Alles, was du über Lippenpiercings wissen musst

Piercings sind nicht jedermanns Sache. Manche lieben sie, andere können mit dem Körperschmuck wenig anfangen. Besonders Schmuck im Gesicht sollte gut überlegt sein. Lippenpiercings waren in den frühen 2000er Jahren voll trendy und feiern aktuell ein Reviva – auch fernab der Punk-Szene. Selbst Promis wie Christina Aguilera, Cara Delevingne und Bella Hadid tragen aktuell Metall am Körper. Kim Kardashian wollte den Trend auch mitmachen, sich aber nicht für immer an ihr Lippenpiercing binden und trug stattdessen einen Fake-Ring. Du traust dich, dir ein Lippenpiercing stechen zu lassen? Dann haben wir hier den ultimativen Guide für dich: Von Piercing-Arten, über die richtige Pflege bis hin zu Tipps wie du einer Entzündung vorbeugen oder sie im Ernstfall behandeln kannst, plus wichtiger Informationen, über die zu erwartenden Schmerzen und Wunden nach dem Herausnehmen.
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Welche Arten von Lippenpiercings gibt es?

Alle Piercings in der Unterlippe nennt man Labret-Piercings. Dieser Sammelbegriff umschließt seitlich sowie mittig gestochene Piercings, die dann wiederum in Unterkategorien aufgeteilt werden. Ihren Ursprung haben sie, wie die meisten Piercings, in den Traditionen von Naturvölkern (zum Beispiel bei den Inuits) und zeigten damals die Position des*der Trägers*Trägerin innerhalb des Stammes an. Lippenpiercings galten damals besonders bei Frauen als Schönheitssymbol. Labret-Piercings können sowohl aus Ringen bestehen als auch in Form von Steckern getragen werden.
Ashley-Piercing
Das Ashley-Piercing oder auch Racoon-Piercing ist eine Form des Labret-Piercings, das direkt durch das Lippenrot der Unterlippe gestochen wird. Hierbei wird meist ein Stab eingesetzt, von dem nur eine Kugel an der Lippe sichtbar ist. Die zweite versteckt sich im Mundinneren.
Eskimo-Piercing

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Beim sogenannten Eskimo-Piercing (auch als Vertical Labret Piercing bekannt) hingegen sind beide Enden des Schmucks zu sehen: eins unterhalb der Lippe (mittig oder seitlich), die andere Seite des Bananenpiercings ragt aus der mittleren Unterlippe heraus. Hier muss aber unbedingt ein Profi-Piercer ran, denn das empfindliche Lippenrot kann sich leicht entzünden. Außerdem muss man durchaus vorsichtig mit dem Schmuck umgehen, denn die Stelle kann schnell reißen, wenn man beispielsweise beim Umziehen am Oberteil hängen bleibt.
Doppelte Snakesbites-Piercings
Ein Labret reicht dir nicht aus? Dann lasse dir doch gleich zwei stechen! Die Snakesbite-Piercings werden meist seitlich an der Unterlippe platziert und können mit gebogenen Stabpiercings oder Ringen verziert werden. Das Anzeichnen kann ein wenig dauern, denn die Schmuckstücke sollten so symmetrisch wie möglich platziert sein.
Medusa-Piercing
Medusa-Piercings sitzen an der Oberlippe und zählen somit nicht mit zur Oberkategorie der Labret-Piercings. Sie sitzen genau genommen im Philtrum, der Rinne zwischen Oberlippe und Nase.
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Madonna-Piercing
Madonna-Piercings sind auch als Marilyn-Piercings bekannt, könnten aber genauso gut nach Cindy Crawford benannt worden sein, denn sie sitzen genau dort, wo das Model ihren Schönheitsfleck hat. Auch Amy Winehouse trug an dieser populären Stelle ein Piercing.

Wie wird ein Lippenpiercing gestochen?

