Oscars 2018: Wieso du den Begriff „Inclusion Rider“ ab jetzt öfter lesen wirst

Egal was man vom teils kontroversen Film Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hält, er hat uns Frances McDormand und ihre glorreichen Dankesreden geliefert. Nachdem die Schauspielerin bereits bei den Golden Globes und den SAG Awards gewann, bekam sie am gestrigen Sonntag bei den 90. Academy Awards einen Oscar als beste Hauptdarstellerin verliehen. Bei allen Veranstaltung lieferte sie starke Reden, ihre Oscar-Rede war allerdings der Höhepunkt. McDormand machte ihren Gewinn zum Gewinner aller Frauen im Raum, perfekt passend zu den Bewegungen #MeToo und#TimesUp, die in diesem Jahr alle Preisverleihungen thematisch begleiteten.
Voller Emotionen betrat sie die Bühne, zitterte am ganzen Körper. „Ich habe viel zu sagen”, versprach sie. Und das tat sie auch. Nachdem sie Martin McDonagh, dem Regisseur des Films und „ihrem Clan” danke, bat sie alle weiblichen Nominierten sich zu erheben: die Produzentinnen, die Regisseurinnen, die Schauspielerinnen, die erste nominierte Kamerafrau. Damit malte sie eines der kraftvollsten Bilder der Oscars.
Werbung
Mit all den weiblichen Nominierten im Fokus adressierte sie als nächstes alle Männer im Raum mit den folgenden Worten:„ Schaut euch um. Wir alle haben Geschichten, die wir erzählen möchten und für die wir Kapital brauchen. Ladet uns in ein paar Tagen in eure Büros ein oder kommt in unsere.” Es reicht eben nicht, einen Pin oder eine bestimmte Farbe an Kleidung zu tragen, so ihre Message. Jetzt müssten reelle Taten der Förderung und Unterstützung folgen.

Der „Inclusion Rider”

Die letzten Worte ihrer Rede waren „Inclusion Rider”. Aber was ist das eigentlich genau? Wie Schauspielerin und Produzentin Whitney Cummings in einem Tweet erläuterte, handelt es sich dabei um eine Klausel, die in Verträge hineingeschrieben werden kann, die ethnische und genderbezogene Inklusion verlangt. Wie Cummings sagt gibt es „eine Milliarde Gründe, wieso diese Klausel in jedem Vertrag stehen sollte, einer davon ist, dass sie Filme besser machen wird.”
Mildred Hayes, McDormands Charakter in Three Billboards und die Schauspielerin haben mehr gemeinsam, als man vielleicht denken mag. Hayes ist außerordentlich wütend darüber, wie rapide das Interesse an den Hintergründen des Mordes ihrer an Tochter abgenommen hat. Also hat sie etwas unternommen und drei Billboards vor der Stadtgrenze gemietet, sodass jedem Bewohner die Ungerechtigkeit erneut vor Augen gehalten wird. Genauso hat McDormand die große Bühne der Oscars genutzt, um ihre Wut gegenüber dem System, in dem sie selbst lebt publik zu machen: Hollywood.
Hier findest du weitere Texte zum Thema #TimesUp und Inklusion:

Mehr aus Filme

Watch

R29 Originals

Jetzt Ansehen
Fashion
Der Weg des Styles von der Subkultur auf die Weltbühne
Jetzt Ansehen
Queer Voices
Mitglieder der LGBTQIA-Community wenden sich in bewegend ehrlichen Briefen an ihr jüngeres Ich
Jetzt Ansehen
Lifestyle
5 Tage, 1 Experiment – Lifestyle-Redakteurin Lucie Fink stellt ihr Leben 5 Tage am Stück auf den Kopf!
Jetzt Ansehen
Musik
Frech und unkonventionell Musikerinnen.