermatolog:innen gefunden, die einfühlsam mit mir umgingen und mich über meine Rosacea aufklärten. Die Anfangszeit war aber leider sehr einsam. Nach meiner Diagnose war ich am Boden zerstört. Ich verließ die Praxis, ohne viel über meine Diagnose erfahren zu haben. Man hatte mir lediglich ein medizinisches Gel in die Hand gedrückt (das sich anfühlte, als würde es sich durch meine Haut brennen, und damit alles noch schlimmer machte) und mir das Gefühl gegeben, ich hätte die Zeit der Ärztin mit etwas so Oberflächlichem verschwendet.
Heutzutage kannst du dich aber kaum noch durch Social Media scrollen, ohne nach kurzer Zeit über Posts von Make-up Artists, Blogger:innen oder Dermatolog:innen zu stolpern, die darüber sprechen, wie du diverse Hautprobleme – inklusive Rosacea – am besten behandelst oder schminkst. Anfang der 2000er waren wir aber auf unsere Freund:innen, Verwandten und höchstens noch Beauty-Magazine beschränkt, und viele der Tipps und Ratschläge waren sehr subjektiv. Ich kannte damals niemand anderen mit einer Hauterkrankung und konnte niemandem erzählen, wie es mir wirklich mit meiner Haut ging. Stattdessen recherchierte ich viel im Internet und stieß irgendwann über einige amerikanische Foren, in denen „normale“ Menschen wie ich ihre Rosacea-Erfolge und -Niederlagen teilten. Das war für mich der Beginn meiner Entdeckungsreise hinsichtlich meiner persönlichen Rosacea-Trigger.
Dr. Kluk führt Sonneneinstrahlung, starken Wind, Stress, anstrengende Workouts, Koffein, Alkohol und scharfes Essen als einige der möglichen Auslöser an. Im Laufe der letzten 14 Jahre habe auch ich deswegen fast jeden meiner Lebensbereiche umgestellt, um meiner Rosacea vorzubeugen – wie meine Ernährung (weniger Alkohol, kaum Milchprodukte, weniger Zucker) und meinen Lifestyle (keine heißen Duschen oder Bäder, minimales Hitzestyling und generell ein Vermeiden extremer Temperaturen). Ich habe außerdem gelernt, meine mentale Gesundheit besser zu regulieren, und gehe heute ganz anders mit beruflichem und sozialem Stress und meinem Selbstwert um als früher. Noch dazu habe ich einen Rosacea-Blog gestartet, weil ich anderen die Informationen und Unterstützung bieten will, die ich selbst vor 14 Jahren nicht bekam.
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Dann wäre da noch meine Hautpflege. Meine Haut mag es am liebsten schlicht und konsequent. Neben meiner Rosacea habe ich außerdem noch seborrhoische Dermatitis (eine Entzündung der Haut) – meine Pflegeprodukte haben also ordentlich zu tun! Deswegen bin ich schon lange Fan von französischen Apotheken-Beauty-Marken wie La Roche-Posay, Avène und Bioderma. Und obwohl meine persönliche Pflegeroutine sicher nicht für alle Rosacea-Betroffenen funktioniert, ist sie vielleicht ein guter Ausgangspunkt.

Meine abendliche Skincare-Routine mit Rosacea

Abends benutze ich das La Roche-Posay Toleriane Reinigungsfluid (22,50 €), das Make-up entfernt, ohne dass meine Haut danach spannt oder heiß wird. Danach greife ich zu einem Hyaluronsäureserum (La Roche-Posay Hyalu B5 Serum, 34,99 €) und einem schlichten Moisturizer wie dem La Roche-Posay Toleriane Sensitive Fluid (19,99 €). Mit 35 zeigen sich bei mir langsam die ersten Anzeichen der Hautalterung; deswegen benutze ich zweimal pro Woche außerdem ein schwach konzentriertes Retinol. Ich habe schon oft vom La Roche-Posay Redermic Retinol Intensiv (34,99 €, alles via Shop Apotheke) geschwärmt, benutze in letzter Zeit aber das Medik8 Crystal Retinal 6 (56,00 € via Medik8) und liebe es.
Retinol (und andere Vitamin-A-Derivate) können die Haut wirklich verwandeln. Wie bei vielen anderen Wirkstoffen musst du dabei mit Rosacea aber vorsichtig sein, weil es die Haut reizen und somit zu Schuppungen, Pickeln und weiteren Rötungen führen kann. Wenn es dir schwer fällt, die richtige Skincare-Routine für dich zu finden, kann es sich daher lohnen, dich von einem Dermatologen bzw. einer Dermatologin beraten zu lassen.