Zuerst musst du dir ein vertrauenswürdiges Piercing-Studio suchen. Am besten fragst du Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen in den Studios deiner Stadt oder schaust im Internet nach Erfahrungsberichten um. Ein guter Indikator über Sauberkeit und Beliebtheit können heutzutage auch die Social-Media-Kanäle der Piercer oder Studios sein.
Hast du ein passendes Studio gefunden, vereinbarst du einen Termin zum Stechen. Du möchtest dich erst einmal beraten lassen? Auch das ist in den meisten Studios kein Problem, schließlich haben unterschiedliche Piercings verschiedene Heilungszeiträume und Risiken, über die man sich zuvor gründlich informieren sollte. Zudem musst du eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass der *die Piercer*in dich 'verletzen' darf und dich über alle Risiken aufgeklärt hat. Bei Lippenpiercings aller Art sind das vor allem Schwellungen und Entzündungen, da sie direkt durch das Muskelgewebe gestochen werden.
Ist die Stelle des Einstichs gewählt, kann es auch schon losgehen. Je nach Piercing-Art wird die gewählte Stelle mit einem Stift markiert, gründlich gereinigt und dann mit einer speziellen Piercing-Zange fixiert. Das eigentliche Stechen dauert nur eine Sekunde: Mit einer hohlen Nadel (auch Verweilkanüle genannt), in der sich ein Plastikröhrchen befindet, wird das Loch gestochen. Der Erstschmuck wird anschließend durch das Röhrchen gezogen. Im letzten Schritt wird die Kugel darauf geschraubt. Zuallerletzt gibt der *die Piercer*in dir noch Pflegemittel wie Desinfektionsmittel und spezielle Wattestäbchen mit und klärt dich über die korrekte Anwendung und Nachversorgung auf.
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Woraus besteht Erstschmuck und welche Piercing-Materialien gibt es?

Der Erstschmuck, der während der etwa 4 bis 8-wöchigen Abheilungszeit eingesetzt wird und meistens aus einem langen Stab besteht, der genügend Platz für Schwellungen bereithält, darf nicht aus Nickel bestehen, da dieses Material (sogar laut Gesetz) nicht an offene Wunden gelangen darf. Meist sind die Stäbe aus Titan oder Kunststoff hergestellt. Beim zweiten Termin, nach etwa 4 bis 8 Wochen, wird dann der gewählte Schmuck eingesetzt. Dieser darf aus Titan, Chirurgenstahl, Gold (nur ab 18 Karat, da es sonst zu weich wäre und so zu Hautirritationen führen kann), Silber (925 Sterling Silber, jedoch nur oberflächlich mit einem Stab aus Titan) oder Kunststoff (PTFE) bestehen. Letzteres eignet sich ebenfalls hervorragend als Erstschmuck, da es sich gut desinfizieren lässt und das Material zudem sehr elastisch ist. Auch Acryl, Holz oder Knochen sind mögliche Piercing-Materialien, werden jedoch eher selten verwendet.

Wie lange heilt das Lippenpiercing?

Je nach Stelle kann es bis zu acht Wochen dauern, bis der Erstschmuck gewechselt werden kann und die Wunde vollkommen verheilt ist. Beachte unbedingt die Pflegehinweise des Profis und berühre dein neues Piercing nur mit sauberen Händen! Die ersten Stunden nach dem Stechen ist Küssen, Rauchen und der Konsum von Alkohol tabu, da erhöhte Infektionsgefahr besteht. Ist der Piercingkanal oder das umliegende Gewebe verhärtet, besonders rot oder tritt übermässig Eiter oder andere Flüssigkeiten aus der Einstichstelle, solltest du zum Studio oder zum Arzt gehen und dein Piercing untersuchen lassen. Schwellungen hingegen sind ganz normal. Besonders bei Lippenpiercings solltest du beim An-und Ausziehen darauf achten, dass deine Kleidung nicht an der frisch gestochenen Stelle hängenbleibt, sonst droht dein Piercing zu reißen.
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Was kostet ein Lippenpiercing?

Bei Lippenpiercings solltest du mit Preisen zwischen 20 und 100 Euro rechnen. Bei den meisten Studios ist in diesem Preis der Erstschmuck und die Pflege enthalten, den Zweitschmuck musst du nochmals extra bezahlen.

Wächst ein Piercingloch wieder komplett zu?

Viele Piercer*innen setzten ihre Kund*innen darüber in Kenntnis, dass ihr Piercing-Kanal beim Herausnehmen des Schmucks innerhalb von wenigen Stunden wieder zuwächst. Das heißt der Kanal kann je nach Haut-, Wundheilungs- und Piercingtyp recht schnell wieder soweit zuwachsen, dass der Schmuck nicht wieder hineingesetzt werden kann. Ein erneutes Durchstechen wird nicht empfohlen, da das Gewebe dann bereits vernarbt sein kann. Wird der Schmuck also einmal für eine längere Zeit herausgenommen, verschließt sich der Kanal im Inneren, hinterlässt jedoch an der Hautoberfläche immer ein kleines Loch. Selten wachsen Lippenpiercings komplett zu, sodass sie gar nicht mehr sichtbar sind. Das sollte einem vor dem Stechen bewusst sein.
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