WERBUNG

Ich finde Tatsächlich… Liebe immer noch schlimm – eine Filmkritik

WERBUNG
Foto: Peter Mountain/Universal/Dna/Working Title/Kobal/REX/Shutterstock.
Tatsächlich… Liebe wurde dieses Jahr 20 Jahre alt. Der Film is jetzt älter als Keira Knightley in 2003: sie war bei der Veröffentlichung gerade mal 18. Obwohl mir demnach bewusst ist, dass diese Filmkritik ein bisschen spät dran ist, gilt auch hier „Besser spät als nie“ – denn ich wollte rausfinden, ob der Film besser gealtert ist als ich. 

Manchmal kann es eine merkwürdige Erfahrung seinen, einen „Klassiker“ mit neuen Augen zu sehen. Und in diesem Fall war das zweite Anschauen ein echter Augenöffner, denn… in Tatsächlich Liebe geht es in Wahrheit überhaupt nicht um Liebe.

Ich hatte überlegt, hier vorsichtig vorzugehen und meine Worte in diesem Artikel mit viel Bedacht zu wählen. Schließlich ist Tatsächlich… Liebe wohl einer der beliebtesten Weihnachtsfilme überhaupt und steht für viele von uns jedes Jahr als absoluter Feelgood-Klassiker auf der Must-Watch-Liste. Letztlich habe ich mich aber doch dagegen entschieden, alles möglichst diplomatisch zu formulieren – denn meiner Meinung nach verdient der Film unsere Liebe nicht.

Der Film beginnt mit einer kitschigen Lebensweisheit, gesprochen von Hugh Grant. „Liebe ist oft weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist immer da“, erzählt er. Während Hugh weiter seine Predigt hält, sehen wir dabei zu, wie „normale Leute“ am Flughafen Heathrow ankommen und dort mit liebevollen Umarmungen von ihren Liebsten willkommen geheißen werden, die Augen voller Freudentränen. 

Aber Hugh hat Unrecht. Die Liebe ist in diesem Film eben nicht immer da – stattdessen sogar nirgendwo zu finden. Was uns Tatsächlich… Liebe stattdessen vermittelt, ist eine Prä-#MeToo-Vorstellung von „Romantik“, in deren Welt die Frauen liebenswürdig sind, weil sie nicht bedrohlich, passiv und frei verfügbar sind. (Oder sie sind Single und werden dafür bemitleidet.) 

Trotzdem war (und ist) Tatsächlich… Liebe kein Flop, denn er verließ sich auf einen erwiesenen Hollywood-Erfolgs-Algorithmus: einen Ensemble-Cast aus zahlreichen großen Stars und universellen, in kleine Stücken zerhackten Themen, die auf den ersten Blick zwar nett aussehen, im Abgang aber einen bitteren Nachgeschmack haben. 

Lass mich deine Erinnerung ein bisschen auffrischen…
Lust auf mehr? Lass dir die besten Storys von Refinery29 Deutschland jede Woche in deinen Posteingang liefern. Melde dich hier für unseren Newsletter an!
WERBUNG

More from Movies

WERBUNG