21 Hollywood-Klassiker, die heute kritisch gesehen werden müssen

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Neulich habe ich mal wieder The Office gesehen, eine britische Comedyserie, die von 2001 bis 2003 ausgestrahlt wurde und mittlerweile Kultstatus hat. Ich liebe diese Serie seit Jahren, und ich fand sie immer unendlich lustig. Über die Folge, die ich jedoch diesmal sah, konnte ich nicht mehr lachen. Darin outet Michael Scott (Steve Carrell) seinen Kollegen Oscar (Oscar Martinez). Auf mich wirkte die ganze Szene eher wie Schikane und Mobbing am Arbeitsplatz denn wie Comedy. Ich weiß, dass sie für mich früher einfach nur lustig gewesen wäre. Klar wäre mir ihre politische Inkorrektheit aufgefallen, aber ich hätte sie genau deswegen auch zum Schießen gefunden.
Einer der Nebeneffekte, wenn man sich bestimmter sozialer und kultureller Feinheiten bewusst wird, ist, dass man Filme und Serien nicht mehr so leichtherzig ansehen kann, wie es bis vor etwa zehn Jahren noch möglich war. Handlungen, die man früher einfach so hingenommen hat, erscheinen einem mittlerweile schockierend und beleidigend. Die eigene Unschuld auf diesem Gebiet zu verlieren, ist allerdings eine ziemlich gute Sache. Denn es bedeutet, dass wir mit etwas Glück in Zukunft keine Komödien mehr sehen werden, deren Witze auf Kosten Schwächerer oder Minderheiten gehen oder die längst überholte, aber endlos gespielte Klischees wiederkauen, Stichwort „Quotentürke“. Vorbei sind die Zeiten der romantischen Komödien, in denen sich die Gedanken der unsicheren, erfolglosen, schüchternen Protagonistin 24/7 um das Objekt ihrer Begierde drehen: den unverschämten und im Grunde absolut misogynen „Frauenschwarm“, der sich gerne mit Statussymbolen schmückt, Frauen degradiert und weder Lust hat, die Wahrheit zu sagen, noch sich zu binden. Und in denen das Happy End daraus besteht, dass sie, mit offenem Haar und ein paar Kilo leichter, endlich am Ziel ihrer Träume angekommen ist und ihr ein weich geklopfter Typ seine ewige Treue schwört. Ist ja nochmal alles gut gegangen, danke für Nichts. Vielleicht werden wir stattdessen Teeniefilme sehen können, in denen das Thema Date Rape nicht unterschwellig als normal oder gar lustig dargestellt wird – nach dem Motto: „Selbst schuld, wer sich so aufführt.“ Mit der öffentlichen Sexismus-Debatte in den letzten Jahren wurde vielen von uns die Augen geöffnet. Wir wurden sensibilisiert für Rassismus und Sexismus im Alltag – von klassischen „Herrenwitzen“ bis hin zu einem US-amerikanischen Präsidenten, der es voll okay findet, Frauen in den Schritt zu langen.
Es gibt viele dieser Filme in der Kinogeschichte und wir haben in der Slideshow einige von ihnen zusammengestellt. Manche waren schon zur Zeit ihrer Entstehung einfach nur unüberlegt und unsensibel. Die Wahrnehmung anderer hat sich im Laufe der Jahre verändert und wahrscheinlich sind auch ein paar dabei, die wir eigentlich immer noch lieben – und das ist auch okay, solange du dir eben der Problematik bewusst bist.
Um es mit Bernd Stromberg zu sagen, der in der deutschen Version von The Office seinen Büroalltag präsentiert: „Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen.“

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