Meine morgendliche Skincare-Routine mit Rosacea

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Normalerweise benutze ich morgens denselben Cleanser, dasselbe Serum und dieselbe Creme wie abends, gefolgt vom allerwichtigsten Produkt: Sonnencreme. Ich bin sehr anspruchsvoll, was meine Sonnencreme angeht, weil sie gut unter meinem Make-up sitzen muss, meine Haut gleichzeitig aber auch nicht „erdrücken“ soll. Mein absoluter Favorit ist das La Roche-Posay Anthelios UVMune 400 LSF 50+ Invisible Fluid Getönt (21,27 € via Shop Apotheke); ich bin aber auch Fan von der SkinCeuticals Sheer Mineral UV Defense Sunscreen SPF 50 (52,45 € via LookFantastic) für eine natürlich aussehende leichte Deckkraft.
Für die Tage, an denen meine Rosacea besonders schlimm ist, habe ich auch ein paar Notfallprodukte parat, die meine Haut kühlen und beruhigen, wenn sie sich anfühlt, als stünde sie in Flammen. Das Bioderma Atoderm SOS Spray (in Apotheken erhältlich) hilft gegen den Juckreiz, und ich trage die Reisegröße immer mit mir herum. Im Kühlschrank lagere ich einen Tiegel der SkinCeuticals Phyto Corrective Masque (75,00 € via SkinCeuticals), die ich auftrage, wenn meine Haut spannt und sich warm anfühlt. Mein ultimativer Retter ist aber das La Roche-Posay Cicaplast Baume B5+ (10,14 € via Shop Apotheke). Es hilft bei der Reparatur der Hautschutzbarriere, gegen das Spannungsgefühl, spendet Feuchtigkeit und ist dabei so sanft, dass es sich auch für die Pflege von Verbrennungen oder Ausschlag eignet.
Natürlich habe ich sehr lange gebraucht, um diese Routine für mich zu entwickeln – und hatte viele Fehlschläge. Wenn du vor allem unter häufigem Erröten leidest, empfiehlt Dr. Kluk dazu Medikamente, die ansonsten zur Behandlung von Angststörungen oder menopausales Erröten verwendet werden – wie Betablocker oder Clonidin. „Rötungen und Pusteln können durch Cremes oder Gele reduziert werden, die Antibiotika oder Azelainsäure enthalten. Die Ivermectin-Creme ist ein neueres Mittel in der oberflächlichen Behandlung von Rosacea, sowie auch das Brimonidin-Gel, das Rötungen reduziert, indem es dafür sorgt, dass sich geweitete Blutgefäße wieder zusammenziehen. Wenn diese Maßnahmen nicht reichen, können sichtbare Gefäße auch sehr effektiv mit Laser behandelt werden.“
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Gegen Rosacea gibt es (noch) kein Heilmittel, und wenn ich aus meiner Erfahrung eines gelernt habe, dann, dass die Krankheit viel Vorsicht und Pflege bedarf. Ich glaube aber sehr wohl, dass sie sich kontrollieren lässt. Ich hoffe, dass sowohl meine Artikel als auch meine Social-Media-Kanäle anderen Betroffenen wertvolle Tipps zum Lifestyle, Make-up und zur Hautpflege geben. Vor allem aber hoffe ich, dass ich beweisen kann, dass das Leben mit einer Hauterkrankung nicht bedeuten muss, dass du dich versteckst oder für dein Gesicht schämst. Atypische Haut ist weder das Wichtigste noch das Interessanteste an uns. Sie sollte normalisiert werden. Und genau deswegen lasse ich es nicht mehr zu, dass mich meine Haut definiert – oder kontrolliert.
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